Kriegsspuren bei Furtwangen im Schwarzwald: Geheimnisvolle Betonruinen auf dem Brend – was steckt hinter dem Lost Place?

Die Betonreste auf dem Brend stammen aus dem Zweiten Weltkrieg. Aber was war das eigentlich?
Leroy Behrens- Nahe dem Brendturm liegen Betonreste einer Flugabwehrstellung aus dem Zweiten Weltkrieg.
- Die Stellungen gehörten zur Luftverteidigungszone West – ein Gürtel von 1938 bis 1940.
- Vor Ort sind Mauern und Vertiefungen sichtbar, vieles ist überwuchert oder beschädigt.
- Umfang, Nutzung und Stationierungsstärke sind unklar, teils werden gesprengte Teile vermutet.
- Die Überreste sind in wenigen Minuten erreichbar, Betreten nur auf Wegen und ohne Hineinklettern.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Wer auf den Brend kommt, der dreht meistens eine gemütliche Runde durch den Schwarzwald und genießt die Natur. Auf knapp 1150 Metern Höhe erstrecken sich Wälder und Wiesen. Bei klarem Wetter reicht der Blick vom Aussichtsturm weit über die Region hinaus. Doch ganz in der Nähe des beliebten Ausflugsziels verbirgt sich ein Ort, der so gar nicht zur idyllischen Schwarzwaldlandschaft passt.
Schon von Weitem erkennt man massive Betonreste, alte Mauern und ungewöhnliche Vertiefungen. Das Ganze erinnert an die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte – den Zweiten Weltkrieg. Was auf den ersten Blick nach Überresten eines verlassenen Bunkers aussieht, ist eigentlich Teil einer ehemaligen Flugabwehrstellung.
Die Anlage gehörte zur sogenannten Luftverteidigungszone West. Dabei handelte es sich um einen militärischen Befestigungsgürtel, den Nazi-Deutschland zwischen 1938 und 1940 zur Abwehr feindlicher Flugzeuge errichten ließ. Er erstreckte sich vom Ruhrgebiet bis in den Süden an die Schweizer Grenze. Zu den Anlagen gehörten befestigte Stellungen für Flugabwehrkanonen, sogenannte Flakgeschütze, sowie weitere Einrichtungen zur militärischen Nutzung. Auch auf dem Brend entstanden solche Betonbauten. Die heute noch sichtbaren Überreste dienten unter anderem als Geschützstellungen.
Vieles ist inzwischen überwuchert
Doch wie sieht es an diesem Ort heute aus? Wer sich die alten Stellungen genauer anschaut, erkennt schnell, dass von der ursprünglichen Anlage nicht mehr allzu viel übrig ist. Zwar stehen noch einige massive Betonmauern, doch vieles ist inzwischen überwuchert oder stark beschädigt. An manchen Stellen sieht es sogar so aus, als seien Teile der Anlage gesprengt worden.
Was ist über die Anlage bekannt?
Die ehemalige Flugabwehrstellung war Teil der militärischen Vorbereitungen des NS‑Regimes. Mit der Luftverteidigungszone West sollte ein zusätzlicher Schutz gegen feindliche Luftangriffe geschaffen werden. Dafür wurden an verschiedenen Standorten befestigte Stellungen errichtet, in denen Flugabwehrgeschütze aufgestellt werden konnten. Auch der Brend gehörte zu diesem System.
Wie umfangreich die Anlage dort ursprünglich war, lässt sich heute nur noch schwer nachvollziehen. Bereits 2013 beschäftigten sich Geschichtsinteressierte in einem Internetforum mit den Überresten und dokumentierten mehrere ehemalige Geschützstellungen. Auch eine Befehlsstelle wird in seiner Beschreibung erwähnt.

Auf dem Brend gibt es mehrere solcher alten Betonreste aus dem Zweiten Weltkrieg.
Leroy BehrensWelche Aufgaben die einzelnen Bauwerke genau erfüllten und wie die Stellung während des Kriegs genutzt wurde, ist allerdings nicht geklärt. So bleibt auch offen, wie viele Soldaten dort stationiert waren und ob die Flugabwehrgeschütze tatsächlich zum Einsatz kamen.
Nur wenige Minuten vom Brendturm entfernt
Wer sich selbst ein Bild von den Überresten machen möchte, muss dafür keine größere Wanderung einplanen. Vom Brendturm aus erreicht man die ersten Betonbauten nach ungefähr fünf Minuten zu Fuß. Einige liegen unmittelbar an einem Wanderweg, andere etwas abseits zwischen Bäumen und Gestrüpp.
Der Zugang zum Gelände ist grundsätzlich unkompliziert. Allerdings sind die alten Bauwerke keine gesicherte Besucheranlage. Wer dort unterwegs ist, sollte deshalb auf den Wegen bleiben und nicht versuchen, in die beschädigten Konstruktionen hineinzuklettern.
Ein Stück Geschichte direkt am Wanderweg
Dass sich ausgerechnet auf dem Brend eine solche Anlage befindet, dürfte manche Besucher überraschen. Schließlich ist der Furtwanger Hausberg heute vor allem als Ausflugsziel bekannt. Der Brendturm, der bereits 1905 errichtet wurde, gehört zu den beliebten Aussichtspunkten der Region.
Die ehemaligen Flugabwehrstellungen spielen dagegen kaum eine Rolle, wenn es um die Sehenswürdigkeiten auf dem Brend geht. Dabei sind ihre Überreste noch immer vorhanden und teilweise sogar direkt vom Wanderweg aus zu sehen. Wer also das nächste Mal auf dem Brend unterwegs ist, der kann die Augen offenhalten und einen ungewöhnlichen Teil der Furtwanger Geschichte entdecken.
