Prozess beginnt erneut
: Männer sprengen Geldautomaten und machen Beute in Millionenhöhe

In ganz Deutschland sollen 16 Männer Geldautomaten gesprengt haben und Millionen von Euro erbeutet haben. Das aufwendige Verfahren in Bamberg beginnt nochmal.
Von
dpa
Bamberg
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Prozessbeginn wegen Geldautomaten–Sprengungen in ganz Deutschland: ARCHIV - 25.04.2024, Bayern, Bamberg: Ein Angeklagter zeigt zwei Mittelfinger. In der John F. Kennedy-Halle Bamberg beginnt der Prozess wegen Geldautomaten-Sprengungen in ganz Deutschland. Die 16 Angeklagten sollen zwischen 2021 und 2023 in 30 Fällen Geldautomaten im ganzen Bundesgebiet gesprengt haben, um an Bargeld zu kommen. Ihre Beute betrug laut Anklage mehr als drei Millionen Euro - der entstandene Schaden mehr als fünfeinhalb Millionen. Für den Prozess am Landgericht Bamberg sind mehr als 70 Verhandlungstage geplant. (zu dpa: «Bundesweit Geldautomaten gesprengt - Prozess beginnt erneut») Foto: Daniel Löb/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Prozessbeginn wegen Geldautomaten–Sprengungen in ganz Deutschland.

Daniel Löb/dpa

Sie sollen bundesweit Geldautomaten gesprengt und dabei eine Millionenbeute gemacht haben. Gegen 16 Angeklagte einer mutmaßlichen Bande beginnt am Montag (9.00 Uhr) erneut der Prozess vor dem Landgericht Bamberg.

Die angeklagten Männer aus den Niederlanden und Belgien sollen laut Staatsanwaltschaft für 30 Sprengungen von Geldautomaten in ganz Deutschland verantwortlich sein. Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg sollen sie von 2021 bis 2023 zugeschlagen haben. Ihre mutmaßliche Beute: mehr als 3,3 Millionen Euro. Noch höher soll der durch die Sprengungen angerichtete Schaden sein: mehr als 5,5 Millionen Euro. Da die Ermittler den Angeklagten im Alter zwischen 23 und 43 Jahren auch Fälle in Zapfendorf und Forchheim in Oberfranken zur Last legen, wird der Fall vor dem Landgericht Bamberg verhandelt.

Zweiter Anlauf für das Verfahren

Es ist bereits der zweite Anlauf: Ein erstes Verfahren war Anfang Mai auf Antrag der Verteidiger ausgesetzt worden. Sie hatten bemängelt, Akten und Videomaterial erst so spät erhalten zu haben, dass eine Sichtung nicht möglich war.

Aufgrund der vielen Beteiligten ist der Prozess mit einem enormen Aufwand verbunden: 16 Angeklagte, mehr als 30 Verteidigerinnen und Verteidiger, dazu Dolmetscher. Der Prozess wird deshalb in einer Sporthalle auf dem Gelände des Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrums verhandelt. Zu den Verhandlungstagen müssen die Angeklagten aus unterschiedlichen Gefängnissen in ganz Bayern nach Bamberg gebracht werden. Bislang sind Termine bis Ende Januar 2026 vorgesehen.