Eröffnung Stuttgart 21
: Wird der Kopfbahnhof doch nicht abgebaut? Bahn will am Dienstag offene Fragen beantworten

Eigentlich hätten ab Dezember 2025 die ersten Züge durch den umgebauten Hauptbahnhof rollen sollen. Doch laut eines Berichts wird die Eröffnung verschoben. Auch andere Fragen sind noch offen. Offiziell informieren will der Konzern über das weitere Vorgehen am Dienstag.
Von
Larissa Renz
Stuttgart
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Baustelle Bahnprojekt Stuttgart 21: ARCHIV - 19.03.2024, Baden-Württemberg, Stuttgart: Die Baustelle des milliardenschweren Bahnprojekts Stuttgart 21 bei der der Stuttgarter Hauptbahnhof unter die Erde verlegt werden soll. (zu dpa: «Verfahren um Mehrkosten geht weiter: Hintergründe zu Stuttgart 21») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Baustelle und Umleitungen prägen seit vielen Jahren den Stuttgarter Hauptbahnhof - ein Ende ist nach wie vor nicht in Sicht. Erneut verschiebt sich die Inbetriebnahme.

Bernd Weißbrod/dpa

Seit einem Jahrzehnt wird gegraben und gebaut rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof und dem Arnulf-Klett-Platz. Wer sich schon auf die Einweihung des neuen Bahnhofs im Dezember 2025 freute, muss sich nun um noch ein Jahr gedulden. Frühestens im Dezember 2026 kann das umstrittene Bahnprojekt an den Start gehen, wie der Spiegel berichtet. Am Dienstag, 11. Juni, soll die offizielle Erklärung des Lenkungskreises der Deutschen Bahn folgen. Auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE wurden die Informationen aus Bahnkreisen bestätigt.

Schon die bereits angekündigte Inbetriebnahme im Dezember 2025 wäre eine sukzessive gewesen. Der Staatskonzern hatte im März mögliche Szenarien vorgestellt. Damals war noch die Rede von einem provisorischen Stellwerk gewesen, bis die Züge stufenweise komplett nur noch die neuen Bahnsteige anfahren würden. Ein hoher dreistelliger Millionenbetrag wäre für das Stellwerk fällig geworden. Der alte Kopfbahnhof wäre dann noch eine Weile in Betrieb gewesen.

Da sich bereits eine stufenweise Inbetriebnahme erheblich auf den Fahrplan auswirkt, muss spätestens 18 Monate vorher Klarheit herrschen: Im Juni 2024 fällt die Entscheidung für die logistischen Möglichkeiten im Dezember 2025.

Das Bauprojekt verzögert sich – und kostet

Planungs- und Lieferschwierigkeiten, so der Spiegel, sind die Gründe für die weitere Verzögerung. Eine Verzögerung, die viele Fragen aufwirft und die Baukosten in die Höhe treiben könnte. Drei Milliarden Euro und ein neuer Bahnhof bis 2019, so wurde das Projekt beworben. Inzwischen und durch die neuerlichen Komplikationen dürfte das Projekt eher 12 Milliarden Euro oder mehr kosten. 500 Millionen Euro ist der Puffer dick, den die Bahn sich vorbehält.

Wie der Umbau zukünftig subventioniert wird, zeigt sich zudem erst, wenn die Bundesregierung ihre Finanzplanungen abgeschlossen hat. Die Bahn habe bereits aufgrund knapper Kasse die dritte Ausbaustufe der Digitalisierung gestoppt.

Die milliardenschweren Mehrkosten von derzeit mindestens 6,5 Milliarden Euro muss die Bahn einem Gerichtsurteil zufolge alleine tragen. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hatte Anfang Mai die Klagen mehrerer Gesellschaften der Bahn gegen das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart, den Verband Region Stuttgart und den Flughafen Stuttgart abgewiesen. Die DB wollte eine Beteiligung der Partner vor Gericht erzwingen.

Auch bietet die Verzögerung Gegnern des Projekts Zeit, Einsprüche geltend zu machen. Eine Befürchtung, die auch die Bahn umtreibt. Sollte die Abnabelung der Gäubahn vom Kopfbahnhof doch noch untersagt werden, wäre das Projekt insgesamt gescheitert. Die finale Entscheidung hat hier das Eisenbahn-Bundesamt.

Mit S21 ist der Bahnknoten Stuttgart einer grundsätzlichen Erneuerung unterworfen. Es entstehen in diesem Projekt neue Bahnhöfe, Tunnelröhren, Schienenwege und Brücken. 2022 wurde die Schnellfahrstrecke Ulm - Wendlingen (Neckar) eröffnet, auch sie gehört zum Streckennetz von S21.

Mit Informationen von dpa.