Stuttgart 21 erneut verschoben
: „Was soll ich da?“ Comedian Fabi Rommel lästert über Ulm

13 Minuten schneller von Stuttgart nach Ulm? Für Fabi Rommel ist das kein überzeugendes Argument für Stuttgart 21. Bei einem Auftritt in Stuttgart mokiert sich der Comedian über das Projekt – und Ulm.
Von
Judith Conrady
Ulm
Fabi Rommel Tourplakat

Ist von den Vorzügen Ulms noch nicht so ganz überzeugt: Comedian Fabi Rommel.

(c) Fabi Rommel
  • Eröffnung von Stuttgart 21 wurde erneut verschoben – Comedian Fabi Rommel baut dies spontan in seinen Auftritt ein.
  • Rommel verspottet das Projekt und zweifelt am Nutzen – 13 Minuten Zeitersparnis nach Ulm überzeugt ihn nicht.
  • Der Comedian bereut seine frühere Zustimmung zur Volksabstimmung über Stuttgart 21.
  • Kritik an der Bahn: Rommel sieht keinen Vorteil, da Verspätungen die Zeitersparnis aufheben könnten.
  • Ulm wird von Rommel humorvoll hinterfragt: „Was soll ich da?“ – sein Auftritt geht viral.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es gehört zum Job des Comedians, dass schlechte Nachrichten manchmal ein Geschenk sind. Wenige Stunden vor dem Auftritt von Fabi Rommel in der Stuttgarter Liederhalle am Mittwochabend wurde bekannt, dass die Eröffnung von Stuttgart 21 erneut verschoben wird. Spontan baute der gebürtige Baden-Württemberger, der inzwischen in Berlin lebt, den neuesten Akt im S-21-Drama in seinen Auftritt ein. Inzwischen hat der Ausschnitt aus dem Auftritt über die Sozialen Medien Millionen von Zuschauern erreicht – und Ulm kommt dabei nur bedingt gut weg.

Zunächst machte Rommel aber ein Geständnis: Er habe damals, „frisch 18“ und von einer Party verkatert, bei der Volksabstimmung für das Projekt gestimmt. „Da hieß es, du musst jetzt für einen Bahnhof abstimmen. Fuck. Ja. Bahnhof klingt wichtig. Bahnhöfe sind immer gut“, beichtet der Comedian, der in Holzbronn bei Calw aufgewachsen ist. Dass diese Entscheidung sein Leben zerstören und eine ganze Generation traumatisieren würde, habe er nicht geahnt.

„Wie oft muss ich nach Ulm fahren, um das wieder reinzuholen?“

14 Jahre später fühlt sich Rommel vor allem dann von der Entscheidung eingeholt, wenn er mal wieder durch den „Umwegtunnel“ am Stuttgarter Hauptbahnhof laufen muss – und an den Schildern vorbeikommt, die die Vorteile des Bauprojekts hervorheben sollen. „Da machen die ja so Werbung. Die verspottet mich einfach nur“, ächzt Rommel – und hier kommt Ulm ins Spiel.

„Dann steht da: Wenn der Bahnhof fertig ist, sparst du dir von Stuttgart nach Ulm 13 Minuten. Ich les das, während ich gerade 15 Minuten durch diesen Tunnel verliere.“ Er habe bereits „zwei Lebensjahre“ in dem Tunnel verbracht, sagt Rommel, und überhaupt: „Wie oft muss ich nach Ulm fahren, um das wieder reinzuholen? Ich fahr nie nach Ulm. Was soll ich da?“

Gute Gründe, nach Ulm zu fahren, gibt es aus Sicht der SÜDWEST PRESSE natürlich eine Menge. Laut Rommel kommt, wenn Stuttgart 21 irgendwann tatsächlich fertig wird, ein weiterer dazu: „Ich wette, wenn Stuttgart 21 fertig ist, hängen alle Stuttgarter nur noch in Ulm ab. Irgendwie müssen wir’s ja reinholen. Bissle nutzen.“

Klingt nach einem Plan, wäre da nicht ... die Bahn. „13 Minuten ist auch so ein schlechter Benefit“, findet Rommel. „Weil bei der Deutschen Bahn, die kommen ja eh im Schnitt 70 Minuten zu spät. Dann kommst du nur noch 57 Minuten zu spät. Dann verlierst du sogar diese 20 Euro Entschädigungsgebühr.“