Kostenlose Ausflugsziele in BW
: Bunker, Schluchten und Gärten – Attraktionen für den kleinen Geldbeutel

Die Urlaubskasse ist langsam aufgebraucht. Was also tun in den letzten Ferienwochen? In Baden-Württemberg gibt es jede Menge Sehenswürdigkeiten, die gratis sind.
Von
Tanja Wolter
Stuttgart/Freiburg/Ulm
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Sommerliches Wetter in Baden-Württemberg: 13.06.2025, Baden-Württemberg, Überlingen: Eine Palme und Blumen sind im Sonnenschein in Überlingen am Bodensee zu sehen. Nach der Hitze werden am Wochenende teilweise Gewitter und Starkregen erwartet. Foto: Silas Stein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bei einem Spaziergang an der Uferpromenade in Überlingen am Bodensee kann schon mal südländisches Urlaubsfeeling aufkommen, und das abgesehen von Parkplatzgebühren oder ÖPNV kostenfrei.

Silas Stein/dpa
  • Baden-Württemberg bietet kostenlose oder günstige Ausflugsziele: Natur, Tierparks, Museen, Architektur.
  • Highlights: Wutachschlucht, Rheinfall, Todtnauer Wasserfall, Blautopf in Blaubeuren.
  • Tierparks wie Mundenhof (Freiburg) und Wildpark Pforzheim sind ohne Eintritt zugänglich, nur Parkgebühren.
  • Kostenlose Museen: Staatsgalerie Stuttgart (mittwochs), Kunstsammlung Würth, Theodor-Heuss-Haus im Sommer.
  • Architektur: Stadtbibliothek Stuttgart, Ulmer Münster (außen), Schönbuchturm mit 35 m Höhe in Herrenberg.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Viele Familien kehren aus dem Sommerurlaub am Meer oder in den Bergen zurück, oft mit leerem Geldbeutel. Aber die Ferienzeit ist noch nicht vorbei. Bleibt es warm, können Freibäder und Badeseen einigermaßen günstig für Abwechslung sorgen. Darüber hinaus bietet Baden-Württemberg aber noch viele andere Möglichkeiten, sich umsonst oder für nur wenige Euro zu vergnügen. Ob Tierparks, wilde Natur, spektakuläre Architektur oder bedeutende Kunst: Hier finden Sie jede Menge Tipps, was man in den Ferien oder am Wochenende unternehmen kann, wenn in der Kasse Ebbe herrscht – oder der Geldbeutel einfach nur geschont werden soll.

Wilde Natur: Schluchten, Wasserfälle, Quellen

Umsonst und draußen – das ist natürlich immer möglich. Viele Naturschönheiten lassen sich auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, etwa die Wutachschlucht im Südschwarzwald mit ihren hohen Felsformationen, die von den Bahnhöfen Löffingen und Döggingen aus bis Mitte Oktober von einem Wanderbus angefahren wird. Hier kommt garantiert ein „Canyon“-Gefühl auf. Und auch Technik-Begeisterte kommen auf ihre Kosten: Denn in der Schlucht befindet sich unterhalb von Göschweiler mit dem Flusskraftwerk Stallegg eines der ältesten Flusskraftwerke Deutschlands.

Der Zugang zum Todtnauer Wasserfall im Schwarzwald ist zumindest für kleinere Kinder kostenfrei, Kinder ab sechs Jahren zahlen 1,50 Euro, Erwachsene 2,50 Euro – ein günstiges Vergnügen. Mit 97 Metern Fallhöhe ist er immerhin der höchste Naturwasserfall in Baden-Württemberg. Der Uracher Wasserfall bei Bad Urach ist gratis zugänglich, allerdings zahlt man für den Wanderparkplatz Maisental in der Nähe 5 Euro Parkgebühr. Das größte Gratis-Spektakel in Sachen tosende Wassermengen aber liegt in der Bodensee-Region auf der Schweizer Seite: Dort lässt sich auf Panoramawegen der Rheinfall bei Schaffhausen bestaunen – mit 150 Metern Breite der größte Wasserfall Europas.

