Torture Ship
: Lack, Leder und nackte Haut –„Erotikschiff“ tuckert über den Bodensee

Hunderte Fetisch-Fans zieht es wieder auf das ausverkaufte Partyschiff auf dem Bodensee. „Was an Bord passiert, bleibt an Bord“, sagt der Kapitän.
Von
dpa
Friedrichshafen
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Dieses Paar ist extra aus Hamburg angereist.

Aleksandra Bakmaz/dpa
  • Fetisch-Event „Torture Ship“ auf dem Bodensee vereint 450 Fans von Lack und Leder.
  • Gäste in ausgefallenen Outfits präsentierten sich, Darkroom ist seit Jahren verboten.
  • Peitschen, Spielzeug und DJs sorgten für Unterhaltung; Tickets kosten 75 Euro.
  • Ältester Teilnehmer war 94 Jahre alt; Event gibt es seit 1997.
  • „Was an Bord passiert, bleibt an Bord“, sagt der Kapitän.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Name lässt es schon erahnen: Wen es auf das Torture Ship am Bodensee zieht, der rechnet auch mit ein paar Torturen der besonderen Art. An Bord des Latex- und Leder-Dampfers trifft sich einmal im Jahr die Fetisch-Szene. Erlaubt war auch dieses Mal alles, was gefällt.

Ob als Leder-Drache, im schwarzen Pfarrgewand mit Kreuz oder angekettet in Ganzkörper-Lackmontur als devoter Hund: Vor den Augen Hunderter Schaulustiger sind am Samstagabend Lack- und Lederfans zu der etwas anderen Bootstour über den Bodensee aufgebrochen. „Wir machen Party und haben auch anderen Spaß“, sagte ein Gast aus Stuttgart beim Boarding. 

Peitschenhiebe vor Publikum

Mit ausgefallenen und einigen mehr als offenherzigen Kostümen ging es auf das Torture Ship – und das bei Temperaturen von mehr als 30 Grad. „Es ist warm und schwitzig, aber das gehört dazu“, sagte ein Teilnehmer aus München, der von Kopf bis Fuß in Latex gehüllt war.

Die Gäste präsentieren anderen aus der Szene ihre Outfits – auch das zieht viele auf das Torture Ship.

Aleksandra Bakmaz/dpa

Das Schaulaufen ging auch an Bord der MS Baden weiter. Auf drei Decks konnten sich die Gäste zeigen und auch austoben – Peitschenhiebe vor Publikum inklusive. Wer sein Werkzeug dafür zu Hause gelassen hat, konnte sich an Bord an einem der Shopping-Stände schnell Nachschub besorgen. Anderes Fetisch-Spielzeug zum Anketten wartete auf den beiden kleinen Tanzflächen, die von DJs bespielt wurden.

Sex steht an Bord nicht im Vordergrund, wie Gäste und Veranstalter betonten. Doch an der ein oder anderen Stelle kommt es schon vor Sonnenuntergang zu sexuellen Handlungen. Für Aufsehen sorgt das nicht, die Fetisch-Familie ist schließlich unter sich.

Fetisch-Peitschen gibt es auch an Bord zu kaufen.

Aleksandra Bakmaz/dpa

„Was an Bord passiert, bleibt an Bord“, sagte der erfahrene Kapitän. Er bringt auch andere Ausflugs- und Party-Schiffe der sogenannten Weißen Flotte über den Bodensee. Einen Darkroom hatten die Schiffsbetriebe schon vor Jahren untersagt.

Ältester Passagier an Bord ist 94 

Nach Angaben des Veranstalters war das Event ausverkauft, etwa 450 Menschen fuhren auf dem Dampfer mit. 75 Euro kostete ein Ticket. Der älteste Passagier an Bord war 94 Jahre alt und ist eigenen Angaben zufolge schon seit Jahren dabei.

Das „Erotikschiff“ gibt es schon seit 1997. „Das Thema Fetisch ist unendlich und an kein bestimmtes Alter gekoppelt oder an ein bestimmtes Bildungsniveau“, sagt Veranstalter Thomas Siegmund. Die Leute würden es lieben, sich in Outfits zu präsentieren. „Einem Außenstehenden, der mit dem Fetisch-Thema nichts zu tun hat, kommt es wie ein Maskenball vor.“