Tödlicher Parkplatz-Streit: 18-Jähriger muss nach Überfahren eines 12-Jährigen in U-Haft

Kerzen und Blumen liegen am Tatort direkt neben den Markierungen der Spurensicherung.
Marijan Murat/dpa- 12-Jähriger stirbt nach Streit auf Parkplatz in Niedernhall, Hohenlohekreis.
- 18-Jähriger soll ihn mit Auto verfolgt, angefahren und tödlich verletzt haben.
- Opfer und Freund versuchten mit Fahrrad und Tretroller zu fliehen.
- Täter vor Ort festgenommen, Haftrichter soll über Haft entscheiden.
- Hintergrund des Streits und Beziehung der Beteiligten noch unklar.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach dem tödlichen Streit mit einem 12 Jahre alten Jungen in Niedernhall (Hohenlohekreis) ist Haftbefehl gegen einen 18-Jährigen erlassen worden. Ihm wird Totschlag vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.
Der junge Mann soll einen zwölf Jahre alten Jungen mit dem Auto verfolgt, absichtlich angefahren und tödlich verletzt haben. Das Kind starb noch an Ort und Stelle. Der Heranwachsende sei nach der Tat am Donnerstagabend, 11.09.2025, festgenommen worden, teilte die Polizei mit.
Ob es sich bei der Tat auch um Mord handeln könnte, sei noch Teil der Ermittlungen, sagte eine Sprecherin der Behörde.
Mit dem Auto die Kinder auf Fahrrad und Tretroller verfolgt
Eine halbe Stunde vor Geschäftsschluss sei der 18-Jährige, als sein zwei Jahre jüngerer Freund dabei war, mit dem Zwölfjährigen und seinem ein Jahr älteren Freund in Streit geraten. Worum es dabei ging? Was den 18-Jährigen so in Rage gebracht haben kann? Dazu macht die Staatsanwaltschaft noch keine Angaben.
Was aber für die Ermittler als sicher gilt: Als sich die beiden Kinder auf einem Fahrrad und einem Tretroller entfernen, setzen sich die beiden Älteren in den Audi des 18-Jährigen und der Heranwachsende gibt Gas. Den Ermittlungen zufolge war er im Besitz eines Führerscheins.
Zwölfjähriger noch auf dem Parkplatz gestorben
Der Zwölfjährige sei auf seinem Fahrrad angefahren worden, teilte die Polizei mit. „Das Kind stürzte daraufhin und wurde so schwer verletzt, dass es unmittelbar auf dem Parkplatz verstarb“, heißt es weiter. Der 13-jährige Freund des Opfers blieb unverletzt.
Hoffnungen machen sich die Ermittler auf die Aussagen von Zeugen, die noch vernommen werden. Denn der Supermarkt wäre am Abend planmäßig erst eine halbe Stunde später geschlossen worden, der Streit könnte von anderen gehört worden sein. Ein Sachverständiger prüfte den Tatort bereits am Donnerstagabend und soll ein Gutachten zum genauen Hergang der Tat erstellen.
Unklar ist bisher, ob sich der mutmaßliche Täter und das Opfer kannten. Die Filialleitung des Supermarktes in Niederhall äußerte sich noch nicht zur Frage, ob sich zum Zeitpunkt des Vorfalls Kunden auf dem Parkplatz am Gebäude befanden.
Bei Heranwachsenden müssen Richter entscheiden
Mit 18 Jahren zählt ein Angeklagter in Deutschland rechtlich noch zu den sogenannten Heranwachsenden. Bei ihnen entscheidet das Gericht, ob Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht gilt. Maßgeblich ist, ob der Täter in seiner Entwicklung noch einem Jugendlichen gleicht oder ob die Tat typisch jugendlich war.
Unter Jugendstrafrecht kann Totschlag mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden, in besonders schweren Fällen auch mit bis zu 15 Jahren. Wird Erwachsenenstrafrecht angewendet, drohen für Totschlag nach dem Gesetz mindestens fünf und höchstens 15 Jahre Freiheitsstrafe.
Tatort liegt in Kommune mit rund 4000 Einwohnern
Niedernhall liegt im Hohenlohekreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs. Die Kommune gehört zur Region Heilbronn-Franken und hat etwas mehr als 4000 Einwohner.

