Staatsanwaltschaften und Polizeibehörden sind am Dienstag europaweit gegen Schleuserbanden vorgegangen. Neben Einsätzen in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien gab es auch Polizeiaktionen in mehreren Bundesländern, teilte die Staatsanwaltschaft Osnabrück mit, die die Federführung in Deutschland hatte.
Ergebnisse und Hintergründe sollen an diesem Mittwoch bei einer Pressekonferenz von Eurojust in Den Haag vorgestellt werden. Eurojust, die Agentur der Europäischen Union für die Zusammenarbeit der Justiz in Strafsachen, und Europol koordinierten die Aktion.
Allein in Deutschland waren 900 Einsatzkräfte der Bundespolizei und der Polizeidirektion Osnabrück bei 36 Durchsuchungen von Objekten in Deutschland beteiligt. 18 Beschuldigte in Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg wurden festgenommen. Sie stehen im Verdacht, an der banden- und gewerbsmäßigen Einschleusung von Ausländern beteiligt gewesen zu sein.
Schleuserkriminalität zeigt sich in Europa deutlich im Ärmelkanal, den viele Flüchtlinge versuchen, in Schlauchbooten nach Großbritannien zu überqueren. Von Jahresbeginn bis zum 13. Juni wurden 777 Versuche registriert, mit kleinen Booten die Meerenge zu überqueren, wie das französische Innenministerium kürzlich mitteilte. Dabei sei es um insgesamt 20 132 Menschen gegangen, ein Anstieg um 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für 2021 war bereits von Rekordzahlen die Rede gewesen.

Schleuser-Fälle aus der Region

Erst vergangenen Monat hat das Landgericht Ravensburg zwei Männer nach einem tödlichen Unfall auf der A7 zwischen Berkheim und Dettingen an der Iller wegen Schleusens mit Todesfolge verurteilt. Auch auf der A8 im Raum Ulm/Neu-Ulm kam es in den vergangenen Monaten zum Aufgriff von Schleusern.