Radeln in Baden-Württemberg: Seen, Schlösser und Augmented Reality – 7 Geheimtipps für die nächste Radtour

Mountainbiken im Schwarzwald: Nur eine von zig Möglichkeiten in Baden-Württemberg für eine Radtour.
ARochau - stock.adobe.comKaum wärmt die Frühlingssonne den Südwesten, werden die Fahrräder wieder aus den Schuppen gezerrt. Auf den Fahrradwegen sind die ersten Radfahrer zu beobachten, die sich den lauen Fahrtwind übers Gesicht wehen lassen und sich über die Frühjahrsblumen am Wegrand freuen.
Wer das schöne Wetter für seine Wochenendradtour ausnutzen möchte, ist in Baden-Württemberg goldrichtig – egal, ob mit Kindern oder ohne, egal, ob auf dem E-Bike, dem Mountainbike oder dem Rennrad.
Einige Routen liegen fernab von bekannten Wegen, die sonst Scharen von Radlern anziehen. Der Onlinetourenplaner radfahren-bw.de listet diese auf. Auch das europaweite Tourenportal outdooractive hat Tipps. Wir haben sieben Touren ausgesucht, die meisten werden von den Portalen als mittelschwer eingestuft. Ketten geschmiert, Reifen aufgepumpt? Dann kann die Fahrt losgehen.
Tour durch das Bodensee-Hinterland mit Schlössern
Wer Bewegung mit Sightseeing verbinden möchte, der kann in der Bodenseeregion versuchen. Hier führt eine 56,9 Kilometer lange Radtour über den Zusammenfluss der Oberen und der Unteren Argen und Schloss Montfort. Die Tour startet am Bahnhof in Kressbronn. Von dort aus schlängelt sie sich über Schloss Achberg und am Neuen Schloss Tettnang vorbei nach Langenargen an das Schloss Monfort. Auch zum Argen-Zusammenfluss und zur Kabelhängebrücke führt die Route. Eine „anspruchsvolle Fahrradtour durch das hügelige Bodensee-Hinterland“, fasst outdooractive zusammen.
Rhein-Fähren-Tour durch die Rheinebene
Für Familien eigne sich die Rhein-Fähren-Tour entlang des Ketscher Altrheins, über die Kollerinsel und am Fluss entlang. „Diese Rundtour in der Rheinebene ist nahezu flach und daher auch für Kinder und Radanfänger gut zu schaffen“, schreibt radfahren-bw. Zu entdecken gibt es den Ketscher Badesee Hohwiese, das Hockenheimer Maislabyrinth, den Blausee Altlusheim und das Technikmuseum sowie das Aquarium Sea Life in Speyer. Die Besonderheit: Diese Route hat zwei Rheinüberfahrten mit der Fähre, jeweils in Rheinhausen und in Brühl. Da die Fähren nicht immer in Betrieb sind, ist es ratsam, vorab die Abfahrtszeiten zu prüfen. Knappe zweieinhalb Stunden Fahrzeit sollten Radfahrer für diese 37,4 Kilometer lange Strecke einplanen. Die Tour ist nicht beschildert, nutzt jedoch das bestehende Radwegenetz.
Wein- und Wald-Runde im Heilbronner Land
Vom Bürgerpark in Abstatt aus führen 28,2 Kilometer durch sanft hügelige Weinlandschaften hinauf in den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald und wieder hinunter zu den Bachläufen. Die Waldheide und der Schauweinberg im Deinenbachtal gelten laut radfahren-bw als die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Rundtour. Die Wege sind asphaltiert, geschottert oder führen durch den Wald. Die Route ist durchgehend beschildert. Radfahrer benötigen für die Wein- und Wald-Runde zweieinhalb bis drei Stunden Fahrzeit, heißt es.
Das bedeutet der Schwierigkeitsgrad „mittelschwer“
Outdooractive stuft Radtouren als „leicht“, „mittel“ oder „schwer“ ein. Die Gesamtschwierigkeit leitet das Portal aus der technischen Schwierigkeit und der Fitnessanforderung ab. Für mittelschwere Touren sei eine gute Kondition Voraussetzung. Mehr dazu hier.
Weitersehen Ur-Neckar-Tour
Durch die Hügel des Kraichgaus, Hohlwege, und die Kornkammer radeln – und währenddessen Ritter und Wildtiere beobachten? Das ist möglich, nämlich auf der Weitersehen-Rundtour durch die Rhein-Neckar-Region. Eine App erweckt an mehreren Stationen mit Augmented Reality die Geschichte zum Leben, etwa bei den Überresten der römischen Villa Rustica oder an der Fundstelle des Homo heidelbergensis in Mauer. Startpunkt ist der Parkplatz Neckarlauer in Neckargemünd. Von dort aus führen 36,9 Kilometer in etwa zweieinhalb Stunden Fahrzeit bis auf den bewaldeten Neckarriedkopf mit Ausblick über das Neckartal. Die Tour eignet sich für Mountainbikes, Trekking- und Tourenräder und ist durchgehend mit den Routenplaketten ausgewiesen.
Große Münstertäler Bauernhaus-Runde
Oder möchten Sie sich so richtig auspowern? Dann sehen Sie sich doch die 33,9 Kilometer lange Tour durch das Hauptmünstertal und seine Nebentäler an. Outdooractive stuft sie als schwer ein. Es sind mindestens fünf Stunden Fahrzeit einzuplanen. Besonders für Gravelbikes eigne sich die Strecke. Sie beginnt am Bahnhof Münstertal. Von dort aus können Radler das Besuchsbergwerk Teufelsgrund, den Kaltwasserhof aus der gleichnamigen TV-Serie und die Klosteranlage St. Trudpert erkunden. Es folgt eine Abfahrt ins Tal und schließlich ein „heftiger Aufstieg zur Hörhalde“. Es geht jeweils 1.066 Höhenmeter hinauf und hinunter. Hier ist gute Kondition gefragt. Vorerfahrung sei notwendig, spezifisches Techniktraining von Vorteil. Laut outdooractive ist die Große Münstertäler Bauernhof-Runde nur auf Teilstücken beschildert, in der App gibt es die vollständige Wegbeschreibung.
Hochschwarzwälder Vier-Seen-Tour
Gleich vier Seen des Hochschwarzwalds können Radfahrerinnen und Radfahrer entlang dieser 50,4 Kilometer erkunden. Für die Vier-Seen-Tour sollten Radfahrer laut outdooractive bis zu 5,45 Stunden Fahrzeit einplanen. Dafür führt der Weg aber am Schluchsee, Windgfällweiher, Feldsee und am Titisee vorbei, hauptsächlich auf breiten Forst- und Asphaltwegen. Jeweils 856 Höhenmeter Aufstieg und Abstieg sind zu bewältigen.
Alb-Donau-Kreis-Radtour durchs Lonetal
Wer auf der Schwäbischen Alb radeln möchte, kann sich beim Tourenportal outdooractive erkundigen. Dort ist unter anderem die Alb-Donau-Kreis-Radtour 2 von Lonsee durchs Lonetal und auf die Stubersheimer Alb gelistet. Um den Startpunkt Lonetal herum bieten „unzählige Flussschleifen immer neue Ausblicke auf Wiesen, Wälder und bizarre Felsen“, heißt es. Über Börslingen und Ballendorf nach Altheim müssen Radfahrer kräftig in die Pedale treten. Für die 48,2 Kilometer lange Route seien etwa dreieinhalb Stunden Fahrzeit einzuplanen. Übrigens: Wer dort im Sommer unterwegs ist, kann die Tour mit Ausflugsfahrten der historischen Dampf- und Museumszüge kombinieren.



