FKK-Reise mit Politiker: Bisexuelle Mimi vor Swinger-Reise: „Ich bin gerne nackt“

Mimi ist Teilnehmerin einer FKK-Swinger-Reise.
Uwe Anspach/dpa- Stadtrat Julien Ferrat organisiert umstrittene FKK-Swinger-Reise nach Cap d’Agde in Frankreich.
- 20 Teilnehmende reisen für 8 Tage – auch politische Gespräche und Workshops geplant.
- Teilnehmerin Mimi, bisexuell, sieht Swingen als Ausdruck freier Sexualität und Lebensfreude.
- Kritik von CDU und Freikörperkultur-Verband: Vermischung von Swingen und FKK missverständlich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mimi liebt es, nackt zu sein, verabredet sich über das Internet zu Sex-Dates und geht gerne in Swingerclubs: Die 44-Jährige – blond, 1,52 Meter klein und fast komplett tätowiert – ist seit mehr als elf Jahren Swingerin. Sie ist mit dabei auf der umstrittenen FKK-Swinger-Reise des Mannheimer Stadtrats Julien Ferrat nach Frankreich. „Wir leben einfach die Momente und haben eine schöne Zeit zusammen, und dann geht jeder wieder zurück in seine Welt“, sagt die 44-Jährige, die bisexuell ist, übers Swingen.
Die 20 Teilnehmer starteten am Samstag ihre achttägige Reise an die französische Mittelmeerküste. Stadtrat Ferrat von der Wählervereinigung Die Mannheimer hatte Mitte Mai eine Anzeige im Amtsblatt veröffentlicht und dabei zu einer „Politischen Bildungsfahrt nach Cap d’Agde“ aufgerufen.
„Ich bin allgemein auch selbst gerne nackt“
Ein Bild zum Artikel zeigte Ferrat nackt am Strand – sein Geschlechtsteil bedeckte er nur mit einem Schild mit der Aufschrift „Die Mannheimer im Gemeinderat“. Die Reisekosten trägt laut Ferrat jeder Teilnehmer selbst.
Mimi, die in Rheinland-Pfalz lebt, wollte nach eigener Aussage schon länger nach Cap d'Agde fahren. Freunde und Bekannte hätten ihr das FKK-Dorf empfohlen. Worauf sie sich am meisten freue? „Die Menschen kennenzulernen, die jetzt alle zusammenkommen, den Vibe auf jeden Fall“, sagt sie vor der Abreise. Die Clubs interessierten sie auch. Zu Cap d'Agde gehört die FKK-Anlage Village Naturiste. Dort lässt sich laut Ferrat nackt einkaufen, nackt in Restaurants essen, nackt am Strand liegen, nackt leben. Sex auch mit vorher Unbekannten sei etwa in den dort vorhandenen Swingerclubs möglich oder an einem bestimmten Teil des Strandes.

Mannheims Stadtrat Julien Ferrat (Wählervereinigung Die Mannheimer) liegt am Ufer der Friesenheimer Insel. Ferrat hat den FKK-Swinger-Urlaub in Frankreich geplant.
Uwe Anspach/dpa„Ich bin allgemein auch selbst gerne nackt, also kleidungslos“, sagt Mimi, die aus einem Dorf in der Nähe von Mannheim kommt. Ihren Namen will sie lieber nicht veröffentlicht sehen, um – wie sie sagt – weiteren Ärger bei der Arbeit zu vermeiden. „Die mögen nicht das, was ich mache, dass ich so frei lebe und auch damit so frei umgehe.“ Mimi verdient zudem eigenen Angaben zufolge über die Erotikplattform „Onlyfans“ Geld mit Nacktbildern.
Ziel: Auch ein FKK-Swinger-Paradies in Mannheim
Laut dem 34-jährigen Stadtrat soll es während des gemeinsamen Urlaubs auch diverse politische Gespräche geben, etwa ein Treffen mit dem Leiter des Tourismusbüros. Ferrat verweist darauf, dass das Village Naturiste ohne staatliche Förderung nicht entstanden sei – und will von Cap d'Agde lernen: „Langfristiges Ziel ist, auch in Mannheim ein FKK-Swinger-Paradies zu errichten und Mannheim als kleine Schwester von Cap d’Agde zu vermarkten.“
Teilnehmerin Mimi sagt, sie werde an einem Teil des politischen Bildungsprogramms teilnehmen. Und sie interessiere sich etwa für den von Ferrat angebotenen Tantra-Workshop.
Die Reisepläne haben Unverständnis ausgelöst, die CDU hatte den Beitrag im Amtsblatt als „hirnverbrannt“ bezeichnet. Selbst der Deutsche Verband für Freikörperkultur hatte Ferrats Pläne für den FKK-Swinger-Urlaub kritisiert. „Leider unterscheidet Herr Ferrat Swingen und Freikörperkultur nicht“, sagte Präsident Alfred Sigloch. „Die Vermischung beider Begriffe führt zu Missverständnissen und entspricht nicht dem Selbstverständnis der Freikörperkultur, bei der Nacktheit ausdrücklich nicht sexuell konnotiert ist.“
„Es darf ja jeder frei entscheiden, was er da macht“
Mimi, die geschieden ist und drei Kinder hat, fährt für ihr Swinger-Leben zu Treffen in ganz Deutschland. Sie habe versucht, nach der gescheiterten Ehe immer wieder Beziehungen zu führen – aber darin habe sie nicht ihre Neigungen ausleben können, diese freie Sexualität. „Das verträgt nicht jeder, weil die Leute halt einfach scheu sind.“ Letztlich wolle sie sich nicht auf eine Person, auf ein Geschlecht festlegen.
Ferrat hatte vor der Reise ein FKK-Trainingscamp in Mannheim organisiert. Mimi war dabei, wie sie erzählt, und am Outdoor-Sex beteiligt. „Es darf ja jeder frei entscheiden, was er da macht“, sagt sie. „Wenn die Leute passen, dann habe ich auch Sex mit den Menschen.“
