Kriminalität in BW: Vorsicht Falle! Polizei warnt vor verkleideten Betrügern

Die Polizei warnt vor Betrügern, die sich als Polizisten ausgeben.
Silas Stein/dpa- Betrüger als Polizisten: Täuschend echte Uniformen und gefälschte Polizeimarken im Einsatz.
- Zielgruppe sind vor allem ältere Menschen – Fälle in Heilbronn, Schleswig und Borken bekannt.
- Täter fordern Wertsachen „zum Schutz“ oder dringen gewaltsam in Wohnungen ein.
- Polizei rät: Dienstausweis prüfen, nie Geld oder Daten herausgeben, im Zweifel 110 wählen.
- Neue Polizeiausweise mit Hologrammen und Brailleschrift sollen Fälschungssicherheit erhöhen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sie klingeln an der Haustür und machen Eindruck: Falsche Polizisten in täuschend echter Uniform oder ähnlicher Kleidung treiben mancherorts ihr Unwesen. Das Landeskriminalamt (LKA) beobachtet das Phänomen vereinzelt schon länger. Bei Heilbronn traten solche Betrüger nun verstärkt auf - die dortige Polizei spricht von einem neuen „Modus Operandi“.
Das Problem: Nicht immer können Bürger auf die Schnelle erkennen, dass die Männer oder Frauen vor der Tür keine echte Dienstuniform tragen. Doch es gibt Wege, die falschen Polizisten zu entlarven.
Die perfide Masche der Täter
Falsche Polizeibeamte am Telefon sind nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums ein seit Jahren bundesweit bekanntes Betrugsphänomen. So behaupten die angeblichen Beamten etwa, dass Einbrecher es auf das Ersparte der Opfer abgesehen hätten. Es wird deshalb ein Termin vereinbart, damit Wertsachen abgeholt und angeblich „in Sicherheit“ gebracht werden können.
Neuer ist, dass Täter - wie im Juli gehäuft im Bereich Brackenheim (Kreis Heilbronn) - mitten am Tag in polizeiähnlicher Kleidung direkt an der Tür klingeln, teils gefälschte Polizeimarken zeigen, um mit obiger Masche an Wertsachen zu kommen.

Ein Polizist präsentiert im Innenministerium einen Musterausweis (r) der neuen Dienstausweise der Polizei Baden-Württemberg. Links ein alter Dienstausweis. Rund 28.500 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte der Polizei in Baden-Württemberg erhalten derzeit neue Dienstausweise mit erhöhter Fälschungssicherheit.
Bernd Weißbrod/dpaÄltere im Visier der Betrüger
Bundesweit haben es die Täter vor allem auf ältere Menschen abgesehen. So erbeuteten im norddeutschen Schleswig zwei verkleidete Uniformierte mit dieser Masche bei einem 84-Jährigen einen mittleren fünfstelligen Bargeldbetrag. Im nordrhein-westfälischen Borken klingelten im Juni angebliche Beamte in Uniform bei einem Rentnerpaar in der Nacht. Als der Hauseigentümer öffnete, drängten sie ihn ins Haus, fesselten die alten Leute und raubten sie aus.
Wie Betrüger an eine Uniform kommen
Uniformteile wie Schutzwesten oder Schutzwestenhüllen kann man im Online- und Einzelhandel kaufen. Dem LKA zufolge dürfen sie aber nicht mit Hoheitsabzeichen oder Landeswappen versehen sein. Kleidungsstücke mit dem Schriftzug „Polizei“ dürfen nur verkauft werden, wenn der Käufer sich als Polizist ausweist. Der echten Uniform ähnelnde Kleidung gibt es aber auch als Faschingskostüm.
Wie man falsche Polizisten entlarvt
Polizisten tragen ganze Uniformen und nicht nur Einzelteile davon. „Achten Sie auf das gesamte Erscheinungsbild“, empfiehlt das Innenministerium. Auch hat ein echter Polizist immer seinen Dienstausweis dabei.
Klingeln Uniformierte an der Haustür, sollte man sich immer den Dienstausweis zeigen lassen und im Zweifel bei der Behörde anfragen, ob die angebliche Amtsperson wirklich von dort kommt.

Das Wappen der Polizei Baden-Württemberg auf der Uniform eines Polizisten.
Silas Stein/dpaDie Polizei bittet nicht um Geld
Mit Unbekannten sollte man an der Haustür nach Empfehlung des LKA nur mit Gegensprechanlage oder vorgelegter Türsperre reden; oder durch die geschlossene Tür.
Man sollte sich nicht unter Druck setzen lassen und auf keinen Fall persönliche Daten preisgeben oder die Unbekannten hereinlassen. Und erst recht niemals Geld oder Wertsachen herausgeben. „Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bzw. Wertsachen bitten“, so das Ministerium.
Tipps zur Prävention gibt die Polizei auch im Internet mit Infos und Filmen. Auch verteilt sie Broschüren und Informationsblätter etwa in Läden oder bei Banken.
Wie erkenne ich einen Polizeiausweis?
Ein Polizist hat immer den Dienstausweis dabei. Darauf sind neben dem Bild des Beamten unter anderem der Name und Dienstgrad zu sehen. Auf dem alten Ausweis steht „Dienstausweis“, auf dem neuen „Polizeidienstausweis“. Auf beiden ist der Schriftzug „Polizei Baden-Württemberg“ mit Polizeistern abgebildet.
Warum gibt es zwei Ausweis-Versionen?
Derzeit werden neue bundeseinheitliche Polizeidienstausweise eingeführt. Nach und nach sollen alle 28.500 Beamtinnen und Beamten der Polizei in Baden-Württemberg den neuen Dienstausweis mit erhöhter Fälschungssicherheit erhalten. Die bisherigen Ausweise gelten weiter, bis jeder Polizist den neuen hat.
Was ist beim neuen Ausweis anders?
Der neue Ausweis hat mehrere Sicherheitsmerkmale: So ist auf der Vorderseite der Polizeistern als Hologramm aufgedruckt, es gibt spürbare Erhebungen und das Foto des Polizisten ist als Kippbild gestaltet. Auf der Rückseite ist der 110-Schriftzug in optisch variabler Tinte ausgeführt. Für blinde und sehbehinderte Menschen ist auf der Ausweisrückseite das Wort „Polizei“ in Brailleschrift abgebildet.
Die Polizeidienstausweise der zehn beteiligten Länder sind vom Grunddesign einheitlich. Landeswappen und Polizeisterne auf der Vorderseite weisen auf das jeweilige Land hin.
Warum war der neue Ausweis nötig?
Die Menschen im Land müssten sich sicher sein können, dass derjenige, der sich als Polizist zu erkennen gebe, auch tatsächlich ein Polizist sei, betont Innenminister Thomas Strobl (CDU). Die Echtheit des neuen Ausweises könne jeder einfach und schnell über die leicht erkennbaren Sicherheitsmerkmale überprüfen. „Das ist wichtig, denn immer wieder geben sich Betrüger als Polizeibeamte aus“, sagt Strobl.
Notfalls die 110 wählen
Im Zweifel sollte man beim Auftauchen von Uniformierten an der Haustür die örtliche Polizei oder die 110 anrufen. Denn nur mit Wachsamkeit und schnellem Handeln könne man Betrügern das schmutzige Handwerk legen, so der Innenminister.
Wichtig: „Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus“, betont das LKA. Etwa im Internet oder über die Telefonauskunft. Die angeblichen Amtspersonen sollen dabei vor der verschlossenen Tür warten.
