Nach Klöckners „Puff“-Äußerung: Auch Warken für Sexkaufverbot in Deutschland

„Deutschland darf nicht länger das Bordell Europas sein“, sagte Warken.
Michael Kappeler/dpa- Gesundheitsministerin Warken (CDU) fordert ein Sexkaufverbot nach dem nordischen Modell.
- Auch Bundestagspräsidentin Klöckner setzt sich für härtere Gesetze gegen Prostitution ein.
- Das nordische Modell bestraft Freier, entkriminalisiert Prostituierte und bietet Ausstiegshilfen.
- Klöckner kritisiert Deutschland als „Puff Europas“ und fordert ein Ende dieses Images.
- Die Frauen Union unterstützt die Einführung des nordischen Modells in Deutschland.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In der von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner angestoßenen Debatte über Prostitution in Deutschland bekommt die Politikerin Rückendeckung von Gesundheitsministerin Nina Warken (beide CDU). „Deutschland braucht wie andere Länder auch ein strafbewehrtes Sexkaufverbot für Freier“, sagte sie der „Rheinischen Post“ vom Donnerstag. „Prostituierte sollen straffrei bleiben und umfassende Ausstiegshilfen erhalten.“
Klöckner: Deutschland als der „Puff Europas“
Klöckner hatte am Dienstag bei einer Laudatio die aktuelle Gesetzgebung in Deutschland kritisiert. Deutschland sei der „Puff Europas“, sagte sie. Das seit 2017 geltende Prostituiertenschutzgesetz sieht eine Anmeldepflicht für Prostituierte sowie eine Erlaubnispflicht für Gewerbe, also etwa Bordelle, vor.
Sie plädierte für das sogenannte nordische Modell. Dieses stellt den Sexkauf unter Strafe, entkriminalisiert aber die Prostituierten selbst und sieht Sexualaufklärung und Ausstiegshilfen vor. „Ich bin fest der Überzeugung: Wir müssen die Prostitution und den Sexkauf hierzulande endlich auch verbieten“, sagte Klöckner in einer Laudatio bei der Verleihung des Heldinnen-Awards in Berlin.
„Deutschland darf nicht länger das Bordell Europas sein“, sagte dazu nun auch Warken der Zeitung. Die Frauen Union sprach sich dabei ebenfalls dafür aus, dem sogenannten nordischen Modell zu folgen. Es gilt zum Beispiel in Schweden, Frankreich und Norwegen.
Auch Warken ist für nordisches Modell
Das nordische Modell sieht die Bestrafung von Freiern und die Schließung von Bordellen vor. Nach dem zuerst in Schweden eingeführten Modell ist der Kauf sexueller Dienstleistungen illegal, der Verkauf von Sex bleibt dagegen straffrei. Prostituierte erhalten Hilfe, um sich eine neue Existenz aufzubauen.
Die bisherige Gesetzgebung in Deutschland schütze Prostituierte bislang nicht ausreichend, sagte Klöckner. „Ganz im Gegenteil, weder das Prostitutionsgesetz noch das Prostituiertenschutzgesetz stärken die Rechte der Frauen in der Prostitution nachhaltig“.
