Freie Sicht vorhergesagt
: Orte im Südwesten, wo man die Mondfinsternis am Sonntag sehen kann

Prinzipiell reicht ein wolkenfreier Himmel, um am Sonntagabend (7. September) den verfinsterten Mond sehen zu können. Ob das Wetter mitspielt und was man beachten muss.
Von
Ronja Engels,
dpa
Laupheim/Stuttgart
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Das Spektakel mit dem Blutmond am Nachthimmel über Ulm haben viele live verfolgt und auch auf Bild festgehalten. Bei der seltenen totalen Mondfinsternis sind diese tollen Aufnahmen entstanden.

Mondfinsternis 2018

Blutrot leuchtete der Mond bei der totalen Mondfinsternis 2018 über Ulm. Anfang September 2025 ist es wieder soweit.

Volkmar Könneke (Archiv)
  • Totale Mondfinsternis am 7. September 2025 in Baden-Württemberg – Wetter könnte Beobachtung erschweren.
  • Sichtbarkeit eingeschränkt: Mond geht bereits verfinstert auf, oft erst nach Totalität erkennbar.
  • Sternwarten bieten Beobachtungen an – nur bei gutem Wetter; teils Voranmeldung nötig.
  • Planetarium Stuttgart zeigt ab 18 Uhr „The Dark Side of the Moon“ mit 360°-Projektion.
  • Nächste totale Mondfinsternis in Deutschland: Silvester 2028; partielle am 28. August 2026.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer sich für Astronomie begeistert, kann sich auf den Sonntagabend, 7. September, freuen: Eine totale Mondfinsternis ist dann über Deutschland sichtbar. Nachdem zuletzt dichte Wolken vorhergesagt wurden, wird nun Sonntag ein richtiger Sommertag erwartet – mit bis zu 29 Grad im Südwesten und wolkenfreien Himmel bis Mitternacht. Somit sollte es in Baden-Württemberg „super Sicht“ auf den Mond geben, so Meterologe Thomas Schuster vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Stuttgart.

Die totale Mondfinsternis beginnt mit Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde gegen 17.27 Uhr. Eine Stunde später gerät er in den Kernschatten. Gegen 19.30 Uhr beginnt die Totalität, die etwa bis kurz vor 21 Uhr dauert. Dann schiebt sich der Vollmond aus dem Kernschatten heraus, bevor er ihn gegen 21.57 Uhr ganz verlässt.

„Leider hat die Mondfinsternis dieses Mal einen riesengroßen Haken“, sagt Carolin Liefke, stellvertretende Leiterin des Hauses der Astronomie in Heidelberg. „Egal wo: Der Mond geht schon komplett verfinstert auf.“ Weil er auch kein außergewöhnlich großer „Supermond“ ist, könnte er gerade direkt am Horizont schlecht zu erkennen sein – sondern erst, wenn er höher am Himmel, über den Dunstschichten steht. „Es ist sogar möglich, dass man ihn erst sehen kann, wenn er schon aus der totalen Finsternis raus ist“, so Liefke.

Wer für die Mondsuche professionelle Unterstützung erhalten möchte, kann eine der Sternwarten und Planetarien in Baden-Württemberg besuchen, die am Sonntagabend für das Spektakel extra öffnen. Eine Auswahl.

Bei schlechtem Wetter ab zur Zollern-Alb

Das Planetarium Laupheim lädt auf das oberste Parkdeck des Parkhauses Rabenstraße ein. Der Grund: Der Mond geht bei Sonnenuntergang bereits verfinstert auf und deshalb muss der Beobachtungsort freie Sicht in den Osten haben, was beim Planetarium nicht der Fall ist. Nur bei gutem Wetter können Interessierte von 19.15 Uhr bis 21.30 Uhr das Deck besuchen. Gegen 21 Uhr endet die Totalität der Mondfinsternis. Dann schiebt sich der Vollmond schon wieder aus dem Kernschatten der Erde heraus, bevor er ihn etwa eine Stunde später ganz verlässt. Der Eintritt ins Parkhaus ist für Auto und Mensch an diesem Abend frei. Nach Möglichkeit sollen Besucherinnen und Besucher Sitzgelegenheiten, Ferngläser sowie Proviant mitbringen. Das Planetarium stellt zudem Teleskope und Ferngläser.

