Nach Trumps Sieg
: CDU-Landeschef Hagel: Panik oder übertriebene Reaktionen falsch

Donald Trump wird zum zweiten Mal US-Präsident. Was sagen Politiker aus Baden-Württemberg zur Entscheidung in den Vereinigten Staaten?
Von
Theo Westermann
Stuttgart
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Manuel Hagel - CDU Baden-Württemberg

CDU-Landesvorsitzender Manuel Hagel: Die USA bleiben unverzichtbarer Freund und Partner.

Bernd Weißbrod/dpa
  • Donald Trump wurde zum 47. US-Präsidenten gewählt, Kamala Harris erlebte ein Debakel.
  • CDU-Chef Hagel betonte die Wichtigkeit der USA als Partner und rief zur europäischen Eigenständigkeit auf.
  • Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut sieht Auswirkungen auf den Exportmarkt.
  • SPD-Chef Stoch fordert mehr Verantwortung und Eigenständigkeit für Europa.
  • AfD-Abgeordneter Rupp kritisiert linke Politik und gratuliert Trump.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Vier Jahre nach seiner Wahlniederlage ist Donald Trump wieder zurück. Die US-Amerikaner haben den 78-Jährigen mit großer Mehrheit zum 47. Präsidenten gewählt. Die Gegenkandidatin des Republikaners, die aktuelle Vizepräsidenten Kamala Harris von den Demokraten, erlebte ein Debakel. Was bedeutet der Wahlausgang für Baden-Württemberg? Wir haben Politiker aus dem Südwesten zu Trumps Wahlsieg befragt.

Manuel Hagel, CDU-Landesvorsitzender und Chef der Landtagsfraktion:

„Donald Trump hat die Wahl mit deutlichem Vorsprung für sich entschieden – kein Kopf-an-Kopf-Rennen, sondern eine klare ‚Red Wave‘. Die Medien-Prognosen, vor allem hier in Deutschland, lagen erneut daneben, und eine fundierte Analyse ist dringend nötig. Doch Panik oder übertriebene Empörung sind die falschen Reaktionen. Die USA bleiben ein unverzichtbarer Freund und Partner, doch die Botschaft ist klar: Es ist höchste Zeit, dass Deutschland und Europa selbstständig und selbstbewusst auftreten.

Im globalen Wettstreit der Systeme zwischen den USA und China müssen wir europäische Konzepte, Antworten und Innovationen entwickeln, um gemeinsam als eigenständige Kraft bestehen zu können. Die „Zeitenwende“ der Bundesregierung darf nicht nur eine Absichtserklärung bleiben – sie muss entschlossen umgesetzt werden, um das transatlantische Verhältnis auf Augenhöhe zu stärken und Europas Zukunftsfähigkeit zu sichern. Den Vereinigten Staaten wünschen wir nach diesem intensiven Wahlkampf vor allem eines: Versöhnung und die Kraft, die inneren Gräben der letzten Jahre zu überwinden.“

Andreas Schwarz, Vorsitzender Grünen-Landtagsfraktion:

„Das Angebot, das Kamala Harris den Bürgerinnen und Bürgern der USA gemacht hat, wurde nicht angenommen. Der nächste Präsident der USA wird Donald Trump heißen.  Das erfüllt mich mit Sorge. Zum einen, weil unsere Wirtschaft stark vom Export abhängig ist, und die USA hier der wichtigste Handelspartner sind. Zum anderen, weil diese Wahl mit Verleumdungen und einem weit über den Rand des demokratischen Spektrums hinausgehenden Populismus gewonnen wurde. Trump 2024 wird ein anderer sein als Trump 2016. Eigentlich bräuchte es gerade jetzt den weltweiten Zusammenhalt, den gemeinsamen Kampf für den Klimaschutz, für Meinungsfreiheit und Vielfalt und die entschlossene Unterstützung der Ukraine. Hier reißt diese Wahl Lücken auf. Umso mehr ist jetzt unser Zusammenhalt in Europa gefragt. Und umso mehr ist es unsere Aufgabe, uns darum zu kümmern, dass unser Land, dass unsere Demokratie und unsere Wirtschaft für alle gut funktioniert.“

Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU):

„Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorausgesagt. Offensichtlich ist es doch ein klares Votum. Die Wähler haben entschieden. Für uns wird es wichtig sein, unsere guten Beziehungen zu den USA, die in Jahrzehnten gewachsen sind, weiter zu pflegen. Die USA sind unser größter Exportmarkt, unsere Wirtschaft ist stark auf diesen Export ausgerichtet. Die Wahl wird Auswirkungen auf unsere Handelsbeziehungen haben und es wird sich auswirken, welche Entscheidungen Präsident Trump trifft. Da will ich noch nicht vorgreifen. Zölle würden unsere Produkte in den USA natürlich verteuern. Und die weitere Frage ist dann, inwieweit gibt es Gegenreaktionen der EU.“

Andreas Stoch, Landes- und Fraktionsvorsitzender der SPD:

„Die Welt ist eine andere mit Donald Trump als US-Präsident. Auf Deutschland und Europa kommt künftig mehr Verantwortung zu. Wir müssen eigenständiger werden und die europäische Säule der Nato stärken. Und wir müssen die deutsche Industrie stark machen, damit sie wettbewerbsfähig ist, auch auf dem amerikanischen Markt. Wichtiger denn je ist jetzt, dass wir in Deutschland eine Regierung haben, die Verantwortung für das Land übernimmt. Die SPD ist bereit, diese Verantwortung zu tragen.“

Hans-Ulrich Rülke, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion:

„Die Wahl von Donald Trump ist eine Herausforderung für Deutschland und Baden-Württemberg. Wir werden sehen, welche wirtschaftspolitischen Entscheidungen in Washington getroffen werden. Die Börsen haben überraschend optimistisch reagiert.“

Ruben Rupp, AfD-Landtagsabgeordneter:

„Diese Wahl ist ein klares Zeichen gegen links-grüne Experimente wie den Genderismus und einen überbordenden Sozialstaat für Migranten, der den gesellschaftlichen Zusammenhalt untergräbt. Der Versuch des linken medialen Establishments, durch Medien und NGOs, die Gesellschaft in eine politisch korrekt ausgerichtete Richtung zu lenken, hat in den USA eine deutliche Absage erhalten. An dieser Stelle möchte ich Donald Trump zum Wahlsieg gratulieren und hoffe, trotz teils widersprechender wirtschaftlicher Interessen, auf eine internationale Partnerschaft, die die Werte der nationalen Identität und des christlichen Abendlandes stärkt.“