Gute Nachricht zum Schulbeginn: Kultusministerin Schopper: Fast alle offenen Lehrerstellen besetzt

Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne): Mehr Lehrereinstellungen heißt nicht, dass alle Probleme gelöst sind.
Bernd Weißbrod/dpaNach Jahren mit eher negativen Schlagzeilen zum Schuljahresbeginn kann die baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) in diesem Jahr einen positiven Trend bei der Besetzung von Lehrerstellen verkünden. Bisher seien mehr als 4400 Stellen an den öffentlichen Schulen besetzt worden, sagte die Ministerin am Donnerstag bei ihrer traditionellen Pressekonferenz zum neuen Schuljahr in Stuttgart. Offen seien noch 250 Stellen, womit man deutlich besser dastehe als im vergangenen Jahr, als es zur selben Zeit noch 565 freie Stellen gab.
Trotz guter Zahlen keine Euphorie
Schopper zeigte sich dabei „zuversichtlich“, die noch offenen Stellen bis Ende September besetzen zu können, womit das Land erstmals seit vielen Jahren bei der Lehrkräftegewinnung auf eine Null kommen könnte. Von Euphorie kann aber keine Rede sein, denn gleichzeitig drängen auch mehr Schülerinnen und Schüler an die Schulen. „Wir haben nach wie vor eine herausfordernde Situation“, betonte Schopper. Nach ihren Angaben steigt die Schülerzahl an den Grundschulen voraussichtlich nochmals um 15.000, ähnlich wie bereits im Vorjahr. Dies führe zu mehr als 500 zusätzlichen Klassen. Es sei weiter „eine Herkulesaufgabe“, die Unterrichtsversorgung überall zu sichern.
In einzelnen Regionen keine einzige Bewerbung
Auf die Grundschulen entfallen mehr als 1100 Neueinstellungen, was durch die Schaffung zusätzlicher Studienplätze möglich sei. Auch in den kommenden Jahren sollen laut Schopper zusätzliche Grundschullehrkräfte eingestellt werden. Den größten Lehrermangel gibt es einer Auflistung zufolge in musisch-technischen Fächern. Von den offenen 250 Stellen entfallen darauf 120 Stellen. Schwierigkeiten bereitet dem Ministerium weiterhin die mangelnde Bereitschaft junger Lehrkräfte, in eher ländliche Regionen zu wechseln. In einzelnen Regionen gebe es gar keine Bewerbung, klagt die Grünen-Politikerin. Von Versetzungen hält sie jedoch nichts: „Man kann niemanden zu seinem Glück zwingen.“ Einen Anreiz gebe es über die Möglichkeit des Direkteinstiegs.
Schopper gab zugleich Details zur neuen Grundschulempfehlung bekannt, die bereits im neuen Schuljahr greifen soll. Demnach soll für eine Empfehlung der Grundschullehrkräfte für das Gymnasium auch der Notendurchschnitt, der in der vierten Klasse erreicht wird, ausschlaggebend sein. In Deutsch und Mathematik darf der Notendurchschnitt nicht schlechter als 2,5 sein, in keinem Fach soll die Note über 3 liegen. Weitere Kriterien sind ein Kompetenztest an der Grundschule und der Elternwille. Werden nicht zwei der drei Voraussetzungen erfüllt, kann noch ein Potenzialtest an einem Gymnasium absolviert werden.


