Festival in Neuhausen ob Eck
: Das wird der heißeste Tag des Southside – und der gefährlichste

Was die Wetterfrösche für die 60 000 Fans auf dem Gelände vorhersagen, was an den drei Festivaltagen drohen könnte - und was die Sahara damit zu tun hat.
Von
Jörg Braun
Neuhausen ob Eck/Tuttlingen
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Southside 2022

Das Wetter am Southside-Wochenende soll sonnig, sommerlich heiß und zumeist freundlich werden. Doch es drohen auch Hitzegewitter, die es in sich haben können.

Frank Engelhardt
  • Southside in Neuhausen ob Eck: sonnig, sehr warm und meist freundlich, aber gewitteranfällig.
  • Freitag, 19. Juni: viel Sonne, 27–30 Grad auf dem Heuberg, abends lokal kräftige Hitzegewitter.
  • Samstag, 20. Juni, wird am wärmsten mit 28–31 Grad – erhöhtes Risiko für starke Gewitter.
  • Mögliche Gefahren: Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen, sicherster Ort bei Warnung ist das Auto.
  • Sonntag, 21. Juni: warm und instabil mit Schauern und teils kräftigen Wärmegewittern, teils ruppiger Wind.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die gute Nachricht vorweg: Gummistiefel werden die rund 60 000 Musikfans beim Southside-Festival am Wochenende vom 19. bis 21.Juni in Neuhausen bei Tuttlingen kaum brauchen. Es soll hochsommerlich heiß werden, sagt Diplom-Meterologe Dominik Jung voraus. Er ist Geschäftsführer der Firma Q.met, die für viele große Medienunternehmen die Wettervorhersagen macht, auch für den Schwarzwälder Boten, die Lahrer Zeitung und Die Oberbadische.

Die Vorhersagen sind schon recht stabil

„Wir sind noch vier bis sechs Tage vor dem Festival. Die großen Linien stehen in den internationalen Wetter-Modellen (ECMWF, NOAA-CFS, Copernicus) aber bereits recht stabil“, erklärt Jung auf Nachfrage unserer Redaktion. „Übers Wochenende legt sich eine sehr warme, zunehmend schwüle Luftmasse über den Südwesten“, liest er aus den Modellen. Es werde also ordentlich heiß. Die buchstäblich „heißesten Schlagzeilen“ zum Wochenendwetter mit 35 bis 40 Grad erwartet der Experte aber in den Niederungen am Oberrhein. „Neuhausen ob Eck liegt auf dem Großen Heuberg auf rund 800 Metern, dort bleibt es spürbar moderater“, sagt Jung voraus.

So warm wird der Freitag

Zum Festivalstart am Freitag, 19. Juni, erwartet der Meteorologe viel Sonne, es werde freundlich und sommerlich heiß. Die Höchstwerte auf dem Festivalgelände würden rund rund 27 bis 30 Grad betragen, während es etwa im Rheintal 33 bis 35 Grad werden können. Zum Abend hin könnten von Schwarzwald und Alb her erste Hitzegewitter heranziehen, „lokal kräftig“, schätzt Jung ein.

Das droht am Samstag

Der Samstag, 20. Juni, soll laut den Prognosen der wärmste Tag des Wochenendes werden – mit steigendem Gewitterrisiko. „Es ist weiter heiß und schwül, auf dem Heuberg könnten es rund 28 bis 31 Grad werden. Ab Nachmittag/Abend sehen wir ein deutlich erhöhtes Gewitterrisiko, mit Schwerpunkt über den Mittelgebirgen. Bei den Gewittern sind Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen möglich – das ist der kritische Punkt für 60.000 Menschen unter freiem Himmel“, warnt Meteorologe Jung.

Während die vielen Bands auf den Bühnen stehen, lohnt also ein sorgsamer Blick zum Himmel, Wetterfronten sieht man in Neuhausen meist frühzeitig heranziehen. Falls die Veranstalter kurzfristig Wetterwarnungen durchsagen und die Festivalgäste vor heftigen Gewittern warnen, ist der sicherste Platz das eigene Auto. Dorthin sollten sich die Besucher zurückziehen – und im besten Fall Fans ohne eigenes Auto gleich mitnehmen.

Darum wird es am Sonntag vielleicht ruppig

Für Sonntag, 21. Juni, erwartet Jung labileres und wechselhafteres Wetter. „Es bleibt weiter warm um 28 bis 31 Grad, aber zunehmend instabil. Immer wieder kann es Schauer und teils kräftige Wärmegewitter geben. Der Wind weht überwiegend mäßig, in Gewitternähe ruppig.“

Wetterfachmann Jung erwartet also keinen Dauerregen, sondern Hitze plus Gewittergefahr – die klassische „Spanische-Plume“-Lage. Dahinter steckt ein Wetterphänomen, bei dem ein Tiefdruckgebiet heiße, trockene Luft aus der Sahara und aus Spanien ansaugt und Richtung  Nordwesteuropa schiebt. Die Folge: heftige Hitzewellen plus Gewitter und Starkregen.

Stundengenaue Vorhersage

Die Veranstalter haben die jeweils aktuelle Lage stets im Blick und warnen die Besucher rechtzeitig.  Wann genau die Gewitterzellen über die Alb ziehen, lasse sich laut Dominik Jung seriös erst 24 bis 48 Stunden vorher auf die Stunde hin genau eingrenzen.