Waldbrandgefahr in BW
: Deutscher Wetterdienst warnt vor trockenem Sommer 2023

Das Frühjahr war in ganz Deutschland vergleichsweise verregnet. Trotzdem herrscht im Baden-Württemberg Sorge wegen Wasserknappheit – und Waldbrandgefahr.
Von
Amelie Schröer
Ulm
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Trotz viel Niederschlag in März und April, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) auch im Sommer 2023 vor einer erhöhten Waldbrandgefahr in Baden-Württemberg.

Robert Michael, dpa

Regnerisch, ungewöhnlich mild und gegen Ende wieder trocken – die vorläufige Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigt: Das Frühjahr in Baden-Württemberg war geprägt von Extremen. Wie der DWD mitteilte, lagen die Temperaturen zwischen März und Mai im Mittel bei 9,4 Grad und lagen damit 1,8 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990.

Dabei gab es im Oberrheingraben bereits Mitte März erste frühsommerliche Temperaturen mit knapp 24 Grad. An gleicher Stelle wurden am 4. Mai die ersten Sommertage des Jahres gemessen. Deutschlandweit bisher am wärmsten war es am Montag, 22. Mai, in Waghäusel-Kirrlach (Kreis Karlsruhe) mit 29,9 Grad.

Der meiste Regen seit Jahren in Baden-Württemberg

Dabei sah es lange nicht danach aus, dass der Frühling mild werden würde. Denn nach ersten Auswertungen der rund 2000 DWD-Messstationen war das Frühjahr bundesweit im Schnitt so nass wie seit zehn Jahren nicht. Baden-Württemberg schlug mit 247 Litern pro Quadratmetern in allen drei Monaten zu Buche. Zum Vergleich: Von 1961 bis 1990 waren es im Mittel 243 Liter pro Quadratmeter.

Gleichzeitig war Baden-Württemberg im März mit 6,6 Grad das Bundesland mit den zweithöchsten Temperaturen und den meisten Sonnenstunden (115 Stunden). Dafür war es im April nach vorläufigen DWD-Schätzungen mit mindestens 80 Litern pro Quadratmeter Flächenniederschlag eine der nassesten Regionen. Das Allgäu und der Schwarzwald erreichten sogar über 160 Liter pro Quadratmeter.

Erste frühsommerliche Temperaturen Anfang Mai

Nach dem trüben März und April zeigt sich der Frühling seit Mai von seiner warmen und sonnigen Seite. So wurden am 4. Mai im Oberrheingraben die ersten Sommertage des Jahres gemessen. Aus meteorologischer Sicht spricht man von einem Sommertag, sobald die Temperaturen über 25 Grad steigen. Tage mit 30 Grad und mehr gelten als Heißer Tag oder Hitzetag.

Aufgrund der jüngsten Temperaturen warnte der DWD – trotz viel Niederschlag in den Vormonaten – vor einer erhöhten Waldbrandgefahr. Gut zwei Drittel der Wetterstationen zeigten die zweithöchste Gefahrenstufe beim Waldbrandgefahrenindex. Brandgefährlich sind trockene Äste, Blätter und Nadeln. Wind begünstigt die Ausbreitung von Waldbränden.

Trotz viel Regen im April: Böblingen mit erhöhter Waldbrandgefahr

Besonders das Landratsamt Böblingen warnte vor der erhöhten Gefahr. Der Grund: mittlere Niedrigwasserstände und steigende Temperaturen in vielen Bächen und Flüssen. „Zusätzliche Wasserentnahmen können das ökologische Gleichgewicht beeinträchtigen und gerade in den Sommermonaten den Fischbestand gefährden“, warnte die Behörde. Von Juni bis Ende September ist es im Kreis, mit Ausnahme einer Entnahmestelle in Herrenberg, verboten, mit Flusswasser den Garten zu sprengen oder landwirtschaftliche Flächen zu wässern.

Der Kreis Böblingen gehört zu den Wassermangelgebieten. Hier entspringen zwar viele Bäche, die führen aber im Quellgebiet relativ wenig Wasser. In Karstlandschaften wie dem Gäu versickert zudem Wasser aus dem Bachbett direkt in den Untergrund. Auch dadurch können Gewässer im Sommer zeitweise ganz austrocknen.

(Mit Informationen des Landesdienstes Baden-Württemberg der Deutschen Presse-Agentur)