Sexueller Missbrauch: Sechsjährige Tochter musste den Sex der Mutter filmen

Schockierender Fall von sexuellem Missbrauch mit einem Kind: Die Angeklagten sitzen vor dem Beginn des Prozesses im Landgericht in Tübingen neben ihren Anwälten.
Bernd Weißbrod, dpaSchockierender Fall von schwerem sexuellen Kindesmissbrauch vor dem Landgericht Tübingen: Ein zu Beginn der Straftaten erst sechs Jahre altes Mädchen musste, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, die Sex–Szenen seiner eigenen Mutter und ihres Freundes über Jahre hinweg ansehen und auch immer wieder filmen. Das Kind musste sogar selbst vor der Kamera posieren, berichtet die Nachrichtenagentur lsw. Angeklagt ist das Paar wegen schweren sexuellen Missbrauchs. Es soll sich um zahlreiche Fälle handeln, die serienweise stattgefunden bahen sollen.
Sexueller Missbrauch: Tochter muss Mutter bei Selbstbefriedigung filmen
Das Tübinger Landgericht hat auf Antrag des Verteidigers der 35–Jährigen die Öffentlichkeit während der Aussage der angeklagten Mutter ausgeschlossen. Die Taten spielten sich laut Anklage von September 2013 bis März 2018 in Altensteig (Landkreis Calw) ab. Auf Anweisung des heute 67 Jahre alten Lebensgefährten soll das Kind die heute 35–jährige Mutter auch bei der Selbstbefriedigung gefilmt haben. Unter anderem sollen die Treffen auch in einem Wald im Laderaum eines Kleinbusses stattgefunden haben, der zu einer Video–Location umgebaut wurde.
Sex gegen Bezahlung: Für Anwesenheit der Tochter gab es mehr Geld
Der Angeklagte soll die Frau für den Sex bezahlt haben und ihr noch mehr Geld für die Anwesenheit ihrer Tochter geboten haben. 2018 flüchtete das Mädchen laut Staatsanwaltschaft von ihrer Mutter zu einer anderen Familie. Die Angeklagten hatten sich den Angaben nach vor rund 17 Jahren in einer Bar kennengelernt.
Das heute 16 Jahre alte Mädchen tritt in dem Prozess als Nebenklägerin auf. Sie soll am Mittwoch, 21.06.2023, vor Gericht aussagen. Für den Prozess vor der Großen Jugendkammer sind bis Ende Juni vier Verhandlungstage angesetzt.
Onkel kommt für sexuellen Missbrauch der Nichte ins Gefängnis
In jüngster Vergangenheit gab es in Baden–Württemberg mehrere Fälle von sexuellem Missbrauch, die vor Gericht kamen. Ein Überblick:
- 16.06.2023: Das Amtsgericht Hechingen verurteilt einen 54–Jährigen, der kinder– und jugendpornografisches Material besaß und verschickt hatte.
- 14.06.2023:In Göppingen soll ein Onkel seine damals siebenjährige Nichte beim Weihnachtsfest der Familie sexuell missbraucht haben. Er wurde zu drei Jahren und acht Monaten verurteilt.
- 27.04.2023: In Tübingen wird ein 55–Jähriger verurteilt. Er stand wegen des hundertfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern vor Gericht.