Mordauftrag bei Göppingen: Wenn ein 19-Jähriger für 1700 Euro zum Killer wird

Spurensicherung am Tatort bei Schlierbach: Auf diesem Feldweg wurde 2013 ein 44-Jähriger niedergeschossen.
Giacinto Carlucci- True-Crime-Podcast „Akte Südwest“ beleuchtet den Mordauftrag von Schlierbach.
- 2013 wurde ein 44-Jähriger auf einem Feldweg bei Schlierbach angeschossen – er überlebte.
- Drahtzieher war ein 26-jähriger Reiterhofbetreiber, der aus Eifersucht handelte.
- Den Schuss gab ein 19-jähriger Kleinkrimineller ab, weitere Helfer organisierten Auto und Waffe.
- Laut Reporterin fehlte dem Haupttäter Empathie, zwei Täter ließen sich für 1700 Euro anwerben.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Für einen 44-Jährigen aus Kirchheim/Teck wird am 21. August 2013 ein Albtraum wahr: Als der Mann auf einem Feldweg bei Schlierbach (Kreis Göppingen) mit seinem Hund spazieren geht, nähert sich ein Auto – und plötzlich fallen Schüsse. Schwer getroffen robbt das Opfer in die Deckung eines Maisfelds. Doch im Auto fallen die Worte: „Steig aus, der lebt noch.“ Also folgt der Schütze wie befohlen seinem wehrlosen Opfer und feuert erneut auf den 44-Jährigen. Als die Täter glauben, die Mordtat ist vollbracht, fahren sie davon. Ihr Opfer aber kann mit letzter Kraft Hilfe rufen – und überlebt schwerst verletzt.
Als die Polizei mit den Ermittlungen beginnt und Stück für Stück der Wahrheit in dem Fall näherkommt, stößt sie auf ein Geflecht aus Vollstreckern, Helfershelfern, Mitwissern – sowie den Drahtzieher der Bluttat, einen 26-jährigen Betreiber eines Reiterhofs. Warum wollte der Auftraggeber den 44-Jährigen aus dem Weg räumen? Warum haben insgesamt vier Personen mitgemacht bei dem wahnwitzigen Plan? Und wie muss jemand gestrickt sein, dem ein Menschenleben nur 1700 Euro wert ist? Um diese Fragen geht es in der neuesten Folge von „Akte Südwest“, dem True-Crime-Podcast der SÜDWEST PRESSE.
Zu Gast ist dieses Mal Karin Tutas, langjährige Reporterin der SWP-Redaktion in Göppingen. Sie kam bereits kurz nach der Tat zufällig am Tatort vorbei und fing direkt an, zu recherchieren. „Ich war auf dem Rückweg von einem Termin und sah direkt, dass da auf den Feldern irgendwas los war“, berichtet Tutas im Podcast. „Da waren wahnsinnig viele Einsatzfahrzeuge und Polizisten, die das Gelände durchkämmt haben.“
Den Abzug drückte ein 19-jähriger Kleinkrimineller
Als die Polizei bereits Tage später mehrere Verdächtige gefasst hat und ihre Ermittlungsergebnisse präsentiert, wird klar: Es geht um einen Mordauftrag. Der Drahtzieher, ein 26-jähriger Betreiber eines Reiterhofs, soll mehrere Handlanger mit der Tat betraut haben; den Abzug drückte schließlich ein 19-jähriger vorbestrafter Kleinkrimineller.
Das Motiv aber hat nicht etwa etwas mit Drogenhandel oder Mafia-Einflüssen zu tun. Es ging schlichtweg um Eifersucht. „Es war gekränkte männliche Eitelkeit, die zu dieser Bluttat führte“, sagt Karin Tutas, die auch den Gerichtsprozess eng verfolgte. Der 26-jährige Drahtzieher sah den 44-Jährigen als Nebenbuhler. „Er konnte nicht ertragen, dass seine Ex-Freundin die Beziehung beendet hat und wieder mit dem 44-Jährigen zusammen war“, berichtet die Reporterin. „Er war rasend eifersüchtig.“ Vor Gericht habe sich gezeigt, dass dem Haupttäter jegliche Empathie und jedes Schuldbewusstsein fehlte.
Warum aber mehrere Menschen als Unterstützer bei der Tat dabei waren, kann sich die Reporterin bis heute nicht erklären. Ein Angeklagter hatte die Tatwaffe besorgt, die Schwester des Schützen das Tatfahrzeug und Autokennzeichen, zwei Handlanger waren für den Mord selbst zuständig. „Es war für mich schockierend, dass diese zwei jungen Männer sich für 1700 Euro zu so einer schwerwiegenden Tat haben anheuern lassen.“ Nach erledigtem Auftrag hätten sie „ein paar Joints geraucht und ganz normal gegrillt“.
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