Tomatenschutz in BW: Forscher testen Raubmilben als Maßnahme gegen Rostmilben

Beim Landwirtschaftlichen Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg wird eine Tomate gezeigt, auf dem sich Tomatenrostmilben befinden.
Uli Deck/dpa- Forschende testen in Karlsruhe zwei heimische Raubmilben gegen Tomaten-Rostmilben.
- Ziel ist ein Einsatz in Gewächshäusern, wo sich die Schädlinge rasant ausbreiten.
- Die Arten kommen in Deutschland vor und vertragen trockenere Luft – Anwendung wird geprüft.
- Effektive Maßnahmen fehlen besonders im Bioanbau, Nützlingsfirmen führen sie noch nicht.
- In Baden-Württemberg wuchsen Tomaten unter Schutzabdeckungen auf 67 Hektar, Ernte gut 11.000 Tonnen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Um die beliebten Tomaten vor gefräßigen Schädlingen zu schützen, haben Forschende unter anderem in Karlsruhe nach neuen Möglichkeiten gesucht. Dabei ging es um den Kampf gegen Tomaten-Rostmilben, die ganze Tomatenbestände befallen und sich etwa in Gewächshäusern rasant ausbreiten können.
Neben der Tomaten-Miniermotte gelten sie als bedeutendster tierischer Schaderreger bei Tomaten. Gerade im Bioanbau seien sie ein Problem, weil effektive Schutzmaßnahmen bislang fehlten, erklärte Lukas Bächlin vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg in Karlsruhe.
Die Forschenden dort nahmen zwei Raubmilben-Arten ins Visier, die bis dahin bei der Suche nach Gegenmaßnahmen kaum berücksichtigt wurden. Sie kommen laut Bächlin natürlicherweise in Deutschland vor und auch mit trockenerer Luft zurecht. „Jetzt muss man gucken, ob sich das in größerem Stil anwenden lässt“, sagte er. Es gebe Firmen, die Nützlinge vertreiben – darunter fielen aber die nun untersuchten Raubmilben noch nicht.

Beim Landwirtschaftlichen Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg wird ein Tomatenblatt gezeigt, auf dem sich Tomatenrostmilben befinden.
Uli Deck/dpaTonnenweise Tomaten im Südwesten
In Baden-Württemberg wurden im vergangenen Jahr laut dem Statistischen Landesamt auf 67 Hektar Tomaten unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen angebaut. Die Erntemenge habe gut 11.000 Tonnen betragen. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 wurden auf 73 Hektar den Angaben nach rund 9600 Tonnen Tomaten geerntet.
Zudem wurden damals laut der Behörde fast 152.000 Tonnen importiert. 2025 seien es nach vorläufigen Zahlen mehr als 97.000 Tonnen gewesen. Hauptherkunftsländer waren den Daten zufolge Spanien, die Niederlande und Belgien. Die Statistik erfasst dabei auf Bundesländerebene im Import die Zielregion, in der die eingehenden Waren voraussichtlich verbleiben sollen. Zum Pro-Kopf-Verbrauch lägen keine Informationen vor, teilte ein Sprecher mit.