Swatting-Einsatz in Hohenlohe
: Anrufer behauptet, einen Menschen erschossen zu haben – Polizei im Großeinsatz

Am Donnerstag hat ein Mann in Pfedelbach die Polizei alarmiert und gemeldet, dass er jemanden erschossen habe. Die Beamten nahmen den Verdächtigen fest – fanden aber keine Leiche oder Verletzten.
Von
Christian Wille
Pfedelbach
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Polizei Baden-Württemberg: ILLUSTRATION - 20.11.2025, Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein Polizist und eine Polizistin der Polizei Baden-Württemberg fahren in einem Einsatzfahrzeug eine Straße entlang. (gestellte Szene) (zu dpa: «Größerer Polizeieinsatz in Gebäude in Pfedelbach») Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Baden-Württemebrg kam es am Donnerstagnachmittag zu einem Großeinsatz der Polizei - ausgelöst durch eine Falschmeldung über einen angeblich erschossenen Menschen. (Symbolbil)

Marijan Murat/dpa
  • Donnerstag: Falschmeldung löst Großeinsatz in Pfedelbach (Hohenlohe-Kreis) aus.
  • 16:45 Uhr: Anrufer meldet, er habe einen Menschen erschossen.
  • Polizei sperrt Gebiet, 17:45 Uhr wird mutmaßlicher Anrufer festgenommen.
  • Keine Tote oder Verletzte gefunden; Verdacht auf „Swatting“-Anruf.
  • Missbrauch von Notrufen: Geldstrafe oder bis zu 1 Jahr Haft, mögliche Einsatzkosten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Große Aufregung endet mit Fehlalarm: Am späten Donnerstagnachmittag (29.1.2026) löste ein bislang unbekannter Anrufer einen größeren Polizeieinsatz in Pfedelbach (Hohenlohekreis) aus. Gegen 16:45 Uhr meldete sich eine männliche Stimme telefonisch beim Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Heilbronn. Der Anrufer nannte einen Namen und seine angebliche Adresse in Pfedelbach – und teilte mit, einen Menschen erschossen zu haben.

Die Polizei rückte sofort mit zahlreichen Streifen aus und sicherte das Gebiet weiträumig ab. Gegen 17:45 Uhr konnte der mutmaßliche Anrufer schließlich widerstandslos festgenommen werden. Die Einsatzkräfte konnten jedoch keine tote oder verletzte Person in der Wohnung des angeblichen Anrufers oder der näheren Umgebung finden. Im Laufe der weiteren Ermittlungen stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Telefonnummer des Festgenommenen wahrscheinlich von einem Unbekannten benutzt worden war, um den Verdacht bewusst auf den Anschlussinhaber zu lenken. Der Mann wurde unverzüglich wieder freigelassen.

Polizei geht von „Swatting-Anruf“ aus

Die Ermittlungen zur Identität des unbekannten Anrufers dauern an. Nach bisherigem Kenntnisstand gehen die Ermittler aber davon aus, dass es sich bei dem Anruf um einen sogenannten „Swatting-Fall“ handelte, dem die Polizei und der wohl unbeteiligte Mann zum Opfer gefallen sind.

Was ist das? „Swatting“ bezeichnet eine vorsätzliche Falschmeldung bei Polizei oder Rettungsdiensten, mit dem Ziel, einen bewaffneten Großeinsatz (zum Beispiel durch Spezialeinheiten) an einer bestimmten Adresse auszulösen. Täter geben dabei erfundene schwere Straftaten oder akute Gefahrenlagen vor.

Swatting-Anrufern droht ein Jahr Gefängnis

Der Missbrauch von Notrufen stellt gemäß Strafgesetzbuch eine Straftat dar und wird mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet. Hinzu können die Kosten des unnötigen Einsatzes der Rettungs- und Einsatzkräfte kommen. Der Schadensersatz kann sich dabei schnell auf mehrere tausend Euro belaufen.