
Stuttgarter im Iran in Haft: Özdemir schreibt Brief an den Außenminister Wadephul – wegen Serkan Eren

Cem Özdemir (links) und der im Iran inhaftierten Serkan Eren. Nun wandte sich der Ministerpräsident von Baden-Württemberg an den deutschen Außenminister.
Marijan Murat/dpa / IMAGO/Photopress Müller- Cem Özdemir fordert in einem Brief an Johann Wadephul die Freilassung von Serkan Eren.
- Eren, Gründer von STELP aus Stuttgart, wurde im Iran zu zehn Jahren Haft verurteilt.
- Laut Brief wurde er 2025 bei einem Hilfseinsatz festgenommen und zuvor mit dem Verdienstkreuz geehrt.
- Das Auswärtige Amt sah sich wegen Erens türkischem Pass kaum zuständig, Özdemir drängt dennoch.
- Ein Iranexperte vermutet Geiseldiplomatie – der Iran könnte Eren in Verhandlungen einsetzen.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) hat Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) einen Brief geschrieben, in dem er ihn bittet, sich für die Freilassung des im Iran inhaftierten Stuttgarters Serkan Eren stark zu machen. Er ist laut der von ihm gegründeten Hilfsorganisation STELP im September zu einer zehnjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden – angeblich wegen Kontakten zu einem dem Iran gegenüber feindlich gesinntem Land.
In dem Brief, der unserer Redaktion vorliegt und handgeschriebene Elemente enthält, berichtet Özdemir: „Mit großer Bestürzung habe ich von der zehnjährigen Haftstrafe gegen den Stuttgarter Serkan Eren in Iran erfahren.“ Özdemir, der Eren gut kennt, beschreibt dessen Situation und Verdienste: Wie Serkan Eren 2025 während eines Hilfseinsatzes im Iran festgenommen wurde. Wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ihm das Bundesverdienstkreuz zur Würdigung seines langjährigen Engagements verliehen hatte.
Özdemir bittet Wadephul, „Serkan Eren beizustehen“
Das Auswärtige Amt fühlte sich bislang dennoch kaum für den Stuttgarter verantwortlich, denn Serkan Eren besitzt, obwohl in Deutschland geboren und aufgewachsen, nur den türkischen Pass. Für Özdemir kein Grund, sich nicht einzumischen. „Wenngleich Deutschland wegen der türkischen Staatsangehörigkeit von Serkan Eren nur begrenzt Einfluss nehmen kann, bitte ich Sie hiermit dringend, alle denkbaren Mittel und Wege auszuschöpfen, um auf die iranischen Behörden einzuwirken, die diplomatischen Bemühungen der Türkei zu unterstützen, sowie Serkan Eren beizustehen und auf seine sofortige Freilassung hinzuwirken“, schreibt Özdemir.
Laut Staatsministerium hat Özdemir den Brief bereits am 12. Oktober ans Außenministerium versandt. Ob er bereits beantwortet wurde, ist unklar. Darüber hinaus sei die Thematik „auch auf kurzem Wege auf politischer Ebene eingebracht worden, um auf die besondere Situation aufmerksam zu machen und das Anliegen zusätzlich zu unterstreichen“. Es gab also offenbar noch Bemühungen über den Brief hinaus.
Experte hält Geiseldiplomatie für wahrscheinlich
Die Anteilnahme in Stuttgart und darüber hinaus mit Serkan Eren ist groß. Der ehemalige Nationaltorhüter und VfB-Profi Timo Hildebrand hatte Worte der Bestürzung geäußert, nachdem das Strafmaß bekannt wurde. Auch Cem Özdemir und Landtagspräsident Thomas Strobl (CDU) erklärten gemeinsam: „Die Verurteilung zu zehn Jahren Haft ist eine schreckliche Nachricht für seine Frau, seine vielen Freundinnen und Freunde und uns alle in Baden-Württemberg.“ Der Freiburger Iranexperte Tim Epkenhans vermutet Geiseldiplomatie als die wahre Motivation des Regimes hinter dem Urteil – der Iran könnte Eren bei Verhandlungen einsetzen wollen, sagte er gegenüber unserer Redaktion.


Serkan Eren ist Stuttgarter und Bundesverdienstkreuzträger. Offenbar ist das nicht genug – Regierung und Auswärtiges Amt scheinen nichts für ihn zu tun. Das ist ein Fehler, kommentiert unser Korrespondent.