Schnaken-Alarm am Rhein
: Hochwassergebiete sind ideale Brutstätten für Stechmücken

Werden die kleinen Quälgeister in dieser Saison noch zur Plage? Vorerst sei mit verstärktem Aufkommen von Stechmücken zu rechnen, sagen Experten.
Von
Kerstin Auernhammer
Speyer
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Stechmückenbekämpfung am Rhein: ARCHIV - 04.06.2016, NA, Au am Rhein: In Au am Rhein ist ein Hubschrauber im Einsatz, um mit einem biologischen Mittel Stechmücken zu bekämpfen. Der Einsatz erfolgt durch die Kommunale Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs). (zu dpa: ««Sehr wanderfreudig»: Erhöhte Belästigung durch Stechmücken erwartet») Foto: Uli Deck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Au am Rhein ist ein Hubschrauber im Einsatz, um mit einem biologischen Mittel Stechmücken zu bekämpfen.

Uli Deck/dpa

Aus den Auwäldern und aktuell mit Hochwasser gefluteten Flächen entlang des Rheins breiten sich Stechmücken stetig aus. „Auwaldstechmücken sind sehr wanderfreudig und können mehrere Kilometer täglich zurücklegen“, sagt die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage. In den nächsten Wochen rechnet sie in der Oberrheinebene mit mehr Stechmücken.

Grund ist neben dem aktuell hohen Stand des Rheins auch der vergangene Winter. Dieser „gilt als einer der nassesten der letzten 20 Jahre“, so der Verband. Eine große Zahl Larven habe ideale Brutbedingungen vorgefunden. Die Aktionsgemeinschaft hatte ihren Saisonstart deswegen zwei Wochen nach vorne verlegt. Jedes Jahr sorgt der Verein, dem mehr als 90 Kommunen entlang des Rheins in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen angehören, mit einem larvenabtötenden Mittel dafür, die Zahl der Stechmücken gering zu halten.

Auch Helikopter verteilen das Mittel

Die Arbeit der Experten mit dem Wirkstoff Bti, der Larven tötet, ist aufwendig: Am Boden schlagen sich die Verantwortlichen für die Bekämpfung der Auwaldstechmücken durchs Dickicht, aber viele Brutstätten müssen von der Luft aus behandelt werden. Hier werden Helikopter eingesetzt.

Lange Regenphasen im Mai und Juni hätten aber dazu geführt, dass die Experten nicht überall tätig werden konnten. „Ohne die ausgedehnten Bekämpfungseinsätze in jüngster Zeit wäre die Situation deutlich schlimmer ausgefallen“, teilten die im Verband organisierten Stechmückenjäger mit.

Mit Material von dpa.