Nachzahlungen von mehr als 438.000 Euro
: Influencer unter Druck – Steuerfahndung wertet Daten aus

Influencer in Baden-Württemberg geraten ins Visier der Steuerfahndung: Nachzahlungen von mehr als 438.000 Euro wurden fällig. Was haben die Social-Media-Stars versäumt?
Von
dpa
Stuttgart
Jetzt in der App anhören
Influencer sitzt mit dem Smartphone hinter einem Ringlicht: ILLUSTRATION - Auf vertrauenswürdige Accounts achten: Zu Medfluencern gehören echte Experten wie Ärzte oder Pflegekräfte - aber auch fachfremde Laien. (zu dpa: «Gesundheitsinfluencer - wer ist seriös?») Foto: Niklas Graeber/dpa/dpa-mag - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes dpa-Magazin +++ dpa-Magazin +++

Innerhalb eines halben Jahres kam es bislang zu Steuernachzahlungen in Höhe von rund 438.000 Euro, wie Finanzstaatssekretärin Andrea Lindlohr (Grüne) in Stuttgart mitteilte.

Niklas Graeber/dpa-mag/dpa/Symbolbild
  • Steuerfahndung fokussiert Influencer in Baden-Württemberg – Nachzahlungen von rund 438.000 Euro.
  • 100 Social-Media-Fälle liegen aktuell bei Steuerfahndung sowie Straf- und Bußgeldstellen.
  • Finanzstaatssekretärin Lindlohr: Gleiche Regeln wie für klassische Unternehmen gelten.
  • SES verschickte im Dezember knapp 900 Kontrollmitteilungen an Finanzämter.
  • Digitale Daten werden gezielt ausgewertet, Betriebsprüfungen brachten 1,71 Mrd. Euro Mehrergebnis.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Steuerfahndung nimmt die Influencer-Branche ins Visier. Für Baden-Württembergs digitale Werbestars wird das lukrative Geschäft mit Reichweite zunehmend zum steuerlichen Risiko: Innerhalb eines halben Jahres kam es bislang zu Steuernachzahlungen in Höhe von rund 438.000 Euro, wie Finanzstaatssekretärin Andrea Lindlohr (Grüne) in Stuttgart mitteilte. Außerdem gebe es 100 Fälle aus dem Social-Media-Bereich, die aktuell in den Steuerfahndungs- sowie Straf- und Bußgeldsachenstellen bearbeitet werden. „Am Ende geht es um Steuergerechtigkeit. Wer seine Einnahmen ordnungsgemäß versteuert, muss sich darauf verlassen können, dass dieselben Maßstäbe auch für alle anderen gelten.“

Die Sondereinheit für Steueraufsicht in Baden-Württemberg (SES) hatte im Dezember vergangenen Jahres knapp 900 Kontrollmitteilungen an die Finanzämter geschickt. Das ist ein Hinweis an ein anderes Finanzamt, der dort eine steuerliche Prüfung anstoßen oder ergänzen kann. Der Betroffene erfährt davon nichts.

Digitale Recherchen führen zum Erfolg

Lindlohr sagte, klar sei, für digitale Geschäftsmodelle würden dieselben steuerlichen Regeln wie für klassische Unternehmen gelten. „Deshalb verstärkt die Steuerverwaltung ihre Kontrollen in diesem Bereich. Daten und Informationen aus digitalen Quellen werden gezielt ausgewertet und Auffälligkeiten geprüft.“ Die seit 2014 bestehende SES ist eine spezialisierte Ermittlungsgruppe, die die Steuerfahndungsstellen im Land bei digitalen Recherchen unterstützt.

Nach Angaben des Finanzministeriums wurden bei Betriebsprüfungen im vergangenen Jahr ein Mehrergebnis von rund 1,71 Milliarden Euro erzielt. Bei den Umsatzsteuer-Sonderprüfungen waren es rund 245,6 Millionen Euro.