Schüsse in Albstadt
: Tödliche Rachsucht – Der Doppelmord von Albstadt

PodcastEin Pizzabäcker wird auf offener Straße erschossen, im Garten des Täters liegt die Leiche einer jungen Frau vergraben. Die neue Folge „Akte Südwest“ führt in einen Abgrund eiskalter Gewalt.
Von
Roland Müller
Albstadt
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Der Angeklagte (M), steht vor Prozessbeginn neben seinem Verteidiger Axel Kästle (l) im Gerichtssaal. Kurz vor Weihnachten 2022 soll der Mann in Ebingen seine Nichte erdrosselt und ihre Leiche im Garten vergraben haben. Wenige Tage später soll er einen Freund von ihr erschossen haben.

Der Angeklagte (M) vor Prozessbeginn im Landgericht Hechingen.

Silas Stein/dpa
  • Ein 23-jähriger Pizzabäcker wurde in Albstadt-Ebingen erschossen, Täter gestand später den Mord.
  • Der Täter, ein 53-jähriger Italiener, vergrub zudem die Leiche seiner 20-jährigen Nichte im Garten.
  • Der Prozess begann im Herbst 2023, großes Medieninteresse und Fragen nach dem Motiv.
  • Der Täter hatte auch noch drei weitere Personen auf seiner Todesliste.
  • Der Podcast „Akte Südwest“ beleuchtet die Hintergründe des Falls.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Als in Albstadt-Ebingen kurz vor Weihnachten das Unfassbare passiert, ist es helllichter Tag, die Menschen kaufen Geschenke und freuen sich auf die Feiertage. Doch mitten im Ort fallen auf einem Parkplatz plötzlich Schüsse: Ein Mann streckt einen 23-jährigen Pizzabäcker mit vier Schüssen nieder, steckt ihm einen Geldschein in den Mund, zündet sich eine Zigarette an – und geht seelenruhig davon. Es ist eine brutale Hinrichtung, auf die wenig später ein Geständnis folgt: Der Polizei sagt der Täter, dass seine 20-jährige Nichte, die seit Tagen vermisst wird, tot in seinem Garten liegt. Er hat sie erdrosselt, zerstückelt und vergraben. Das Motiv: liegt völlig im Dunkeln.

Als im Herbst 2023 vor dem Landgericht Hechingen der Prozess gegen den 53-jährigen Italiener beginnt, sind das Aufsehen und der Andrang riesig. „Wir leben ja auf dem Land“, berichtet Reporterin Vera Bender im Podcast „Akte Südwest“. Die Frage nach dem Motiv für eine derartige Explosion der Gewalt habe viele in der Region umgetrieben. Als Prozessbeobachterin habe sie sich aber beim Angeklagten vor allem immer wieder gefragt: „Wie kaltblütig kann ein Mensch sein?“

Hier gibt es Folge 46 von Akte Südwest

Die Geschichte des Doppelmords von Albstadt führt in ein komplexes Beziehungsgeflecht, in dem Habgier, Eifersucht und Rache eine Rolle spielen – und am Ende in einen gnadenlosen Rachefeldzug des 53-Jährigen münden, der noch mehr Menschen hätte treffen sollen. Denn neben seiner Nichte und dem Pizzabäcker standen noch drei weitere „Ziele“ auf seiner Todesliste. Sie alle hatten in seinen Augen den Tod verdient, weil er sich von ihnen um Geld betrogen und bestohlen fühlte – eine Behauptung, für die es allerdings keine Belege gibt.

Im Laufe des Verfahrens rückt denn auch das Verhältnis zu seiner 20-jährigen Nichte in den Fokus, das Zeugen als eng und vertraut bezeichnen – aber auch als sehr besitzergreifend. „Ganz viele Zeugen haben von Eifersucht gesprochen“, sagt Vera Bender. Beispiele dafür seien viele zur Sprache gekommen. „Wenn etwa ein junger Mann mit der Nichte geflirtet hat, ist er sofort dazwischen gegangen und hat das vehement unterbunden.“ Der Richter habe das sogar „Stalking“ genannt. „Er wollte ständig wissen, wo sie gerade ist und mit wem sie zusammen ist.“ Einen eigenen Freundeskreis habe der Mann nicht gehabt und sich stattdessen an die Clique der Nichte geklammert. Insgesamt ein Verhalten, das Fragen aufwirft – etwa, ob noch andere Motive bei der Tat eine Rolle spielten.

Der Mörder hatte Pistole und Kabelbinder schon bereitgelegt

Zu allem Überfluss lebte der Onkel auch im selben Haus wie die 20-Jährige, bezahlte ihr die Miete und hatte auch einen Schlüssel für ihre Wohnung – eine Tatsache, die sich am Morgen ihrer Ermordung noch als fatal erweisen sollte. Denn als die junge Frau von einem Disco-Abend zurückkehrt, wartet ihr Mörder schon in ihrem Wohnzimmer auf sie. „Er hatte die Pistole und Kabelbinder schon bereitgelegt“, berichtet Vera Bender im Podcast. Doch wie kann es sein, dass ein Mensch derart kaltblütig und ohne Hemmschwellen vorgeht? Was steckte hinter den Gefängnisaufenthalten in Italien, wo der Täter schon als junger Mensch viele Jahre im Gefängnis saß? Was gibt es für eine Vorgeschichte in einer Familie, die zwischen Italien und der Zollernalb wie zerrissen scheint? Und kann der Täter nach seiner Verurteilung wegen Mordes jemals wieder auf freien Fuß kommen? Auch diese Themen werden im Podcast beleuchtet.

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Akte Südwest - Wahre Verbrechen im Südwesten
Jeden zweiten Mittwoch um 15.00 Uhr
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