Minister Strobl nach Vorfall in Wangen
: „Wer Polizisten mit dem Messer angreift, hat sich entschieden, nicht mehr zu leben“

Nach dem tödlichen Polizeieinsatz im Kreis Göppingen hat sich Innenminister Thomas Strobl (CDU)  mit deutlichen Worten geäußert. Dabei nahm er auch Bezug auf den Tod des Mannheimer Polizisten Rouven Laur.
Von
Ulrike Bäuerlein
Stuttgart
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Festnahme mutmaßlicher Russland-Agenten - Presekonferenz: 14.05.2025, Baden-Württemberg, Stuttgart: Thomas Strobl (CDU), Innenminister von Baden-Württemberg, gibt im Landtag ein Statement ab zu mutmaßlichen Agenten, die zuvor festgenommen wurden. Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Warnt Menschen jeder Nationalität davor, Polizisten anzugreifen: Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU).

Bernd Weißbrod/dpa
  • Polizeieinsatz in Wangen: 27-jähriger Afghane bei Messerangriff auf Beamte erschossen.
  • Hintergrund: Haftbefehl wegen Körperverletzung; Messerangriff führte zu Schusswaffeneinsatz.
  • Innenminister Strobl: „Messerangriffe rechtfertigen Schusswaffeneinsatz – gilt für alle Nationalitäten.“
  • Ein Polizist leicht verletzt; Ermittlungen durch das Landeskriminalamt übernommen.
  • Strobl verweist auf tödlichen Angriff 2022 auf Polizist in Mannheim.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat in Stuttgart erste Stellung zu den aktuellen Vorfällen in Wangen im Kreis Göppingen genommen. Am Morgen hatten Polizeibeamte dabei einen Mann erschossen, der die Polizisten zuvor mit einem Messer angegriffen hatte. Laut Strobl handelt es sich dabei um einen 27-jährigen afghanischen Staatsangehörigen, der von zwei Polizeibeamten an seinem Wohnort in Wangen aufgesucht worden war.

Die Beamten wollten gegen den Mann einen wegen Körperverletzung ausgestellten richterlichen Vorführungsbefehl ausführen. Im Verlauf habe der Mann ein Messer gezogen und die Einsatzkräfte unvermittelt angegriffen, sagte Strobl am Mittag in Stuttgart. „Die Polizeibeamten haben daraufhin mehrere Schüsse abgegeben, der Angreifer ist trotz sofort eingeleiteter lebensrettender Maßnahmen verstorben.“ Ein Polizeibeamter sei durch Schnittverletzungen verletzt worden, allerdings nicht lebensbedrohlich.

„Messerangriff rechtfertigt einen Schusswaffeneinsatz“

Strobl habe, sagte er, bereits mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) in dieser Sache Kontakt gehabt. Die weiteren Ermittlungen habe das baden-württembergische Landeskriminalamt (LKA) übernommen. Strobl: „Eines ist klar: Wer mit einem Messer einen Polizisten angreift, hat sich entschieden, nicht mehr zu leben. Jedenfalls, nicht mehr in diesem Land zu leben. Ein Messerangriff auf einen Polizisten rechtfertigt für mich einen Schusswaffeneinsatz.“

Auf Nachfrage ergänzte Strobl, dass dies für Täter aller Nationalitäten gelte. „Es ist ernst gemeint, wenn ich sage: In diesem Land greift man keinen Polizisten mit einem Messer an. Und wer das tut, riskiert sein Leben. Punkt.“ Und, Bezug nehmend auf den tödlichen Messerangriff auf den Polizeibeamten Rouven Lauer im vergangenen Jahr in Mannheim: „Es ist jetzt mal gut. Nach diesem bestialischen Mord an einem Polizeibeamten ist es jetzt mal gut. Das gilt für alle Täter, die vorhaben, mit einem Messer auf einen Polizisten vorzugehen, unabhängig von der Nationalität.“

Dass Polizisten die Schusswaffe einsetzen, ist eigentlich selten. In den letzten Jahren haben sich diese Fälle allerdings deutlich erhöht. Unter anderem deswegen wird in Baden-Württemberg nun auch der Einsatz von Tasern erprobt.

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