Toter 14-Jähriger in Memmingen
: Verdächtiger war abgelehnter Asylbewerber – Flüchtlingsunterkunft in Senden durchsucht

Ein Jugendlicher tot, der Verdächtige stirbt nach Schüssen der Polizei: Was steckt hinter den tragischen Ereignissen in Memmingen? Viele Fragen bleiben offen. Eine Spur führt zu einer Flüchtlingsunterkunft in Senden.
Von
dpa
Memmingen/Senden
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14-Jähriger im Allgäu getötet - Verdächtiger tot

Polizisten suchen im Allgäu nach einem Jugendlichen – und finden eine Leiche. Die Beamten vermuten eine tödliche Gewalttat.

Stein/swd-medien/dpa
  • In Memmingen wurde ein seit Samstag vermisster 14-Jähriger tot in einem leerstehenden Haus gefunden.
  • Ein 37-Jähriger galt als tatverdächtig – er starb nach Schüssen der Polizei im Krankenhaus.
  • Laut Polizei griff er Beamte mit einem Messer an und flüchtete zweimal, zuletzt am Hallenbad.
  • Die Kripo ermittelt zu Hintergründen; Obduktionsergebnisse könnten am Donnerstag folgen.
  • Der Mann war abgelehnter Asylbewerber ohne geklärte Identität; eine Unterkunft in Senden wurde durchsucht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem Gewaltverbrechen an einem 14-Jährigen in Memmingen ermittelt die Kripo weiterhin zu den Hintergründen der Tat. Ein 37-Jähriger, der den Jugendlichen mutmaßlich getötet haben soll, war von Polizisten bei einem Festnahmeversuch angeschossen worden und später im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben.

Wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft berichtete, gibt es derzeit keine neuen Informationen in dem Fall. „Wir müssen abwarten, wie sich die Situation entwickelt und ob wir noch einmal neue Erkenntnisse haben“, sagte Staatsanwältin Stefanie Birle. Am Donnerstag könnte es eventuell eine Mitteilung zu den Ergebnissen der Obduktion des getöteten Tatverdächtigen geben.

Verdächtiger hat sich in Schrank versteckt

Die Polizei hatte am Montag den seit Samstag vermissten 14-Jährigen tot in einem leer stehenden Gebäude in der Nähe des Memminger Bahnhofs entdeckt. Die Ermittler gehen von einer Gewalttat aus. Wie genau der Jugendliche starb, haben sie bislang nicht bekannt gegeben. Der 37-Jährige soll sich nach Angaben der Ermittler in dem Haus in einem Schrank versteckt haben. Als Polizisten ihn dort entdeckten, soll der Mann mit einem Messer auf die Beamten losgegangen sein. Danach habe der Verdächtige fliehen können.

Stunden später, am Montagabend, wurde der 37-Jährige bei einem Hallenbad entdeckt. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft wollten fünf Zivilbeamte den Gesuchten festnehmen. Der Mann flüchtete allerdings erneut. Bei der Verfolgung soll der Verdächtige wieder ein Messer gezückt und die Polizisten bedroht haben, sodass diese mehrfach auf ihn schossen. Der Mann starb später im Krankenhaus.

Polizei durchsucht Flüchtlingswohnheim in Senden

Der Verdächtige war nach Behördenangaben ein abgelehnter Asylbewerber, der aufgrund ungeklärter Identität geduldet war. Er wurde nach ersten Ermittlungen im von Israel besetzten Westjordanland geboren, seine Nationalität sei jedoch unklar. Der Mann war laut Staatsanwaltschaft zweimal in Deutschland zu Geldstrafen verurteilt worden, wegen Sachbeschädigung und unerlaubten Aufenthalts ohne Pass.

Im Kontext der Ermittlungen hat die Polizei auch eine Flüchtlingsunterkunft in Senden (Landkreis Neu-Ulm) durchsucht. „Ziel war das Auffinden von Beweismitteln“, sagte Birle. Weitere Hintergründe zu dem Zusammenhang mit den Geschehnissen in Memmingen erläuterte sie nicht. Zunächst hatte die „Augsburger Allgemeine“ über die Durchsuchung berichtet.