Kostenfrei ist auch der Besuch des Blautopfs in Blaubeuren auf der Schwäbischen Alb. Allerdings wird das Areal gerade großräumig noch bis 2028 umgebaut. Der Quelltopf ist dennoch für Ausflügler zugänglich. Die wasserreiche Karstquelleleuchtet je nach Lichteinfall intensiv Blau. Rund um Blaubeuren gibt es weitere interessante Wanderwege, etwa den Blaubeurer Felsenstieg und den Eiszeitjägerpfad.

  • Grand Canyon von Baden-Württemberg: Die Wutachschlucht im Schwarzwald.

    Grand Canyon von Baden-Württemberg: Die Wutachschlucht im Schwarzwald.

    Hochschwarzwald Tourismus GmbH
  • Pause an der Alten Brücke in Heidelberg mit Altstadt-Panorama.

    Pause an der Alten Brücke in Heidelberg mit Altstadt-Panorama.

    Uwe Anspach/dpa
  • Ein Luchs im Wildpark Pforzheim: Bei seiner Fütterung kann man zuschauen.

    Ein Luchs im Wildpark Pforzheim: Bei seiner Fütterung kann man zuschauen.

    Markus Zindl/Wildpark Pforzheim
  • Tosende Wassermassen: der Rheinfall bei Schaffhausen in der Schweiz.

    Tosende Wassermassen: der Rheinfall bei Schaffhausen in der Schweiz.

    Patrick Seeger/dpa
  • Die hochkarätige Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart ist mittwochs immer kostenfrei zugänglich.

    Die hochkarätige Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart ist mittwochs immer kostenfrei zugänglich.

    Christoph Schmidt/dpa
  • „Lost Place“ mit morbidem Charme: das ehemalige Grandhotel „Waldlust“ in Freudenstadt.

    „Lost Place“ mit morbidem Charme: das ehemalige Grandhotel „Waldlust“ in Freudenstadt.

    Uli Deck/dpa
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Grüne Orte: Parks, Gärten, Spazierwege

Das Kurhaus in Baden-Baden gilt als Herz der eleganten Kurstadt, aber auch im frei zugänglichen Kurgarten drumherum lässt sich internationales Flair erspüren. Ebenfalls umsonst ist das erst seit 2022 wieder zugängliche Arboretum Baden-Baden – ein fünf Hektar großes Gelände mit seltenen und exotischen Bäumen und Gehölzen, das nur zu Fuß erreichbar ist. 13 Parks und Gärten hat Baden-Baden insgesamt zu bieten. Nicht zu vergessen: die Ruine des Alten Schlosses zu Hohenbaden, die man ohne Führung kostenlos anschauen kann.

Romantik und Bewegung in einem ermöglicht der Philosophenweg in Heidelberg. Der Spaziergang bietet nach einem relativ steilen Aufstieg einen herrlichen Ausblick auf die Altstadt, den Neckar und das berühmte Schloss – viele Postkartenmotive inklusive. Der Schlossgarten mit Überresten des einst prächtigen Renaissance-Gartens ist tagsüber ebenfalls frei zugänglich. Und das Heidelberger Schloss lässt sich zumindest von außen kostenfrei bestaunen. In Reiseführern wird es immerhin als „berühmteste Ruine der Welt“ vermarktet – es ist der Touristen-Hotspot schlechthin im Südwesten.

Tübingen kann für Sparfüchse an 365 Tagen im Jahr mit dem Botanischen Garten der Universität aufwarten. Auf 10 Hektar Freiland und 3000 Quadratmeter Gewächshausfläche im Norden der Stadt können Besucherinnen und Besucher in die Welt der Pflanzen eintauchen. Wer sich vobrereiten will, kann den gesamten Pflanzenbestand schon mal online erkunden und sich eine eigene Tour zusammenstellen.

