Gesundheit in BW
: Krankschreibungen auf Höchststand: AOK, TK und DAK mit Rekordwerten

Die Krankenkassen vermelden für das Jahr 2022 ein neues Rekordniveau bei den Krankschreibungen. Welche Erkrankung sorgte für die meisten Ausfälle?
Von
Amelie Schröer
Stuttgart
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2022 haben sich mehr Menschen krank geschrieben als noch im Jahr 2021. Die Krankenkassen vermelden Rekordwerte.

Patrick Pleul/dpa

Sowohl die Krankenkasse AOK als auch zuvor bereits die Techniker Krankenkasse (TK) verzeichnen einen Anstieg der Krankmeldungen im Jahr 2022. Somit erreichen die Zahlen einen neuen Rekordwert. Als größte Krankenkasse in Baden–Württemberg registrierte die AOK im Südwesten bei etwas mehr als 2,7 Millionen arbeitstätigen Versicherten rund 49 Millionen Tage, an denen Versicherte wegen einer Krankschreibung arbeitsunfähig (AU) waren. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. 2021 waren es noch rund 38 Millionen Ausfalltage bei 2,6 Millionen Versicherten. Damit stieg auch der durchschnittliche Ausfall je Versichertem von 14,5 Tage (2021) auf 18 Tage (2022).

Atemwegserkrankungen sorgen für die meisten Ausfälle

„Wir hatten 2022 Höchststände bei den Zahlen zur Arbeitsunfähigkeit, die wir bei unseren Versicherten seit über 30 Jahren erheben. Vor allem Atemwegserkrankungen und Krankschreibungen aufgrund Covid–19 sind für den starken Anstieg verantwortlich“, sagte Christian Konrad, Spezialist Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der AOK Baden–Württemberg.

Vor allem wegen der Omikronvariante und auslaufender Schutzmaßnahmen im Jahr 2022 seien die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund einer Coronainfektion um ein Vielfaches höher als im Jahr davor gewesen. „Insgesamt erklären diese fünf Millionen AU–Tage aber nur die Hälfte des Gesamtanstiegs der AU–Tage“, sagte Konrad.

DAK und TK verzeichnen Rekordzahlen

Auch die DAK verzeichnet einen Anstieg bei den Krankmeldungen: Demnach waren an allen Tagen im Jahr 2022 47 von 1000 Beschäftigten krankgeschrieben. Das ergab die Auswertung der Daten von rund 275.000 erwerbstätigen DAK–Mitgliedern. Der Krankenstand von 4,7 Prozent war demnach der höchste, den die Krankenkasse seit Beginn der Analysen im Jahr 1997 gemessen hat. 2021 hatte er bei 3,3 Prozent gelegen.

Ähnlich hoch war auch der Krankenstand bei den Versicherten der TK: Er lag bei 4,37 Prozent. Das entspricht einer Steigerung um 36 Prozent im Vergleich zum Jahr davor und liegt auch weit über dem bisherigen Rekord aus dem Jahr 2015, berichtete die Krankenkasse.

Auch für 2023 bereits mehr Krankmeldungen

Auch für das laufende Jahr haben die Krankenkassen bereits Statistiken bekannt gegeben: Laut DAK kam es im ersten Halbjahr zu 191 Fehltagen je 100 Versicherten, nach 133 im ersten Halbjahr 2022. Hauptgrund bei den Ausfällen waren auch hier Atemwegserkrankungen, wie Erkältungen und Bronchitis.