Rückkehr zu G9 in BW
: Fast doppelt so viel Unterschriften wie nötig für neunjähriges Gymnasium

Am Donnerstag hat eine Elterninitiative tausende Unterschriften an die Landtagspräsidentin Muhterem Aras übergeben.
Von
Zoe Fleckenstein
Stuttgart
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Corinna Fellner, Initiatorinnen der Elterninitiative G9 Jetzt!, jubelt. Das Ergebnis der Unterschriftensammlung fiel höher aus als nötig.

Marijan Murat/dpa

Am Donnerstag (26.10.2023) hat die Elterninitiative für eine flächendeckende Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium die von ihr gesammelten Unterschriften an die Landtagspräsidentin Muhterem Aras übergeben.

Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, hatte die Initiative innerhalb eines knappen Jahres fast 78.000 Unterschriften gesammelt.

Kurz die Angst, doch dann die Flut: Initiative erreicht Unterschriftenziel locker

Zwischenzeitlich bangte die Initiative, ob sie die nötige Anzahl an Unterschriften erreichen würde — doch dann kam in den vergangenen Tagen „eine wahre Flut“ sagten die Initiatorinnen laut dpa.

Nur 39.000 Unterschriften wären nötig gewesen, um die in Baden–Württemberg vorgeschriebenen 0,5 Prozent aller Wahlberechtigten zu erreichen, die nötig sind, damit der Landtag den Gesetzentwurf der Initiative im Plenum beraten muss.

„Wir haben das Quorum damit ein zweites Mal erreicht“, sagte Corinna Fellner, eine der Initiatorinnen, laut dpa.

Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium in Baden–Württemberg?

In Baden–Württemberg ist aktuell das achtjährige Gymnasium Standard. An manchen Schulen ist das G9 noch als Modellprojekt vertreten. Die Initiative für eine Rückkehr zu G9 begründet ihr Anliegen damit, dass die verkürzte Schulzeit zu starkem Leistungsdruck und wenig Freizeit führe.

Die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium benötige laut Kultusministerium 1400 neue Stellen für Lehrkräfte. Die Landesregierung zeigte sich Mitte Juni offen für eine Rückkehr und beschloss ein Bürgerforum, berichtet die dpa. Zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger sollen in diesem Forum über die Zukunft des Gymnasiums debattieren und am Ende der Politik Empfehlungen geben.