Wahlkampf-Auftritt
: Roderich Kiesewetter in Aalen angegriffen

Nach Angaben der Polizei ist der CDU-Politiker an einem Wahlkampfstand von einem Mann gestoßen und geschlagen worden und hat dabei leichte Verletzungen davongetragen. Der Täter soll zur „Querdenker“-Szene gehören.
Von
dpa
Aalen
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Roderich Kiesewetter (CDU) bei einem Presse-Statement im Bundestag (Archivbild).

Monika Skolimowska/dpa

Der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter ist in Aalen bei einem CDU–Wahlstand von einem Mann angegangen und leicht verletzt worden. Das teilte die Polizei mit. Der Mann habe ihn gestoßen und geschlagen. Kiesewetter habe leichte Verletzungen erlitten. Er sei vor Ort nicht medizinisch behandelt worden.

Der mutmaßliche Täter flüchtete. Die polizeilichen Maßnahmen liefen noch, teilte der Sprecher weiter mit. Der Mann sei aber der Polizei bekannt. Zunächst hatte die „Schwäbische Post“ darüber berichtet. Nach ihren Angaben soll es sich bei dem Mann um einen Aalener Gemeinderatskandidaten einer der Querdenkerbewegung nahestehenden Partei handeln.

Angreifer beschimpfte CDU-Abgeordneten als „Kriegstreiber“

Kiesewetter sagte der „Schwäbischen Post“, er sei verbal attackiert und als „Kriegstreiber“ beschimpft worden. Dann sei er angerempelt worden. „Ich wusste nicht, wer die Person gewesen ist. Als ich ihm sagte, er solle aufhören, riss er das Dach am Wahlkampfstand mit.“ Er habe dann von dem Mann eine Aufnahme machen wollen und sei ihm hinterher. „Als er das sah, schlug er auf mich ein und drückte mich in ein Hochbeet und fügte mir auch Schürfwunden zu.“ Kurz danach sei auch schon die Polizei gekommen, der er angeboten habe, dass er von einer Anzeige absehe, wenn sich die betreffende Person entschuldige. Jetzt will der CDU–Sicherheitsexperte Kiesewetter eigenen Angaben zufolge abwarten, ob es der Polizei gelingt, den Mann zu einer Entschuldigung zu bringen.

Profilierter und streitbarer Sicherheitsexperte der CDU

Roderich Kiesewetter ist einer der profiliertesten Außen- und Sicherheitspolitiker in der CDU und als Oberst a.D. ein Experte für die Bundeswehr. Er steht für einen harten Kurs gegenüber der russischen Aggression in der Ukraine und hat sich unter anderem für eine Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine ausgesprochen. Außerdem sollen nach seiner Ansicht Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse ausgenommen werden. Wie etliche andere in der Russland-Frage exponierte Politiker, etwa Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Anton Hofreiter oder Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), wird Kiesewetter immer wieder als „Kriegstreiber “diffamiert. Wegen eines „Ausrasters“ bei den Heimattagen in Ellwangen, für den er sich später entschuldigte, war Kiesewetter vergangene Sommer selbst in Negativschlagzeilen geraten. Am Samstag verurteilten viele Politiker die Attacke auf Kiesewetter. „Wenn einer von uns angegriffen wird, stehen wir als Demokraten alle zusammen“, schrieb die Grünen-Chefin Ricarda Lang auf X (ehemals Twitter).

Immer wieder Angriffe auf Politiker

Zuletzt hatte es wiederholt Angriffe auf Politiker gegeben. In Dresden war Anfang Mai der sächsische SPD–Europaabgeordnete Matthias Ecke niedergeschlagen und schwer verletzt worden. Zuvor sollen die mutmaßlichen Täter einen 28–Jährigen angegriffen haben, der für die Grünen Wahlplakate anbrachte. Berlins SPD–Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey wurde bei einem Angriff mit einem Beutel leicht verletzt, in Dresden wurden mehrere örtliche Grünen–Politiker und Wahlkampfhelfer aggressiv bedrängt. In Mecklenburg–Vorpommern wurde ein Landtagsabgeordneter der AfD angegriffen und verletzt.