Gefährliche Bakterien: Ehec-Fälle an Ostsee: Auch Kinder aus Baden-Württemberg infiziert

Eine Medizinisch-Technische Assistentin arbeitet im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) an Stuhlproben, die auf EHEC-Bakterienstämme untersucht werden.
Christian Charisius/dpa- Ehec-Infektionen: Zwei Kinder aus Baden-Württemberg in Mecklenburg-Vorpommern erkrankt.
- Ehec-Bakterien übertragen durch Lebensmittel, können schwere Durchfälle und Nierenversagen auslösen.
- 2023 bundesweit 3.440 Fälle, bisher 3.660 Fälle 2024 – fünf Todesfälle 2023 gemeldet.
- Kinder besonders gefährdet, da ihr Immunsystem und Organe noch nicht ausgereift sind.
- Ehec-Ausbruch 2011: 3.800 Erkrankungen, mehr als 50 Tote – Ursache waren kontaminierte Sprossen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
An den jüngsten Ehec-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums auch zwei Kinder aus dem Südwesten erkrankt. Beide seien unter 16 Jahre alt und ins Krankenhaus gekommen.
Insgesamt waren in Mecklenburg-Vorpommern bis Ende vergangener Woche 17 Fälle gemeldet worden. Zahlreiche Betroffene sind Kinder und Jugendliche, von denen einige auch Urlaub in Norddeutschland gemacht hatten.
Die Infektionsquellen und -wege sind weiter unklar. Die beiden baden-württembergischen Fälle stammen laut Ministerium aus Stuttgart und dem Kreis Rottweil. Unklar ist, ob sie nach wie vor in Behandlung sind.
Ehec-Fälle gibt es recht häufig
Generell sind Ehec-Infektionen nicht ungewöhnlich: Nach Angaben des Ministeriums werden Jahr für Jahr Ehec-Fälle in niedriger dreistelliger Höhe in Baden-Württemberg gemeldet. Dazu gehören auch Menschen, die sich im Ausland, etwa auf einer Urlaubsreise, infiziert haben, sagte ein Sprecher in Stuttgart.
Ehec steht für enterohämorrhagische Escherichia coli und bezeichnet bestimmte krank machende Stämme dieses im Darm vorkommenden Bakteriums. Übertragen werden die vor allem bei Wiederkäuern vorkommenden Mikroben vorwiegend durch verunreinigte Lebensmittel.
Verschiedene Übertragungswege möglich
Ehec produzieren sogenannte Shigatoxine: starke Zellgifte, die schwere Durchfallerkrankungen bis hin zu blutigen Durchfällen sowie das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) verursachen können, das zu Nierenversagen führen kann. Kinder sind besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem und ihre Organe noch nicht ausgereift sind.
Vom Verzehr eines verunreinigten Lebensmittels bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es im Durchschnitt drei bis vier Tage, wie es beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) heißt. Schon wenige Bakterien reichen aus, um eine Infektion anzustoßen, zudem könne Ehec auch direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden.
Tausende Fälle in Deutschland
Daten des Robert Koch-Instituts zufolge wurden 2023 bundesweit mehr als 3.440 Erkrankungen erfasst, 2024 rund 4.570 und in diesem Jahr bisher etwa 3.660 (Stand 27. August). Im Jahr 2023 waren fünf Todesfälle gemeldet worden.
Im Jahr 2011 hatte es einen großen Ehec-Ausbruch in Deutschland gegeben, rund 3.800 Erkrankungen wurden dabei registriert, mehr als 50 Menschen starben. Als wahrscheinliche Ursache gelten verunreinigte Sprossen von importierten Bockshornkleesamen aus Ägypten.