Stau auf A8
: Fahrer unter Lkw eingeklemmt und tödlich verletzt

Nach Lkw-Unfällen auf der A8 bei Zusmarshausen und B312 bei Biberach kommt es bis in den Dienstagvormittag in der Region zu Stau. Weiterhin gilt besondere Vorsicht wegen Schnee und Glätte.
Von
Isabelle Jahn
Ulm
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Nach Unfällen kam es zwischen Montag und Dienstag in der Region zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. (Symbolbild)

Stefan Puchner

Bei Schnee und Glatteis haben sich zwischen Montag und Dienstag in der Region einige Unfälle ereignet und den Verkehr stark beeinträchtigt. Ein Unglück hatte tödliche Folgen: Ein 58-Jähriger ist auf der Autobahn 8 im Landkreis Augsburg unter seinem Lastwagen eingeklemmt worden und gestorben. Der Sattelzug war in der Nacht zum Dienstag gegen 2 Uhr aus bislang unklaren Gründen bei Zusmarshausen ins Schlingern geraten, wie die Polizei mitteilte. Daraufhin prallte der Lastwagen gegen eine Betonleitwand und kippte um. Ersten Erkenntnissen zufolge wurde der 58-Jährige dabei aus dem Fahrzeug geschleudert. Bei seiner Bergung war er bereits tot.

Stau auf A8 nach tödlichem Unfall

Die A8 war am Dienstagmorgen noch in Fahrtrichtung München gesperrt, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte. Im Lauf des Vormittags wurden wieder Spuren freigegeben, doch der Stau löste sich nur langsam auf. Zudem erschwerte Schneeglätte die Fahrt. Zwischen Burgau und Zusmarshausen mussten Autofahrer noch mit Verzögerungen von bis zu einer Stunde rechnen.

Unfall auf A8 bei Stuttgart

Auch in der Gegenrichtung stockte der Verkehr am Dienstag bis in die Mittagsstunden nach einem Unfall auf der A8 zwischen Stuttgart-Möhringen und dem Autobahnkreuz Stuttgart.

Lkw-Unfall auf B312 bei Biberach

Ein Lkw-Unfall bei Schneeglätte am Montag auf der B312 bei Biberach zog ebenfalls bis in den Dienstagmorgen Verkehrsbehinderungen nach sich. Der 24-jährige Fahrer des Mercedes-Lastwagens war kurz nach 19.30 Uhr von Ochsenhausen in Richtung Biberach unterwegs, berichtet die Polizei. Kurz vor Ringschnait kam er in einer scharfen Rechtskurve auf der schneeglatten Fahrbahn nach links von der Straße ab. Der Sattelzug, beladen mit rund 25 Tonnen Lebensmittel, durchbrach die Schutzplanken. Das Gespann kippte auf die linke Seite und kam dort in einem Graben zum Liegen.

Der Fahrer hatte noch Glück: Er verletzte sich nur leicht und konnte sich selbst aus seinem Gefährt befreien. Rettungskräfte brachten ihn vorsorglich in ein Krankenhaus. Zum Glück herrschte zum Unfallzeitpunkt kein Gegenverkehr, sodass keine weiteren Fahrzeuge beteiligt waren.

Aufwendige Bergung bis Dienstagmorgen

Doch die Bergung bedeutete einen immensen Aufwand: Der Tank des Lkw war aufgerissen worden und rund 200 Liter Dieselkraftstoff ausgelaufen. Die Flüssigkeiten sammelten sich auf dem gefrorenen Boden und konnten von der Feuerwehr größtenteils abgepumpt werden. Polizei und Straßenmeisterei sperrten die Straße komplett und leiteten den Verkehr um. Spezialisten der Umweltbehörde des Landratsamts wurden alarmiert, verunreinigtes Erdreich mithilfe eines Baggers entfernt. Ersten Erkenntnissen zufolge kam es zu keinen Umweltgefährdungen.

An dem Sattelzug entstand ein Sachschaden von mindestens 70.000 Euro. Den Schaden an den rund 50 Meter niedergedrückten Schutzplanken schätzt die Polizei auf rund 15.000 Euro. Durch die aufwendigen Bergungsmaßnahmen mit einem Schwerlastkran war die B312 bis etwa 5 Uhr am Dienstag voll gesperrt.

Bereits am Montag kam es witterungsbedingt zu Einschränkungen auf der A8. So sorgten zwei Lastwagen am Nachmittag für Behinderungen bei Hohenstadt. Die Lkw waren aufgrund des starken Schneefalls liegen geblieben und blockierten die Fahrbahn. Gegen 17.15 Uhr war die A8 wieder frei.

Zu schnell gefahren und das noch bei winterlichen Straßenverhältnissen: Deshalb kam es nach Vermutungen der Polizei am Montagabend zu einem Unfall auf der A7 bei Langenau. Der 55-jährige Fahrer ist einer Mitteilung zufolge gegen 20.30 Uhr mit seinem Lkw ins Schleudern und kam nach rechts von der Straße ab. Das Gefährt blieb in einer Böschung stehen, der Fahrer verletzte sich leicht. Ein Fahrstreifen musste gesperrt werden.

100.000 Euro Sachschaden bei Rottweil

Bei Rottweil registrierte die Polizei am Montag zwischen 15 und 19 Uhr zwölf Unfälle mit einem Gesamtschaden von mindestens 100 000 Euro. Zwei Personen wurden leicht verletzt. Weitere Unfälle mit geringeren Schäden seien von den Beteiligten selbst geregelt worden, teilte die Polizei mit.

Rettungswagen rutscht in den Gegenverkehr

Ins Rutschen kommen können auch die Retter selbst, wie sich im Zollernalbkreis zeigte: Im plötzlichen Schneefall hat es in Hechingen einen Rettungswagen erwischt. Der hatte es einsatzbedingt eilig gehabt, es kam zu Kollisionen. Zweimal hat es am Montag in Gaildorf wegen der winterlichen Verhältnisse gekracht:

DWD warnt vor Glätte

Auf den Straßen ist weiter besondere Vorsicht geboten: Auch zur Mitte der Woche kann es in Baden-Württemberg gebietsweise weiter glatt werden. In der Nacht auf Mittwoch erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) gefrierenden Regen. Ist Glatteis oder Schnee „höhere Gewalt“ oder müssen Beschäftigte mehr Zeit für den Arbeitsweg einplanen? Welche Regeln gelten, ob man abgemahnt werden kann und was der ADAC empfiehlt, lesen Sie hier. (mit Agenturen)