Tourismus in BW boomt: Unsere interaktive Karte zeigt: So beliebt ist Ihr Landkreis

Die Bodenseeregion zieht mehr Besucher an als vor der Corona-Pandemie.
Felix Kästle/dpa- Tourismus in Baden-Württemberg boomt, übertrifft Vor-Corona-Zahlen.
- 4,3 Mio. Gäste von Jan bis März 2024, 10,9 Mio. Übernachtungen.
- Höchstwert 2023: 57,5 Mio. Übernachtungen, 22,9 Mio. Gäste.
- Schweiz, Niederlande, Frankreich: Hauptquellen ausländischer Touristen.
- Tourismus-Staatssekretär Rapp optimistisch: Branche zeigt Erholung und Wachstum.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ob zum Camping, für den Wintersport oder aktuell zur Fußball-Europameisterschaft in Deutschland: Baden-Württemberg beweist sich mit Blick auf die Statistik als beliebtes Ziel für Touristen, Spätfolgen der Corona-Pandemie sind demnach großteils überwunden.
So haben in den ersten Monaten des Jahres etwa deutlich mehr Menschen in Baden-Württemberg auf Campingplätzen übernachtet als im Vorjahreszeitraum. Die relativen Übernachtungszahlen sind um 59,1 Prozent gestiegen, wie das Statistische Landesamt nach vorläufigen Ergebnissen für das erste Quartal mitteilte. Das seien etwa 120.000 Übernachtungen mehr.
Baden-Württemberg empfängt mehr Gäste als vor Corona
Doch nicht nur auf Campingplätzen zeichne sich ein positiver Trend ab: Im Südwesten beherbergten die rund 5900 geöffneten Betriebe – gezählt werden nur Herbergen mit mindestens zehn Schlafgelegenheiten oder Stellplätzen – von Januar bis März 2024 insgesamt 4,3 Millionen Gäste, so die Statistiker. Demnach liegen die Ankünfte (Begriffserklärung siehe Infobox) damit sowohl 10,3 Prozent über denen des ersten Quartals 2023 als auch 3,2 Prozent über denen des ersten Quartals 2019, also vor der Corona-Pandemie. Ebenso sei die Zahl der Übernachtungen im ersten Quartal 2024 um 10,2 Prozent gegenüber den Vorjahresergebnissen und um 6,2 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2019 auf 10,9 Millionen gestiegen.
Wanderstiefel aus, Ski an: Auch in der Wintersaison zog es mehr Touristen als bisher in "The Länd", trotz unsicherer Weltlage und Schneemangels. Von November bis April wurden vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamts zufolge 9,4 Millionen Ankünfte und 23,2 Millionen Übernachtungen in Baden-Württemberg gezählt. Das Plus im Vergleich zu den Vorjahreswerten betrug bei den Ankünften 8,2 Prozent und bei den Übernachtungen 6,4 Prozent. Die bisherigen Höchstwerte wurden vor Corona in der Wintersaison 2028/2019 verzeichnet. Der Zuwachs gegenüber dem damaligen Niveau betrage bei den Gästen plus 200.000 Menschen und bei den Übernachtungen plus 900.000 Personen.
Höchstwert bei Übernachtungen im Jahr 2023
Dass die Tourismusbranche im Südwesten die Corona-Krise weitgehend hinter sich gelassen hat, zeigt sich bereits an der Statistik für das vergangene Jahr. Die Zahl der Übernachtungen kletterte auf rund 57,5 Millionen - und erreichte damit einen Höchstwert. Gemessen am Vorjahr waren das 5,3 Millionen oder gut ein Zehntel mehr Übernachtungen. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 - jenem mit dem bisherigen Bestwert - stieg die Zahl um rund 330.000.
Die Gästezahl kletterte ebenfalls: Sie lag 2023 bei 22,9 Millionen - und damit 13,8 Prozent höher als im Vorjahr. Das Niveau der Zeit vor der Corona-Pandemie erreicht der Wert den Angaben nach aber nicht: 2019 zählten die Statistiker rund 23,3 Millionen Gästeankünfte. Betrachtet man nur die Sommersaison, die von Mai bis Oktober dauert, lagen sowohl die Ankünfte als auch die Übernachtungen über den Werten von 2019.
