Gefährliche Hitze
: Mann sperrt Hunde ohne Wasser auf Balkon

Ein 39-Jähriger lässt zwei Hunde in Günzburg bei hohen Temperaturen auf dem Balkon zurück. Weil sich eine Anwohnerin sorgt, rückt die Feuerwehr aus.
Von
dpa, afp
Günzburg
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Umweltallergien nehmen zu - Was Hundebesitzer wissen müssen: Hund auf Wiese / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/161011 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis. Foto: tails.com/Tails.com/obs

Länger als eine Stunde mussten zwei Hunde in Günzburg bei Hitze auf einem Balkon ausharren.

tails.com/Tails.com/obs/dpa (Symbolbild)

Ohne Wasser und bei hohen Temperaturen hat ein Mann in Günzburg seine zwei Hunde auf dem Balkon gelassen. Die Feuerwehr rettete die Tiere am Sonntag (11.8.2024). Die Einsatzkräfte mussten dafür die Tür zur Wohnung des 39 Jahre alten Besitzers gewaltsam öffnen. Der Mann habe seine Hunde länger als eine Stunde ohne Wasser auf den Balkon gesperrt, sagte ein Polizeisprecher gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa).

Polizei ermittelt gegen Verantwortlichen

Gegen den Mann wird nun wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Die beiden Hunde seien nun in einem Tierheim. Eine Anwohnerin hatte sich Sorgen um die Tiere gemacht und die Polizei gerufen.

Haustiere vor Sonne und Hitze schützen!

Die aktuelle Hitzewelle in Baden-Württemberg kann Haustieren sehr zu schaffen machen. Haustiere sollten daher unbedingt vor der prallen Sonne geschützt werden und immer genug Flüssigkeit haben. Haustierbesitzer sollten folgende Tipps beachten:

Viel Flüssigkeit: Im Gegensatz zum Menschen können sich Hund, Katze, Hamster und Co. nicht durch Schwitzen abkühlen, sondern vor allem durch Hecheln und Trinken. Ausreichend Flüssigkeit ist deshalb überlebenswichtig, um die Tiere vor Austrocknung und einem lebensbedrohlichen Anstieg der Körpertemperatur zu schützen.

Sonnenschutz: Zu den häufigsten Hitzeopfern gehören Kaninchen, Meerschweinchen und Ziervögel, deren Käfige oder Freigehege der prallen Sonne ausgesetzt sind. Haustiere sollten sich immer an ein schattiges Plätzchen zurückziehen können. Dabei ist der sich verändernde Sonnenstand im Tagesverlauf zu beachten. Hilfreich sind auch schattige Häuschen, kühle Steinplatten oder feuchte Handtücher über dem Gehege. Hunde sollten übrigens nicht zu kurz geschoren werden, weil sie an unbehaarten Stellen Sonnenbrand bekommen können.

Hitzschlagsymptome: Fehlen ein Schattenplatz, frische Luft und ausreichend Trinkwasser, kommt es bei den Tieren zum Wärmestau, der dann schnell zu einem Hitzschlag führen kann. Bei Nagern und Kaninchen zum Beispiel können schon Temperaturen von 25 bis 28 Grad Celsius zum Kollaps führen. Glasiger Blick, tiefrote Zunge und Hecheln mit gestrecktem Hals sind bei einem Hund Anzeichen, dass ihm die Hitze sehr zusetzt. Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen und Bewusstlosigkeit deuten auf einen Hitzschlag hin. Bei Katzen erkennt man dies an Unruhe, erhöhtem Herzschlag und erhöhter Temperatur oder daran, dass die Tiere stark hechelnd auf dem Bauch liegen. Bei diesen Symptomen gilt: Schnellstens zum Tierarzt.

Durchzug vermeiden: Haustiere brauchen bei Hitze frische Luft, allerdings sollten Käfige nicht im Durchzug stehen. Denn was den Menschen die heißen Temperaturen erträglicher macht, kann bei Tieren folgenschwere Erkrankungen nach sich ziehen.

Spaziergänge verschieben: Bei großer Hitze sollte das Gassigehen in die kühleren Morgen- und Abendstunden sowie möglichst in schattige Parks oder Waldgebiete verlegt werden. Gleiches gilt für Ausritte mit dem Pferd.

Nicht im Auto zurücklassen: Tiere sollten keinesfalls im Auto zurückgelassen werden, während Herrchen oder Frauchen einkaufen oder Eis essen gehen. Denn die hohen Temperaturen verwandeln den Innenraum schon nach kurzer Zeit in einen Backofen. Die Folgen für das Tier sind Sauerstoffmangel, Übelkeit und Kreislaufprobleme bis hin zum Kreislaufversagen. Im schlimmsten Fall droht ein qualvoller Tod. Es gibt immer wieder Fälle, in denen Tiere aus dem Auto gerettet werden müssen.

Bei moderaten 26 Grad draußen steigt die Temperatur im Wagen bereits nach 30 Minuten auf 44 Grad. Bei 36 Grad sind nach einer halben Stunde 52 Grad im Auto erreicht. Die meisten Hunde halten Temperaturen ab 40 Grad höchstens 15 Minuten lang aus. Ein geöffnetes Schiebedach oder ein spaltbreit geöffnetes Fenster reichen nicht aus, um für Abkühlung zu sorgen, auch dann nicht, wenn das Auto im Schatten steht. Auch bei bewölktem oder schwülem Wetter ohne direkte Sonneneinstrahlung steigt die Temperatur im Innern rasch auf 50 Grad und mehr an.

Baden: Wer Vögeln ein Badehäuschen zur Verfügung stellt, sollte das Wasser häufig wechseln. Vögel, die keine Badehäuschen nutzen, können vorsichtig mit Wasser besprüht werden.

Aquarien: Das Wasser im Aquarium kann sich für die Fische lebensbedrohlich aufheizen. Notfalls sollte vorsichtig kaltes Wasser nachgefüllt werden.

Hitzeschutz auf der Weide: Pferde, Schafe oder Rinder sollten sich immer in den Schatten zurückziehen können. Zudem muss ausreichend Wasser in der Tränke sein.