Schon wieder Stau?
: Für diese Attraktionen lohnt sich die Abfahrt von der Autobahn

Wer mit dem Auto reist, ist spontan – ein Vorteil bei drohenden Staus. Diese sieben Ausflugsziele direkt an Autobahnen in Baden-Württemberg bieten Abwechslung in der Blechlawine.
Von
Katja Länge
Künzelsau/Singen
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Bayern startet in die Ferien - Stau auf dem Weg in den Urlaub: PRODUKTION - 01.08.2025, Bayern, Himmelkron: Zahlreiche Autos stehen auf der Autobahn A9 bei Himmelkron in Richtung Süden im Stau. Bayern startet in die Ferien. Foto: Pia Bayer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Rund 40 Prozent der Urlauber reisen mit dem Auto, so der deutsche Reiseverband. Zum Ferienstart in Baden-Württemberg drohen Staus – spontane Abstecher und Ausflüge können helfen, Wartezeiten clever zu umgehen.

Pia Bayer/dpa
  • Sieben Ausflugsziele in Baden-Württemberg bieten Ablenkung bei Staus auf Autobahnen.
  • Highlights: Vitra Design Museum (A5), Bikini Art Museum (A6), Kunst-Sammlung Würth (A6).
  • Weitere Ziele: Steiff Museum (A7), Urweltsteinbruch Holzmaden (A8), Kloster Kirchberg (A81).
  • Festung Hohentwiel (A81) bietet Panorama bis zu den Alpen, Eintritt ab 5 Euro.
  • Braune Autobahnschilder fördern Tourismus, laut Umfrage folgt jeder Sechste den Hinweisen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Endlich Sommerferien! In voller Vorfreude auf entspannte Tage im Süden, werden Koffer ins Auto geräumt, Brote als Reiseproviant geschmiert und Playlisten erstellt. Doch bevor der Urlaub so richtig losgehen kann, muss die mehrstündige Fahrt überstanden werden. Und die verzögert sich oftmals durch vollgepackte Straßen mit bunten Blechlawinen. Beim Vorbeischleichen am Straßengraben fallen einem die braunen Hinweistafeln ins Auge. Die verweisen auf touristische Sehenswürdigkeiten nahe der Straße. Wer keine Lust auf das lange stehen im Stau hat, dem verraten wir hier, welche sehenswerten Ziele sich hinter den Tafeln verbergen. So kann man schon auf dem Weg in den Urlaub eine schöne Zeit verbringen.

1. Vitra Design Museum in Weil am Rhein (A5)

Kurz vor der Schweizer Grenze, am Autobahndreieck Weil am Rhein, lädt das Architektur- und Design-Museum des Möbelherstellers Vitra zu einem Besuch ein. Auf dem Campus der Firma ist das Museumsgebäude schwer zu übersehen: Mit seinen ineinander verschachtelten geometrischen Formen ist der Bau von Architekt Frank Gehry abseits aller Normen. Darin gibt es noch bis Ende September die Ausstellung „Die Shaker. Weltenbauer und Gestalter“ zu sehen. Im Vitra Schaudepot dreht sich unter dem Titel „Science Fiction Design. Vom Space Age zum Metaverse“ alles um futuristische Designelemente.

Das Kombiticket kostet 23 Euro, ein Einzelticket 13 Euro. Kinder unter 13 Jahren kommen kostenlos ins Museum, das täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet hat.

Frank Gehry in Baden–Württemberg: Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein.

Frank Gehry in Baden–Württemberg: Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein.

Christina Horsten/dpa

2. Bikini Art Museum in Bad Rappenau (A6)

Wer sich schon vor dem Strandurlaub auf das Plantschen im Wasser einstimmen möchte, kann das im ersten internationalen Museum für Badekultur, dem Bikini Art Museum, tun. Direkt an der Raststätte am Kreuz Bad Rappenau tauchen Besucher tief in die Geschichte der Bademode ein: vom Baden in der Antike bis zur Erfindung des ersten Bikinis. Im dazugehörigen „Selfieartmuseum“ laden 50 knallbunte Kulissen zum Posieren und Fotografieren ein.

Montag und Dienstag hat das Museum geschlossen, sonst ist es von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Das Einzelticket für Erwachsene kostet 15 Euro. Und: Wer in Bademode und -Schuhen erscheint, zahlt nur die Hälfte.

3. Kunst-Sammlung Würth in Künzelsau (A6)

Weiter auf der A6 Richtung Nürnberg, gelangen Autofahrer bei der Ausfahrt Kupferzell nach Künzelsau: der Heimatort des Handwerkriesen Würth. Im Museum des Unternehmens erwartet Besucher eine große Auswahl an bedeutenden Kunstobjekten der Renaissance und des 20. und 21. Jahrhunderts. In der Ausstellung „Verhüllt, verschnürt, gestapelt“ erfahren Interessierte mehr über das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude – bekannt für ihre spektakulären Kunstaktionen wie die Verhüllung des Arc de Triomphe in Paris, des Reichstags in Berlin oder sogar eines ganzen Sees in Italien, dem Lago d’Iseo.

Die Ausstellung kann täglich von 11 bis 18 Uhr umsonst besucht werden.

