Schwerer Unfall auf A6
: Geldautomat gesprengt und geflüchtet – Mehrere Schwerverletzte nach Geisterfahrt

Drei Männer flüchten, nachdem sie einen Geldautomaten gesprengt haben, vor der Polizei. Die Fahrt endet in einem Unfall mit mehreren schwer verletzten Personen.
Von
Amelie Schröer
Wiernsheim
Jetzt in der App anhören

Eine Verfolgungsjagd in der Nähe von Heilbronn endete in einem schweren Verkehrsunfall (Symbolbild).

Ingo_Kramarek/Pixabay

Am Samstagmorgen (11.11.) ist es auf der A6 zwischen Bad Rappenau und Heilbronn-Untereisesheim, in Fahrtrichtung Mannheim, zu einem schweren Unfall gekommen. Dem vorausgegangen war eine Geldautomatensprengung in Wiernsheim (Enzkreis). Nach erfolgreicher Tat flüchteten drei Männer gegen 2 Uhr in der Nacht in einem dunkelblauen VW Golf. Im Rahmen der Fahnungsmaßnahmen konnte das Fahrzeug gegen 2.40 Uhr von der Polizei ausfindig gemacht werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Statt auf die Anhaltesignale der Beamten zu reagieren, flüchteten die drei Männer.

Tatverdächtige flüchten als Geisterfahrer

Beim Versuch an der Anschlussstelle Sinsheim-Steinsfurt auf die A6 aufzufahren, rammte das Fluchtauto einen Streifenwagen und fuhr dann als Geisterfahrer auf die Autobahn in Richtung Nürnberg auf.

Das Fahrzeug konnte kurzzeitig auf dem Rastplatz Bauernwald gestoppt werden, wo zwei Tatverdächtige festgenommen werden konnten. Der Fahrer jedoch setzte seine Fahrt in Richtung Untereisesheim fort und kollidierte kurze Zeit später in Höhe Heilbronn-Biberach frontal mit einem Kleintransporter.

Nach Frontalcrash: Drei Personen schwer verletzt

Die beiden Insassen, ein 45-Jähriger und ein 47-Jähriger, sowie der Fluchtfahrer wurden schwer verletzt und befinden sich in umliegenden Krankenhäusern. Aufgrund der Schwere des Unfalls ist die A6 zwischen Bad Rappenau und Heilbronn-Untereisesheim nach wie vor in Richtung Mannheim gesperrt.

Sprengstoff in Fluchtfahrzeug entschärft

Die Polizei fand bei ihren Untersuchungen im Fluchtfahrzeug Sprengstoff und zog deshalb sowohl Entschärfer des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg (LKA BW) als auch eine Tatortgruppe an den Unfallort hinzu, um eine 3D-Tatortvermessung durchzuführen. Der Entschärfungsdienst konnte bislang ein Sprengstoffpaket aus dem Fahrzeug bergen und entschärfen. Die Maßnahmen und Ermittlungen dauern noch an.

Inzwischen wurden die Ermittlungen durch das LKA BW übernommen. Die zwei zu Fuß geflüchteten 21-jährigen niederländischen Tatverdächtigen werden im Verlauf des Wochenendes dem Haftrichter vorgeführt. Bezüglich des schwer verletzten Fahrers ist die weitere Entwicklung seines Gesundheitszustandes abzuwarten.