Hotel garni als Gewinner – kleine Ferienwohnungen nicht gezählt
Die Mehrheit der Übernachtungen (63,2 Prozent) wurde vergangenes Jahr in der Hotellerie gebucht. Ein Gewinner sind insbesondere die Hotels garnis, die sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch zu 2019 zweistellig zulegten. In dieser Art von Hotelbetrieb steht die Beherbergung im Vordergrund, als Mahlzeit wird höchstens ein Frühstück angeboten. Auch Ferienhäuser und -wohnungen sowie Campingplätze lagen deutlich über dem Vor-Corona-Niveau. Andere Betriebe wie Hotels, Gasthöfe und Pensionen hatten aber noch zu kämpfen: Bei den Übernachtungen verfehlten sie die Zahlen aus dem Jahr 2019 weiterhin teils sehr deutlich. Da allerdings nur Unterkünfte mit mindestens zehn Betten gezählt wurden, fallen viele Ferienwohnungen aus dem Raster. Die Angaben seien wenig aussagekräftig, kritisieren etwa auch Touristiker auf der Alb.
Die stärksten Monate der Tourismuskonjunktur waren 2023 demnach die Sommermonate Juli und August mit zusammengenommen 12,9 Millionen Übernachtungen. Die höchsten Zuwächse verzeichneten hingegen die Monate Mai und September. Im regionalen Vergleich gelang es 19 der 44 Stadt- und Landkreise, die Übernachtungszahlen gegenüber 2019 zu steigern – etwa dem Bodenseekreis oder dem Stadtkreis Ulm.
Meiste Besucher aus Schweiz, Niederlande und Frankreich
Baden-Württemberg profitiert hauptsächlich von Touristen aus Deutschland. Insgesamt kamen 2023 den Angaben nach rund 17,8 Millionen der Gäste aus dem Inland (plus 12,2 Prozent). Hinzu kamen fast 5,2 Millionen ausländische Besucher. Im Vergleich zu 2022 sind das 19,4 Prozent mehr. Letztere Zahlen liegen aber noch unter dem Vor-Corona-Niveau. Bei der Herkunft ausländischer Touristen lag die Schweiz mit 1,4 Millionen Gästen und über 2,7 Millionen Übernachtungen erneut auf dem Spitzenplatz. Dahinter folgten die Niederlande und Frankreich.
Tourismus-Staatssekretär: Branche hat zu neuer Stärke gefunden
Angesichts der Tourismus-Zahlen gab sich Staatssekretär Rapp zuversichtlich: Man blicke mit einem lachenden Auge in die Zukunft, da die Tourismusbranche trotz anhaltender Krisen zu neuer Stärke gefunden habe, sagte er. Viele Zahlen überträfen bereits die Werte aus dem bisherigen Rekordjahr 2019. „Bei den anderen sind wir auf dem Weg dazu“, sagte Rapp. Destinationen erweiterten ihre Angebote so, dass sie für jedes Wetter passen.
In städtischen Regionen gebe es aber noch größeren Nachholbedarf als am Bodensee oder auf der Schwäbischen Alb. Spürbar sei, dass es immer noch weniger Geschäftsreisen gebe, unter anderem durch Corona und die aktuelle wirtschaftliche Delle. Auch viele Kongresse und Tagungen fänden weiter online statt, was sich auf die Buchungen auswirke. So legten die Region Stuttgart und das nördliche Baden-Württemberg gemessen am Vorjahr zwar zu, wiesen im Regionalvergleich aber das größte Minus gegenüber 2019 auf. (mit Material der dpa)
Ankünfte, Gäste, Übernachtungen – das bedeuten die Begriffe
Der Begriff Ankünfte beschreibt laut den Statistikern "die Zahl der Anmeldungen von Gästen in einem Beherbergungsbetrieb, die zum vorübergehenden Aufenthalt eine Schlafgelegenheit belegten". Damit entspricht die Zahl der Ankünfte der Anzahl der Gäste. Ein Gast kann jedoch während seines Aufenthalts mehrere Übernachtungen gebucht haben.

