Statistik macht Sorgen
: Justizminister Oppelt warnt vor KI-generierter Kinderpornografie

Die Zahl der Verurteilungen wegen Kinderpornografie ist im Südwesten erneut gestiegen. Justizminister Oppelt warnt: KI-generierte Bilder könnten Täter im schlimmsten Fall zu echten Taten animieren.
Von
dpa
Stuttgart
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Staatsanwältin Julia Bussweiler, Bereich Kinderpornographie und sexueller Missbrauch von Kindern, sitzt in ihrem Büro in der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internet- und Computerkriminalität (ZIT) vor einem Monitor mit Fotos.

Arne Dedert/dpa
  • Justizminister Oppelt warnt vor KI-generierter Kinderpornografie – neue Problem-Dimension.
  • KI-Bilder könnten Täter anstacheln, bis hin zu tatsächlichen Taten, ein Ende ist nicht absehbar.
  • Oppelt betont: Auch KI-Darstellungen sind strafbar und werden verfolgt.
  • 712 Verurteilungen im Land, 16 Prozent mehr als im Vorjahr, 2016 waren es 203.
  • Gesamtverurteilungen sanken 2025 um 1,1 Prozent, sexualbezogene stiegen auf 1.936.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Angesichts der zunehmenden Zahl von künstlich produzierter Kinderpornografie warnt der baden-württembergische Justizminister Moritz Oppelt (CDU) vor einer neuen Dimension des Problems. Von künstlicher Intelligenz produzierte Bilder könnten für Täter wie eine Einstiegsdroge wirken. „Das könnte in einer Eskalationsspirale dazu führen, dass immer echtere Bilder und schlimmstenfalls auch tatsächliche Taten verfolgt werden.“ Ein Ende der Entwicklung sei nicht absehbar.

ARCHIV - 09.05.2026, Baden-Württemberg, Korntal-Münchingen: Der CDU-Politiker Moritz Oppelt, aufgenommen bei dem Landesparteitag der CDU Baden-Württemberg.  (zu dpa: «Minister will bei kriminellen Ausländern mehr durchgreifen») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Moritz Oppelt (CDU) ist seit diesem Jahr Justizminister von Baden-Württemberg.

dpa

Justizminister: Auch KI-Darstellungen sind strafbar

Oppelt betonte, auch KI-generierte Darstellungen seien strafbar und würden verfolgt. „Täter können sich nicht in Sicherheit wiegen, wenn sie zu Hause an ihrem PC massenhaft sexualisierte Bilder und Missbrauchsszenen mit Kindern erzeugen – schlimmstenfalls auf Grundlage echter Fotos, ohne Wissen der Kinder oder ihrer Familien.“

Im vergangenen Jahr gab es im Land 712 Verurteilungen wegen Kinderpornografie, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Das entspricht mehr als jeder dritten Verurteilung bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. 2016 waren es 203. Der Justizminister nannte das „ein alarmierendes Signal“.

Verurteilungen insgesamt gesunken 

Insgesamt sank die Zahl der rechtskräftigen Verurteilungen durch baden-württembergische Strafgerichte nach leichten Anstiegen in den drei Vorjahren 2025 um 1,1 Prozent. Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stieg sie dagegen um 10,4 Prozent auf 1.936. Grundlage ist die Strafverfolgungsstatistik des Statistischen Landesamts.