Manuel Hagel
: CDU-Mittelstandsvereinigung relativiert Kritik – „betrifft nicht ihn persönlich“

Die Mittelstandsvereinigung stehe weiter an der Seite der CDU, heißt es in einer Erklärung. Die Kritik sei jedoch berechtigt und notwendig.
Von
dpa
Stuttgart
Landtagswahl in Baden-Württemberg: ARCHIV - 08.03.2026, Baden-Württemberg, Stuttgart: Manuel Hagel (CDU), Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 und Landesvorsitzender, gibt ein Interview für das Fernsehen. Am 08. März fand in Baden-Württemberg die Landtagswahl satt. (zu dpa: «CDU-Mittelstandsvereinigung greift Hagel massiv an») Foto: Markus Lenhardt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Manuel Hagels CDU hat die Landtagswahl ganz knapp gegen Cem Özdemir und die Grünen verloren. Zu der Kritik an seinem Wahlkampf hat er sich bisher nicht geäußert.

Markus Lenhardt/dpa
  • MIT relativiert Kritik an Hagels Wahlkampf – es gehe um Strategie und Umsetzung.
  • Die Darstellung Hagels sei betroffen, jedoch ausdrücklich nicht seine Person.
  • Kritik an Defiziten der Digitalstrategie bleibt bestehen und gilt als notwendig.
  • MIT unterstützt die CDU in Sondierungen mit den Grünen und fordert wirtschaftsnahe Politik.
  • Hagel äußerte sich nicht; CDU-Sozialflügel, Junge Union und Frauen-Union stellten sich hinter ihn.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem Frontalangriff auf CDU-Landeschef Manuel Hagel und dessen Wahlkampagne hat die CDU-Mittelstandsvereinigung ihre Kritik relativiert. Die kritischen Anmerkungen hätten sich klar gegen die strategische Ausrichtung und organisatorische Umsetzung des Wahlkampfs gerichtet, teilte die Mittelstandsvereinigung mit. „In diesem Zusammenhang betrifft sie auch die Art der Darstellung der Person Manuel Hagels, jedoch ausdrücklich nicht ihn persönlich.“

Die kritische Aufarbeitung eines Wahlkampfs sei kein Zeichen von Unstimmigkeit, sondern „Ausdruck politischer Verantwortung“, heißt es in der Mitteilung weiter. „Die vorgebrachte Kritik – insbesondere auch mit Blick auf Defizite in der Digitalstrategie – ist berechtigt und notwendig.“ Ein offener und transparenter Diskurs sei unverzichtbar, wenn aus Wahlergebnissen die richtigen Schlüsse gezogen werden sollten.

Kritik mitten in den Sondierungsgesprächen

Die Mittelstandsvereinigung (MIT) stehe an der Seite der CDU und werde die Sondierungsgespräche konstruktiv begleiten, teilte die Vereinigung mit. „Zugleich unterstreicht sie: Wer die Wahlergebnisse ernst nimmt, muss eine bürgerliche, wirtschaftsfreundliche und mittelstandsorientierte Politik zur Grundlage der weiteren Verhandlungen machen.“

MIT-Landeschef Bastian Atzger hatte Hagel und die CDU-Kampagne zuvor heftig kritisiert – und das in der kritischen Phase der Sondierungsgespräche mit den Grünen. Atzger wirft Hagel in der aktuellen Ausgabe der Mitgliederzeitschrift der Mittelstands- und Wirtschaftsunion einen „schlecht geplanten und ungeschickt ausgeführten Wahlkampf“ vor. Er hatte die Kampagne als „Fahrt im Schlafwagen“ bezeichnet und Hagels „unbeholfene Reaktion“ auf das „Rehaugen-Video“ kritisiert, welches Polit- und Kommunikationsprofis schnell hätten abräumen können. Charismatische Führungsstärke lasse sich nicht simulieren, so Atzger in seiner Analyse. Zunächst hatten „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ berichtet.

Hagel hatte sich zu den Vorwürfen nicht äußern wollen. Der CDU-Sozialflügel, die Junge Union und die Frauen-Union waren dem CDU-Landeschef allerdings beigesprungen.