Am Bodensee locken elegante und begrünte Uferpromenaden, zum Beispiel in Meersburg und Überlingen. Hier sind auch Palmen gepflanzt, die Urlaubsstimmung aufkommen lassen. Und wenn man schon mal da ist: Für geübte Schwimmerinnen und Schwimmer gibt es in vielen Bodensee-Orten wilde Badestellen, die aber unbeaufsichtigt und oft nur zu Fuß erreichbar sind, etwa zwischen Meersburg und Hagnau sowie in Langenargen.

Leuchtende Kinderaugen: Tiere, Wichtel, Moore

Der Mundenhof am Stadtrand von Freiburg ist nach eigenen Angaben mit 38 Hektar das größte Tiergehege in Baden-Württemberg. 36 Tierarten und rund 330 Tiere mit dem Schwerpunkt Nutz- und Haustiere sind hier zuhause, darunter Heidschnucken, Lamas, Esel, Trampeltiere, Steppenrinder und Wasserbüffel. Immer um 14.30 Uhr (außer freitags) kann man die Tierpfleger auf ihrer Fütterungsrunde begleiten. Das Tiergehege kostet keinen Eintritt, nur der dazugehörige Parkplatz ist kostenpflichtig: Von April bis August werden 10 Euro fällig, von September bis März an Werktagen 5 Euro, am Wochenende und Feiertagen 10 Euro.

Auch der Wildpark Pforzheim, von einigen Reiseportalen zu den schönsten Wildanlagen in Deutschland gekürt, verfährt so: Das Parken kostet zwischen 3 und 5 Euro, dafür ist der Eintritt umsonst. Es gibt aber auch einen Stadtbus (Linie 5), der direkt zum Wildpark führt. Hier leben mehr als 400 Tiere, es gibt einen Kinderbauernhof und einen Streichelzoo. Seltenes Schauspiel: An Wochenenden und Feiertagen jeweils um 15 Uhr wird zur Schaufütterung bei den Luchsen gerufen. Zeitgleich gibt es auch Schaufütterungen bei den Fischottern.

Zurück in den Südschwarzwald: Wer rund um den Feldberg mit Kindern (ohne Kinderwagen) unterwegs ist, kann den Wichtelpfad im Auerhahnwald entdecken. Aufgabe ist es, mit dem Wichtel-Postboten Ferdinand auf die Suche nach Anton Auerhahn zu gehen. Es dreht sich also alles um das seltene Auerhuhn und seinen Lebensraum. In dem verwunschenen Wäldchen informieren Wichtelfiguren, Feen und Gnome über den vom Aussterben bedrohten Vogel.

Erlebnisreich ist auch der Wackelwald in Bad Buchau in Oberschwaben. Hier sorgt ein Moorphänomen dafür, dass der weiche Boden unter den Füßen federt. Auf einem Naturerlebnispfad lässt sich viel über das Federsee-Moor erfahren. Der nahe Parkplatz Bittelwiesen ist für bis zu drei Stunden kostenfreiBis zum Wackelwald sind es zu Fuß rund 15 Minuten. Der Parkplatz des Federseemuseums liegt noch etwas näher, dort kostet ein Parkticket drei Euro und gilt dann für den ganzen Tag.

Ab ins Museum: Geschichte, Kunst, Ingenieure

Viele Museen im Land sind an einzelnen Tagen frei zugänglich, andere wiederum verlangen von Kindern und Jugendlichen keinen Eintritt. Es lohnt sich also, die Besucherinformationen der einzelnen Einrichtungen im Internet genau zu studieren. So bietet etwa die Staatsgalerie Stuttgart jeden Mittwoch freien Eintritt in ihre Sammlung, in der Kunsthalle Mannheim gilt dies für jeden ersten Mittwoch im Monat abends von 18 bis 22 Uhr. In Schorndorf ist das Geburtshaus von Auto-Pionier Gottlieb Daimler immer umsonst.

Der Kunstsammler und Unternehmer Reinhold Würth verzichtet komplett auf Eintritt für seine bedeutende Kunstsammlung und  die Ausstellungen an den Standorten Künzelsau und Schwäbisch Hall. Spannend ist etwa sein Skulpturenpark zwischen den beiden Museumshäusern in Künzelsau. In Schwäbisch Hall locken in der Johanniterkirche Werke der Alten Meister, darunter Hans Holbeins berühmte Schutzmantelmadonna.

