Feuer in Sontheimer Recyclingbetrieb
: Falsch entsorgte Akkus im Gelben Sack führten wohl zu Großbrand

Eine singende Grußkarte, E-Zigaretten und Akkus: Unscheinbare Batterien können Großbrände auslösen. War das auch in einem Recyclingbetrieb in Sontheim an der Brenz der Fall? Die Polizei hat einen Verdacht.
Von
dpa
Sontheim
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Sortieranlage in Brand: 20.10.2025, Baden-Württemberg, Sontheim an der Brenz: Feuerwehrleute versuchen, einen Großbrand in einer Sortieranlage zu löschen.  In Sontheim an der Brenz (Landkreis Heidenheim) steht eine Sortieranlage in Vollbrand. Polizeiangaben zufolge wird der umliegende Bereich für den Verkehr gesperrt. Foto: Stefan Puchner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Feuerwehrleute versuchen, einen Großbrand in einer Sortieranlage in Sontheim zu löschen.

Stefan Puchner/dpa
  • Großbrand in Sontheimer Recyclingbetrieb: Ursache könnten falsch entsorgte Akkus sein.
  • Schaden von 2 Mio. Euro, 150 Feuerwehrleute im Einsatz, dunkle Rauchwolke weithin sichtbar.
  • Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung gegen Unbekannt.
  • BDE: Täglich ca. 30 Brände auf Recyclinghöfen, oft durch Akkus und E-Zigaretten im Hausmüll.
  • Akkus und Batterien umweltschädlich – nur getrennt auf Recyclinghöfen oder Verkaufsstellen entsorgen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Großbrand in einem Recyclingbetrieb in Sontheim an der Brenz (Landkreis Heidenheim) Mitte Oktober könnte nach Einschätzung der Polizei durch falsch entsorgte Akkus oder Batterien verursacht worden sein. In einer Sortieranlage für Gelbe Säcke seien entsprechende Verpackungen gefunden worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Diese könnten sich entzündet haben.

Es wird nach seinen Angaben wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung gegen Unbekannt ermittelt. Mehrere Medien hatten zuvor darüber berichtet.

Zwei Millionen Euro Schaden

Bei dem Brand war ein Schaden von geschätzt zwei Millionen Euro entstanden - doppelt so viel wie ursprünglich angenommen. Rund 150 Feuerwehrleute waren viele Stunden im Einsatz. Die dunkle Rauchwolke aus der Anlage war weithin zu sehen. Verletzt wurde aber niemand. Mitarbeiter oder andere Menschen waren während des Brands nicht im Gebäude.

Brände durch falsch entsorgte Batterien und Akkus sind keine Seltenheit, sagt Anja Siegesmund vom Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE). Der Verband schätzt nach Angaben des SWR, dass es bundesweit rund 30 Brände auf Recyclinghöfen gibt - täglich und mit steigender Tendenz.

Akkus und Batterien nicht in den Hausmüll

Verantwortlich dafür seien oft auch sogenannte E-Zigaretten und E-Shishas, die im Restmüll oder im gelben Sack entsorgt würden, sagte Siegesmund. Auch eine singende Grußkarte mit einer kleinen Batterie-Knopfzelle könne einen Brand wie in Sontheim auslösen, sagte sie dem SWR weiter.

Akkus und Batterien dürfen nicht im Hausmüll entsorgt werden, weil sie umweltschädliche Stoffe wie Schwermetalle enthalten. Sie müssen deshalb getrennt gesammelt und in der Regel auf einem Recyclinghof abgegeben werden. Oft können sie auch dort zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden.