In Nord- und Südschwarzwald: Zwei weitere Luchs-Babys streifen durch die Wälder

Das undatierte Foto zeigt den ersten Luchsnachwuchs, der in Baden-Württemberg seit mehr als 200 Jahren nachgewiesen werden konnte. Nun gibt es weitere Jungtiere
Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt/FVA/dpa- Im Schwarzwald sind aktuell vier Luchs-Jungtiere bestätigt – zwei im Norden, eins im Süden.
- Erster Nachwuchs im Südschwarzwald: Eine eingewanderte Luchskatze wurde mit Jungtier gesichtet.
- Im Nordschwarzwald wurde ein drittes Jungtier nachgewiesen, zuvor war eines genetisch bestätigt.
- Luchskatze Verena tauchte auf Fotofalle mit zwei Jungen auf, Elisabeth mit einem im Murgtal.
- Die FVA betont die Bedeutung von Fotofallen, Genanalysen und Sichtungen für das Monitoring.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Nachdem es im Frühjahr dieses Jahres im Nordschwarzwald erstmals seit rund 180 Jahren wieder Luchsnachwuchs in freier Wildbahn in Baden-Württemberg gegeben hatte, wurde nun auch im Südschwarzwald eine Luchskatze mit einem Jungtier gesichtet.
Zudem gelang im Nordschwarzwald der Nachweis eines weiteren, bislang unbekannten Jungtiers. Damit sind im Schwarzwald aktuell vier Jungtiere bestätigt.
Erster Luchsnachwuchs im Südschwarzwald
Das teilte die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) am Mittwochnachmittag mit.
Bei dem Nachweis im Südschwarzwald handele es sich um die erste dokumentierte Fortpflanzung einer selbstständig eingewanderten, wild lebenden Luchskatze im Land, erklärt die FVA. Dies ist laut Mitteilung selten, da weibliche Luchse bei der Suche nach einem eigenen Territorium in der Regel keine großen Distanzen zurücklegen würden.
Woher die Luchskatze im Südschwarzwald stamme, sei derzeit noch nicht abschließend geklärt. Aufgrund der geografischen Nähe gelte es jedoch als sehr wahrscheinlich, dass das Tier aus der Schweiz nach Baden-Württemberg eingewandert sei.
Ein Austausch zwischen den Schweizer und den baden-württembergischen Luchsvorkommen ist nach Angaben der FVA wichtig, um langfristig eine stabile Luchspopulation im Dreiländereck zu etablieren.
Darüber hinaus wurde nun auch die im Nordschwarzwald ausgewilderte Luchskatze Verena von einer Fotofalle gemeinsam mit zwei Jungtieren erfasst. Bislang war lediglich eines davon bekannt. Es war indirekt durch die genetische Analyse eines Haarfunds nachgewiesen worden.
Verena war Ende 2024 ausgewildert worden, nachdem Luchskatze Finja, ausgewildert am 1. Dezember 2023 im Nordschwarzwald, im Sommer 2024 gestorben war. Finja war zuvor lebend, aber in einem schlechten Gesundheitszustand aufgefunden worden. Da sich ihr Zustand trotz veterinärmedizinischer Versorgung nicht gebessert hatte, musste sie eingeschläfert werden. Als Todesursache identifizierten Experten die Infektionskrankheit Staupe, die in der Natur immer wieder häufig auftritt, bei Luchsen aber eher selten sei.
Zudem ist im Nordschwarzwald die im vergangenen Jahr ausgewilderte Luchskatze Elisabeth mit einem Jungtier unterwegs, das im Mai dieses Jahres erstmals nachgewiesen wurde. Elisabeth hat sich im Murgtal niedergelassen; ihr Junges war das erste Luchs-Baby seit rund 180 Jahren im Land.
Luchsmonitoring liefert Erkenntnisse
„Diese Nachweise zeigen, wie wichtig ein kontinuierliches und wissenschaftlich fundiertes Monitoring ist, um die Entwicklung des Luchsvorkommens in Baden-Württemberg zu dokumentieren und zu bewerten“, sagt Jens Seeger, Wildtierökologe an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg. Ob noch weitere Jungtiere geboren wurden, sei derzeit nicht bekannt.
Das landesweite Luchsmonitoring wird von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) im Auftrag des Landes durchgeführt. Dabei werden Hinweise auf die Anwesenheit von Luchsen systematisch erfasst, überprüft und nach einheitlichen wissenschaftlichen Standards bewertet.
Fotofallenaufnahmen, genetische Nachweise und Sichtungen liefern wichtige Erkenntnisse über die Verbreitung sowie über die Entwicklung des Luchsvorkommens.
