Igelschutz in BW: Tödliche Gefahren! Was den Tieren helfen kann

Ein Igel mit einer Kopfverletzung: Etwa die Hälfte der untersuchten Tiere, die von elektrischen Gartengeräten verletzt wurden, überlebte den Vorfall nicht.
Marius Becker/dpa- Igel vor Winterschlaf: Nabu BW ruft bis 29. September zur Zählaktion auf.
- Mähroboter oft gefährlich: ungefähr 50 % der verletzten Igel überleben nicht.
- Straßen und Insektenrückgang erschweren Futtersuche der Igel.
- Igel brauchen naturnahe Gärten und Parks für Nahrung und Schutz.
- Sichtungen können auf igelsuche.de gemeldet werden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Herbst ist die Zeit der Igel. Die Tiere sind nun viel unterwegs, denn vor dem Winterschlaf müssen sie sich ordentlich Speck anfressen. Der Naturschutzbund (Nabu) in Baden-Württemberg nimmt das zum Anlass, zum Zählen der Tiere aufzurufen. Die Aktion läuft bis zum 29. September und soll helfen, mehr über die Igel, ihre Wanderwege und vorhandene Gefahren zu erfahren. Forschende des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) werten die Ergebnisse aus.
„Kommt der Frost, legen Igel ein sicheres Winternest in einer Erdmulde, unter Hecken oder Reisig- und Laubhaufen an und schlüpfen bei Dauerfrost in ihr Versteck“, wird Artenschutzreferentin Alexandra Ickes in einer Nabu-Mitteilung zitiert. „Damit die stacheligen Säugetiere bei uns genügend Insekten und Regenwürmer finden, müssen sie sicher und frei durch möglichst naturnahe und vielfältige Gärten und Parks streifen können.“
Igel in BW: Auf die Tiere lauern Gefahren
Gefährlich sind für den Igel unter anderem Mähroboter. Viele Hersteller haben inzwischen zwar reagiert, sodass die Geräte besser darin werden, Hindernissen und Kleintieren auszuweichen. Doch nicht immer funktionieren die Systeme zuverlässig. Älteren Mährobotern fehlen zudem häufig eine entsprechende Software oder Sensoren, um Tiere zuverlässig zu erkennen. Vergangenes Jahr zeigte eine Untersuchung von 370 Schnittverletzungen an Igeln durch das Leibniz-IZW: Etwa die Hälfte der Igel, die durch elektrische Gartengeräte verletzt wurden, überlebten den Vorfall nicht. Die Forschenden sahen Hinweise darauf, dass die Verletzungen häufig von Mährobotern ausgelöst werden.
Wie der Nabu mitteilt, haben es die Igel im Autoland Baden-Württemberg zudem „besonders schwer, sicher über Straßen zu kommen, die fast überall ihre Lebensräume durchschneiden“. Das Problem wird den Naturschützern zufolge noch durch den Insektenrückgang verstärkt. Igel müssten auf der Futtersuche „immer weitere Wege gehen“ – und deshalb auch mehr Straßen als früher überqueren.
Info: Wer einen Igel beobachtet, kann die Sichtung auf der Website igelsuche.de.

