Stuttgart
: Darum will Cem Özdemir in Badehose keine Selfies machen

Cem Özdemir erlebt als Ministerpräsident einen neuen Grad an Öffentlichkeit. Manches nimmt er mit Humor – manches hat Grenzen.
Von
red/dpa
Stuttgart

Manchmal macht er auch selbst gern ein Selfie - hier bei seiner Wahl zum Ministerpräsidenten.

Marijan Murat/dpa
  • Cem Özdemir erlebt als Ministerpräsident deutlich mehr öffentliche Aufmerksamkeit.
  • Im Thermalbad in Bad Urach wollten Jugendliche Selfies im Wasser machen – das lehnt er ab.
  • Auch in der Sauna wird er angesprochen, inkognito unterwegs sein ist kaum noch möglich.
  • Heimliche Fotos mag er nicht, bei direkter Ansprache ist er für Gespräch, Autogramm und Foto offen.
  • Er akzeptiert die ständige Öffentlichkeit als Teil seines Jobs und genießt spontane Begegnungen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein kurzer Einkauf in der Innenstadt, ein Besuch im Thermalbad oder gar ein Saunagang: Für Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Cem Özdemir (Grüne) gibt es seit dem Amtsantritt kaum noch Orte, an denen er unerkannt bleibt. Besonders skurril seien Begegnungen gewesen, bei denen er kurz nach seiner Vereidigung mit seiner Familie im Thermalbad in seiner Heimat Bad Urach entspannen wollte. Jugendliche hätten sogar im Wasser ein gemeinsames Foto machen wollen mit ihm. „Jugendliche haben wirklich das Handy geholt und wollten im Wasser mit mir Selfies machen, in der Badehose. „Also, ich mache wirklich vieles möglich, aber das bitte nicht.“

„Next Level“ der Bekanntheit

Auch die Sauna sei längst kein Rückzugsort mehr. „Selbst in der Sauna wurde ich angesprochen. Das war schon echt lustig. Da habe ich realisiert: Die Zeiten, in denen ich da einfach so inkognito hingehen kann, die sind jetzt einfach vorbei.“

Sein Alltag seit dem Wechsel an die Spitze des Landes habe sich in der Beziehung nochmal spürbar verändert. Dabei blickt Özdemir auf eine jahrzehntelange politische Karriere zurück und zählt seit langem zu den prominentesten Politikern Deutschlands. „Ich war ja auch als Bundesminister durchaus sichtbar, aber das Amt des Ministerpräsidenten ist next level. Das ist nochmal was ganz anderes in der Wahrnehmung.“

Er mag es nicht, heimlich fotografiert zu werden

Dass kaum noch ein Ort privat für ihn ist, das stört ihn aber nicht. Dass die Öffentlichkeit ihn nun praktisch überall begleite, gehöre eben zum Leben als Ministerpräsident. „Das gehört zu meinem Job. Ab dem Zeitpunkt, an dem ich die Wohnung verlasse, weiß ich, dass ich in den Augen der Leute auch öffentlich im Dienst bin“, erzählt er. „Das ist die Jobbedingung. Darum beschwere ich mich darüber auch nicht.“

Özdemir ist bald 100 Tage im Amt.

Jennifer Kramer/dpa

Im Gegenteil, Özdemir genießt nach eigenen Worten den Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Die schönsten Momente in der neuen Rolle? „Am schönsten ist eigentlich, wenn ich durch die Stadt laufe, einkaufen gehe und spontan angesprochen werde.“ Weniger mag der vor kurzem erst gewählte Regierungschef, wenn er heimlich fotografiert wird. Wenn man ihn stattdessen anspreche, stehe er immer zur Verfügung für ein kurzes Gespräch, ein Autogramm, auch ein Foto – solange die Selfie-Wünsche nicht gerade bis ins Thermalbecken oder in die Sauna reichen.