Verhüllter Reichstag in Berlin im Sommer 1995.

Im Sommer 1995 verhüllte das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude den Reichstag in Berlin.

Evelyne Lungwitz

4. Steiff Museum in Giengen an der Brenz (A7)

Fünf Minuten von der A7 entfernt (Ausfahrt Giengen) befindet sich der Erfinder des Teddybären: Die Firma Steiff. Im Erlebnismuseum auf dem Firmengelände begeben sich Besucher auf die Suche nach 3000 Teddybären. Dabei werden sie von Teddy Knopf und der Puppe Frieda durch animierte Welten begleitet. Neben der 120-jährigen Historie des ikonischen Stoffbärs bekommen Besucher Einblicke in die traditionelle Fertigung und können beim Streichelzoo mit den Plüschtieren kuscheln.

Das Familienangebot kostet 30 Euro. Geöffnet haben das Museum und der Shop Dienstag bis Sonntag von 10 Uhr bis 17 Uhr.

GZ-Ausflug - in Teddys neuem Zauberreich: Fast 120 GZ- Leser ließen sich am Samstagnachmittag (27.08.2005) in Giengen an der Brenz in den Bann der "Welt von Steiff" ziehen. Das neue Museum des weltbekannten Plüschtierherstellers wartet mit verblüffenden Präsentationen auf.-------------GZ-Ausflug 27.08.2005 - Steiff-Museum Giengen/Brenz - Honorarfrei - GZT-GSL-RED-304 - M.Sontheimer -

Die Teddybären mit dem Knopf im Ohr im Museum des weltbekannten Plüschtierherstellers Steiff.

Markus Sontheimer

5. Urwelt Steinbruch in Holzmaden (A8)

Modelle von kolossalen Dinosauriern und was von ihnen übrig ist, warten auf jene, die die Ausfahrt Aichelberg auf der A8 nehmen. Nicht nur die exponierten Fossilien, Meteoriten und Mineralien im Urwelt Museum in Holzmaden bringen Besucher zum Staunen, auf dem Gelände kann man selbst zum Archäologen werden und mit Hammer und Meißel auf Schatzsuche gehen. Die Funde dürfen natürlich behalten werden.

Donnerstag bis Sonntag von 9 bis 17 Uhr kann auf der Suche nach Fossilien auf Stein geklopft werden. Für circa 9 Euro geht’s ins Museum und auf den Urweltsteinbruch.

6.  Kloster Kirchberg bei Sulz am Neckar (A81)

Abfahren von der Autobahn und in der Natur aufatmen – das kann man im Kloster Kirchberg, unweit von der A81: Von der Ausfahrt Empfingen ist das ehemalige Dominikanerinnenkloster innerhalb von zehn Minuten erreichbar. Auf dem weitläufigen Areal kann man Bewegung in die Beine bringen und die gotischen Gebäude bestaunen. Auch kleine Wanderungen rund um den Kirchberg können unternommen werden.

Stärkung gibt es in der Klosterschenke von 13 bis 18 Uhr: auf dem Speiseplan Kaffee, Kuchen, Eis sowie Suppen und Brotzeit. Im Klosterladen können noch Spiele, Bücher und Co. für den Urlaub geshoppt werden. Montag und Dienstag haben die Einrichtungen geschlossen.

7. Festung Hohentwiel in Singen (A81)

Majestätisch thront sie über dem Hegau – die Ruine der Festungsanlage Hohentwiel, eine der größten in Deutschland. Wer die A81 am Kreuz Singen verlässt, erreicht nach wenigen Minuten den Parkplatz der Domäne Hohentwiel. Von da ist es ein kurzer Aufstieg zur Burgruine auf dem erloschenen Vulkankegel, und der lohnt sich: Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zu den Alpen und dem Bodensee. Das weitläufige Gelände lädt zum Erkunden von alten Mauern und geheimen Winkeln ein. Infotafeln erzählen von der Geschichte der Festung, die einst als uneinnehmbar galt.

Geöffnet ist die Anlage täglich von 9 bis 18 Uhr, der Eintritt kostet etwa 5 Euro.

Die Festungsruine Hohentwiel liegt in exponierter Lage auf einem Hügel. Im Hintergrund ist das Panorama der Alpen zu sehen.

Die Festungsruine Hohentwiel liegt in exponierter Lage auf einem Hügel. Im Hintergrund ist das Panorama der Alpen zu sehen.

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg/Achim Mende

Die braun-weißen Hinweisschilder an den Autobahnen

Entlang der Autobahnen in Deutschland stehen mehr als 3.500 „touristische Unterrichtungstafeln“ – so heißen sie offiziell laut Straßenverkehrsordnung. Die braunen Tafeln verweisen auf Sehenswürdigkeiten in der Nähe.

In einer Umfrage der Hochschule Harz (2019) gaben zwei von drei Personen an, dass sie sich an abgebildete Attraktionen, Städte oder Landschaften auf den Tafeln erinnern könnten. Jeder Sechste der Befragten sei schon einmal dem Hinweis eines solchen Schildes gefolgt. Das Ergebnis der Studie: Die Schilder tragen zur Steigerung des Tourismus in der Region bei.