Kontrolle über Wölfe: Bund und Länder fordern Regeln für den Abschuss

Problemwölfe sollen abgeschossen werden können. (Archivbild)
Christian Charisius/dpa- Bund und Länder fordern ein einheitliches Wolfsmanagement und rechtssichere Abschussregeln.
- Agrarminister betonen den Schutz der Weidetierhaltung, der Wolf soll jedoch nicht ausgerottet werden.
- Diskussion über Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht auf Basis aktueller EU-Schutzstatus-Abstufung.
- Treffen am 30. September in Brüssel: Rechtssichere Maßnahmen für Regionen mit hoher Wolfspopulation.
- Nur Problemwölfe sollen getötet werden – keine pauschalen Abschussgrenzen, so grüne Agrarministerien.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Deutschland braucht aus Sicht von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer jederzeit einen Überblick darüber, wie viele Wölfe wo unterwegs sind. Dafür solle ein Wolfsmanagement aufgebaut werden, sagte der CSU-Politiker nach der Agrarministerkonferenz in Heidelberg. Der Gastgeber und baden-württembergische Ressortchef Peter Hauk (CDU) nannte es „peinlich“, dass es noch kein ordentliches Wolfsmanagement gebe.
Wolf soll nicht ausgerottet werden
Nach einer Abstufung des Schutzstatus des Wolfs auf EU-Ebene von streng geschützt auf geschützt soll der Wolf ins deutsche Jagdrecht aufgenommen und im Bundesnaturschutzgesetz die rechtssichere Entnahme - das Töten - der Raubtiere umgesetzt werden. Die Gespräche mit dem Bundesumweltministerium dazu liefen noch, sagte Bundesminister Rainer.
Es gehe um den Schutz der Weidetierhaltung, betonte er. Der Wolf solle nicht ausgerottet werden. Das bekräftigte auch Hauk - wenngleich er auf eine Wolfsattacke auf ein spielendes Kind in den Niederlanden vor wenigen Wochen verwies. Der Vorfall habe einigen Menschen schon zu denken gegeben.
Treffen mit EU-Vertretern zu Abschussmöglichkeiten
Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) aus Mecklenburg-Vorpommern kündigte ein Treffen zum Wolf am Dienstag, 30. September, in Brüssel an. Vertreter mehrerer Länder sowie Staatssekretär Jochen Flasbarth aus dem Bundesumweltministerium wollen demnach auf Basis aktueller Zahlen zu den Wolfsbeständen in Deutschland über rechtssichere Möglichkeiten zum Abschuss auffälliger Tieren in Regionen mit hoher Population sprechen. Auch solle darüber geredet werden, ob zusätzliche Maßnahmen entwickelt werden.
Er befasse sich seit 27 Jahren mit dem Thema, sagte Backhaus. Mit Blick auf die geplanten Änderungen sagte er: „Ich glaube, wir haben den Durchbruch.“ Für die grün-geführten Agrarministerien betonte Miriam Staudte aus Niedersachsen, dass nur sogenannte Problemwölfe erschossen werden sollten. Die Ressortleitungen ihrer Partei hielten nichts von pauschalen Obergrenzen.