In Stuttgart hat das Theodor-Heuss-Haus zumindest in den Sommerferien bis 14. September für alle Besucherinnen und Besucher kostenfrei geöffnet, außerhalb dieser Zeiten müssen nur Erwachsene eine kleine Gebühr von zwei Euro zahlen. Das Privathaus des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss (1884-1963) ist auch für Kinder interessant, denn die Dauerausstellung beantwortet unter anderem Fragen wie „Wie wohnt ein Bundespräsident?“ oder „Was macht eine First Lady den ganzen Tag?“.

Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg ist für Kinder und Jugendliche immer gratis zugänglich, Erwachsene zahlen je nach Ausstellung 5 oder 6 Euro Einzeleintritt, für Familien gibt es Ermäßigungen. Donnerstagabends ab 18 Uhr kommen alle umsonst rein.

Alt und verlassen: Legale „Lost Places“

Das Schlosshotel Waldlust in Freudenstadt, ein ehemaliges Grandhotel, ist ein Denkmal und gehört wohl zu den bekanntesten „Lost Places“ in Deutschland. Heute wird das verlassene Jugendstil-Gebäude mit seinem morbiden Charme und alten Möbeln teilweise wieder genutzt, etwa für Foto-Events, Dreharbeiten oder Kulturveranstaltungen. Immer mittwochs um 10.30 Uhr gibt es offene Führungen ohne feste Eintrittspreise, eine Spende ist erwünscht. Im Sommer 2025 findet im Park der Anlage noch bis zum 28. September ein kostenfreifrei zugänglicher Kunstsommer mit Werken von Studierenden statt.

In die Kategorie „unheimlich“ fällt eine Wanderung durch die ehemalige US-Bunkerlandschaft  in Waldstetten im Ostalbkreis. 28 Betonbunker der Amerikaner aus den 1950er Jahren zeugen von der damaligen Militärverwaltung. Bis zum Ende des Kalten Krieges war das Gelände militärisches Sperrgebiet. Heute hat die Natur die Bunker erobert: In mehreren von ihnen leben Fledermäuse, andere sind zerfallen und von Pflanzen überwuchert. Auf Wegen lässt sich das Relikt erkunden, das Heimatmuseum Waldstetten bietet zudem Führungen an.

Architektur zum Staunen: Bibliotheken, Stadthaus und Türme

Die 2011 eröffnete Stadtbibliothek Stuttgart hinter dem Hauptbahnhof zieht Architekturfans aus der ganzen Welt an. Von außen ein quadratischer Würfel, innen ganz in Weiß gestaltet, ist der spektakuläre und strenge Bau des koreanischen Architekten Eun Young Yi ein echter Hingucker, auch abends, wenn der Kubus in Blau leuchtet.

Auch Ulm hat eine architektonisch interessante Stadtbibliothek: Die Glaspyramide des Architekten Gottfried Böhm wurde 2004 eröffnet, vom Lesecafé im fünften Stock aus gibt es einen tollen Ausblick auf die Altstadt und das Ulmer Münster – das, abgesehen vom höchsten Kirchturm der Welt, ebenfalls frei zugänglich ist. Für die Turmbesteigung muss man in die Tasche greifen. Das Stadthaus Ulm vom New Yorker Stararchitekten Richard Meier liegt schräg gegenüber und hat fast immer hochkarätige Fotoausstellungen im Angebot – kostenfrei.

Nur für Schwindelfreie geeignet ist der 35 Meter hohe Schönbuchturm im Schönbuch bei Herrenberg. Er bietet mit 348 Treppenstufen und drei Aussichtsebenen ein Rundum-Panorama auf den Naturpark Schönbuch und die weitere Umgebung. Die kelchförmige Konstruktion mit zwei Wendeltreppen ist spektakulär und filigran zugleich.