Polizei macht kuriose Entdeckung
: 28-Jähriger spielt "Pokémon Go" während der Fahrt

Sehr abgelenkt war ein VW-Fahrer am vergangenen Wochenende in Pforzheim. Wie er der Polizei mitteilte, war er auf der Suche nach "Pokémon".
Von
Nico Pannewitz
Pforzheim
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epa05432916 A gamer sporting a shirt with an image of fictional creature Pikachu shows his mobile phone as he plays Pokemon Go near the Sydney Opera House in Sydney, New South Wales, Australia, 20 July 2016. The Sydney Opera House put Pokemon lures in the area for two hours on 20 July, inviting players to come to the forecourt to search for the fictional creatures. Pokemon Go, a Global Positioning System (GPS) based augmented reality mobile game, was released in Australia, New Zealand and the USA on 06 July 2016. EPA/DAVID MOIR AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Das Mobile Game "Pokémon Go", bei dem man durch "Augmented Reality" nach kleinen digitalen Monstern in der realen Umgebung jagt, gibt es bereits seit fast acht Jahren. Doch viele spielen das Spiel heute noch – so auch ein Autofahrer in Pforzheim (Symbolbild).

David Moir / dpa

Das Mobile Game "Pokémon Go" löste bei seiner Veröffentlichung im Jahr 2016 einen großen Hype aus. Zwar sind die meisten Spiele der Marke, bei der es darum geht, eine Vielzahl der sogenannten Fantasiemonster in der Spielwelt einzufangen, zu trainieren und gegen andere "Pokémon" antreten zu lassen, sehr erfolgreich. Doch "Pokémon Go" war besonders: Statt in einer komplett virtuellen Welt spielt sich das Ganze hier in einer "Augmented Reality" ab. Das heißt: Das Spiel greift auf die Navigationsdaten des Handys zu und platziert die Monster an Orten, die sich an der Karte der realen Umgebung des Spielers orientieren. Um die Pokémon zu finden und "einzufangen", muss sich der Spieler also tatsächlich durch seine Umwelt bewegen.

Auch acht Jahre später verlassen noch viele Menschen regelmäßig das Haus, um in der Nachbarschaft oder darüber hinaus ihre "Pokémon"-Sammlung zu vergrößern. Doch was ein harmloser Spaß sein mag, solange man sich zu Fuß an der frischen Luft befindet, kann dann ein Problem werden, wenn man sich und andere Menschen durch Abgelenktheit in Gefahr bringt. So geschehen jüngst am vergangenen Samstag, 12.07., in Pforzheim. Einer Zivilstreife der hiesigen Verkehrspolizei fiel an einer roten Ampel an der Büchenbronner Straße ein 28-jähriger VW-Fahrer auf. Dieser starrte angestrengt auf sein Handy, das in einer Halterung befestigt war. Nachdem die Ampel für die beiden Linksabbiegerspuren „grün“ wurde, fuhr der junge Mann los, schaute aber weiter auf sein Handy und wischte wiederholt auf dem Bildschirm herum. Als die Polizeibeamten den Fahrer deshalb anhielten und kontrollierten, gab der Mann ehrlich zu, dass er während der Fahrt mitten in einer Partie „Pokémon Go“ gesteckt hatte.

Um eine möglichst ablenkungsfreie Autofahrt zu garantieren, appelliert die Polizei an alle Autofahrer:

  • Während der Fahrt ein Smartphone nur über Freisprecheinrichtung zu nutzen, um beide Hände am Lenkrad und die Aufmerksamkeit auf der Straße zu halten.
  • Keine Apps oder Spiele wie „Pokemon Go“ während der Fahrt zu nutzen.

"Sicherheit geht vor: Denken Sie daran, dass Ihre Sicherheit und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer oberste Priorität hat", schreibt die Polizei in ihrer Mitteilung. "Ablenkungen jeglicher Art können schwerwiegende Folgen haben."

Sind "Monocams" die Antwort auf abgelenkte Autofahrer?

Obwohl "Texting" oder andere Nutzungen des Smartphones während der Fahrt Bußgelder oder schlimmere Strafen nach sich ziehen können, halten sich viele Autofahrer nach wie vor nicht an das Verbot – bei Kontrollaktionen werden immer wieder Fahrer erwischt, die durch ihr Handy oder Tablet abgelenkt waren. Doch das könnte sich in der Zukunft eventuell ändern: Blitzerähnliche Anlagen, sogenannte "Monocams", können den Verkehr beobachten und erkennen, ob Fahrer auf ihr Mobilgerät schauen. Auf diese Weise könnten theoretisch viel mehr Verkehrssünder erwischt und bestraft werden. Doch wird das Land Baden-Württemberg diese Technologie auch flächendeckend einführen?