Tödliche Raserfahrt in Kaufbeuren
: Mit Tempo 180 durch die Stadt – Urteil erwartet

Eine Raserfahrt in Bayern forderte einen Toten und zwei Verletzte – jetzt fällt das Urteil. Warum die Staatsanwaltschaft Mord sieht und die Verteidigung auf fahrlässige Tötung plädiert.
Von
dpa
Kempten
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Ein Angeklagter soll in Kaufbeuren mit bis zu 180 km/h durch das Stadtgebiet gerast sein, um einer Polizeikontrolle zu entgehen. Dabei soll er in ein entgegenkommendes Fahrzeug geprallt sein, dessen Fahrer noch an der Unfallstelle starb. Der Mann wurde wegen Verdachts des Mordes, des verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge sowie weiterer Straftaten angeklagt.

Stefan Puchner/dpa
  • Urteil im Raser-Prozess in Kempten wird am Dienstag (10.00 Uhr) verkündet.
  • Anklage: Mord, verbotenes Rennen mit Todesfolge; lebenslange Haft gefordert.
  • Verteidigung: fahrlässige Tötung; drei Jahre Haft für deutsch-ukrainischen Angeklagten.
  • Tat: Flucht vor Polizei mit bis zu 180 km/h in Kaufbeuren; Frontalcrash mit einem Toten.
  • Unfallfahrer floh zu Fuß; Anfang September in Polen festgenommen und ausgeliefert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Prozess um eine tödliche Raserfahrt in Kaufbeuren im Allgäu will das Landgericht Kempten am Dienstag (10 Uhr) das Urteil verkünden. Die Staatsanwaltschaft verlangt für den 21 Jahre alten Angeklagten eine lebenslange Gefängnisstrafe wegen Mordes. Die Verteidigung plädiert hingegen auf eine dreijährige Haftstrafe unter anderem wegen fahrlässiger Tötung für den deutsch-ukrainischen Staatsangehörigen.

Der Angeklagte hatte in dem Prozess die verhängnisvolle Autofahrt grundsätzlich zugegeben. Er habe aber niemanden dadurch verletzen oder töten wollen, betonte er. Die Staatsanwaltschaft glaubt hingegen, dass der Angeklagte den Tod von anderen bei seiner Flucht in Kauf genommen hat.

Angeklagter verursachte auf der Flucht tödlichen Unfall

Laut Anklage war der junge Mann am 23. August 2025 nachts in Kaufbeuren mit seinem Auto mit bis zu 180 Kilometern pro Stunde durch das Stadtgebiet gerast, um einer Polizeikontrolle zu entgehen. Schließlich soll der Mann mit dem Wagen in ein entgegenkommendes Fahrzeug gefahren sein. Der 20-Jährige am Steuer dieses Fahrzeugs starb noch an der Unfallstelle, seine beiden Mitfahrer wurden verletzt.

Der Unfallfahrer flüchtete nach dem Unfall zu Fuß und entkam zunächst. Anfang September wurde er aufgrund der internationalen Fahndung in Polen festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 21-Jährige mit dem 240 PS starken Wagen vor der Polizei flüchtete, weil er keinen Führerschein hatte.