Das nächste Mal verfinstert sich der Mond erst 2028

An Silvester in drei Jahren gibt es in Deutschland die nächste Chance, das spektakuläre Himmelsereignis einer totalen Mondfinsternis zu sehen. Wer sie zuvor sehen will, muss weit reisen: Am 3. März 2026 können Astronomiebegeisterte sie von Asien und Amerika aus sehen, sagt Carolin Liefke, stellvertretende Leiterin des Hauses der Astronomie in Heidelberg.

Eine partielle Mondfinsternis kann man von Deutschland immerhin am 28. August 2026 beobachten. Allerdings müsse man hierfür in den sehr frühen Morgenstunden – gegen 4.30 Uhr – aufstehen, so Liefke.

Wer sich schon einen Eindruck verschaffen will, wie so eine Mondfinsternis aussieht, findet zum Beispiel auf der Homepage der Sternwarte Zollern-Alb Videos von einem ähnlichen Ereignis vor fünf Jahren. Am Sonntag wollen die Fachleute von 19.45 Uhr an auf den Parkplätzen vor der Sternwarte in Rosenfeld Geräte zur Beobachtung zur Verfügung stellen. Dafür ist aber eine Anmeldung bis Freitagmittag über ein Onlineformular nötig. Der Eintritt hierfür ist frei.

Sollte das Wetter nicht mitspielen, wird ein – dann allerdings kostenpflichtiges – Ersatzprogramm aus Präsentationen zu verschiedenen Themen geboten. „Bei einer Wetteränderung und der Möglichkeit zur Beobachtung der Finsternis wird das Programm sofort unterbrochen“, heißt es weiter.

Im Ostalbkreis hat die Sternwarte Aalen die Beobachtung der Mondfinsternis von 20 bis 22 Uhr auf dem Programm. Wer bei Konstanz kurz über die Grenze zur Schweiz huscht, ist von 19 Uhr an im Bodensee Planetarium in Kreuzlingen zu einem öffentlichen Abend in der Sternwarte richtig.

Vom Schauinsland in den Himmel schauen

Die Sternwarte Stuttgart ist bei schönem Wetter von 20 Uhr an geöffnet. Interessierte sollten dann aber pünktlich sein, um die totale Phase der Mondfinsternis noch vor ihrem Ende um kurz vor 21 Uhr zu erleben. Der Eintritt ist hier ebenfalls frei.

Die Astronomische Vereinigung Karlsruhe (AVKa) will die Sternwarte Karlsruhe auf dem Max-Planck-Gymnasium in Rüppur immerhin von 19 Uhr an öffnen – aber auch nur dann, „wenn das Wetter Beobachtungen erlaubt“. Darüber informiert die AVKa am Sonntag um 18 Uhr auf ihrer Internetseite.

„Mit unseren Teleskopen lässt sich ein gestochen scharfer Blick auf die Struktur des Mondes werfen, die durch den wandernden Erdschatten besonders gut sichtbar sein wird“, versprechen die Sternfreunde Breisgau. Sie wollen sich bei gutem Wetter ab 19.45 Uhr an der Rotlache auf dem Schauinsland treffen und laden Gäste ein, einen Blick durch ihr Instrumentarium zu werfen. Ihr Tipp: Passende Kleidung, da es auf dem Berg nahe Freiburg auch im Sommer schnell kühl wird.

Das Planetarium Stuttgart befasst sich ebenfalls mit dem Mond – aber auf ganz andere Weise: Ab 18 Uhr läuft dort das erfolgreiche Album der britischen Rockband Pink Floyd „The Dark Side of the Moon“ einmal in Gänze. „Ohne dass es vom Bandleader Roger Waters beabsichtigt war, scheinen etliche Stücke des Albums geradezu für die Kuppelprojektion im Planetarium geschaffen zu sein“, heißt es dazu. So wird die Musik mit 360-Grad-Projektion, Sternenprojektor und Lasershow kombiniert. Tickets kann man im Internet für 9 Euro vorbestellen.

Auf dem Mond gibt es zeitgleich eine Sonnenfinsternis

Wären Menschen während der Mondfinsternis auf dem Mond, würden sie wegen der Lichtbrechung keine vollständige Dunkelheit erleben. Ganz anders: „Für sie wäre es eine von der Erde verursachte Sonnenfinsternis - denn die Sonne verschwindet ja dann hinter der dunklen Erdscheibe“, schreibt der DLR auf der Homepage. „Beobachten wir also von der Erde aus eine Mondfinsternis, dann sehen Menschen vom Mond aus gleichzeitig eine Sonnenfinsternis.“