Spendenaufrufe gestartet
: Freilandernte zerstört: „Schaust raus und weißt, du verlierst gerade alles“

Das Ehepaar Schäfer in Ingersheim und das Ehepaar Eysermans in Murr mussten am Freitag zuschauen, wie der Hagel zum zweiten Mal in diesem Jahr ihre Ernte und Folienhäuser zerstört.
Von
Anna-Sophie Kächele
Ingersheim
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Zerstörung auf dem Biohof Schäfer in Ingersheim

Zerstörung auf dem Biohof Schäfer in Ingersheim

Schäfer
  • Hagel zerstörte in Ingersheim und Murr große Teile der Freilandernte – teils in Minuten.
  • Biohof Schäfer verlor mindestens zwei Drittel der Winterernte, Folienhäuser wurden abgedeckt.
  • Schaden über 100.000 Euro, zweiter Hagel dieses Jahr; Gewächshäuser waren teils versichert.
  • Gärtnerei von Woedtke meldet Totalausfall auf dem Acker und Schäden an Wohnhaus und Scheune.
  • Beide Höfe starten Spendenaufrufe und berichten breite Unterstützung durch Kunden und Helfer.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Maximilian und Anna Schäfer bauen in Ingersheim auf ihrem Bio-Gemüsehof seit zweieinhalb Jahren unter anderem Tomaten, Gurken, Salate, Auberginen und Paprika an. Doch am Freitagmittag hat die Hagelfront innerhalb von zwei Minuten mindestens zwei Drittel ihrer Winterernte zerstört und einen Großteil der Folienhäuser abgedeckt. „Da hätte nächste Woche Feldsalat rein sollen“, sagt Maximilian Schäfer. Es ist der zweite Hagel in diesem Jahr. Die finanzielle Lage sei dementsprechend kritisch. Den Schaden schätzt der 32-Jährige auf mehr als 100.000 Euro – dabei sei der erste Hagel noch nicht einberechnet.

Schon vor dem Unwetter am Freitag hat das Paar beschlossen, sich künftig auf den Anbau in Gewächshäusern zu spezialisieren. „Da kann ich das Klima regulieren, schattieren, bewässern“, erklärt Schäfer. Der Ertrag sei darin zumindest ein Stück weit gesichert. In seinen Gewächshäusern seien am Freitag nur zehn Scheiben kaputtgegangen – und die seien versichert. „Ich bin ja froh, dass es die Folienhäuser sind“, sagt Schäfer. „Wenn es Glasscherben regnet, kann man den Boden einmal auswechseln.“

„Hatten einen Mini-Tornado“

Eigentlich sei Maximilian Schäfer ein Fan von Gewittern. „Das ist so eine geile Stimmung“, sagt er. Aber als der Himmel am Freitagmorgen schon fast apokalyptisch ausgesehen habe und bei den ersten Hagelkörnern klar geworden sei, dass die Freilandernte verloren gehe, habe man sich nur noch machtlos gefühlt. „Wir vermuten, dass wir einen Mini-Tornado hatten. Dieser extreme Wind hat sämtliche Dächer abgedeckt“, sagt Schäfer.

Ein paar Kilometer weiter bei Anna Schäfers Vater in Murr gab es zwar weniger Wind. Dennoch: „Alles, was zu ernten gewesen wäre auf dem Acker, ist hinüber“, sagt Stefan Eysermans von der Gärtnerei von Woedtke. Dazu hätten sie Schäden am Wohnhaus und der Scheune. „Wir haben uns erstmal gefreut. Wir hatten ja seit Ewigkeiten auf Regen gewartet“, beschreibt er die Situation am Freitag. „Und dann kam der Hagel.“ Derzeit sei er dabei, sich über Kurzarbeit zu informieren. Denn die verhagelte Ernte bedeutet auch, dass seine Mitarbeitenden weniger zu tun haben. „Das war sowieso schon ein brutal schweres Jahr durch die Hitze – das noch obendrauf, da rutscht einem das Herz in die Hose“, sagt Eysermans, der auf seinem Hof seit 27 Jahren Gemüse in Demeter-Qualität und seit diesem Jahr auch Honigmelonen anbaut. Sich von dem Unwetter finanziell, aber auch mental zu erholen – das werde eine Weile dauern.

Zerstörte Folienhäuser auf dem Biohof Schäfer

Zerstörte Folienhäuser auf dem Biohof Schäfer

Schäfer

In ihrer Notlage haben sich die Höfe dazu entschieden, Spendenaufrufe zu starten. „Wenn man um die Existenz bangt, greift man nach jedem Strohhalm und ist um jeden Euro dankbar“, erklären die Schäfers. Beide Familien sind berührt von der Solidarität der Spender, aber auch von der Hilfsbereitschaft vor Ort und den Kunden auf dem Wochenmarkt, die sich nach ihnen erkundigen.

Spendenaufrufe: