Sexuelle Belästigung am Bodensee
: Mehrfach Frauen und Mädchen bedrängt – bei der Festnahme rastete der Verdächtige aus

Seit Anfang Oktober soll ein 29-Jähriger am Bodensee mehrfach Frauen belästigt haben. Die Polizei hat ihn schon mehrfach festgenommen – jetzt sitzt er in Untersuchungshaft.
Von
Kerstin Auernhammer
Friedrichshafen
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Fast einen Monat lang hielt ein 29-Jähriger Grapscher die Behörden in Friedrichshafen auf Trab. Jetzt sitzt er in einer Justizvollzusanstalt. (Symbolfoto)

Thomas Frey/dpa

Es ist eine lange Liste, die die Ermittlungsbehörden in Friedrichshafen gegen einen 29-Jährigen zusammengetragen haben. Binnen eines Monats soll der Tunesier mehrfach Frauen unsittlich berührt und belästigt haben. Nach Angaben der Kripo hatte der Verdächtige vorwiegend auf offener Straße Frauen gegen ihren Willen begrapscht. Man sei ihm schnell auf die Spur gekommen, heißt es in einer Pressemitteilung. Trotzdem habe er keine Einsicht gezeigt und soll schon einen Tag später weitergemacht haben. Zwischenzeitlich wurde er auch beim Amtsgericht vorgeführt. Der Richter habe ihn mehrere Tage in eine JVA in Gewahrsam gesteckt. Doch auch beim Gerichtstermin wurde der 29-Jährige auffällig: Laut Polizei beleidigte und bedrohte er die Dolmetscherin.

Ermittler beleidigt, Dolmetscher angegriffen

Nach seiner Entlassung ging es weiter. Am vergangenen Sonntag (29. Oktober) soll er sich in Friedrichshafen vor zwei Mädchen entblößt und sich selbst befriedigt haben. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um Jugendliche. Im Zuge der Fahndung konnte die Polizei den Mann festnehmen – doch auch das ließ er sich nicht gefallen. Er beleidigte die Einsatzkräfte und nahm in der Zelle des Polizeireviers erneut sexuelle Handlungen an sich vor. Als er am Montag vor das Amtsgericht in Tettnang geführt wurde, trat er nach einer Beamtin und griff seinen Dolmetscher an. „Alle Taten erfolgten sehr zeitnah aufeinander“, sagte Polizeioberkommissar Simon Göppert, der für Presseauskünfte in dem Fall zuständig ist. Dass der Mann immer wieder auf freien Fuß kam, erklärt er so: „Es gibt ja gesetzliche Vorgaben, wie lange man jemanden in Gewahrsam nehmen kann.“ Daran habe man sich gehalten.

Erst einmal hinter Schloss rund Riegel

Derzeit dürfte der Spuk allerdings vorbei und zumindest die Öffentlichkeit sicher sein: Der 29-Jährige sitzt nach Polizeiangaben in einer Justizvollzugsanstalt. „Aufgrund der begangenen Straftaten ist man schon froh, dass es zu einem Ermittlungserfolg kam“, so Göppert. „Für die Polizei und für die Mitmenschen ist es gut, dass es von ihm zu keinen weiteren Straftaten kommen kann.“