Erpressungsmasche Sextortion
: Mit Nacktfotos im Chat erpresst – Wie man sich schützen kann

Immer wieder bringen Betrüger Menschen im Internet dazu, intime Aufnahmen von sich zu verschicken. Danach beginnt für die Opfer ein Albtraum.
Von
Isabelle Jahn
Bodenseekreis
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In Social Media und Dating-Apps kommt es immer wieder zu Sextortion – dabei werden die Opfer mit ihren intimen Bildaufnahmen erpresst.

Yui Mok

Was mit einem harmlosen Online-Flirt begann, wurde für die Betroffenen zum Albtraum: Am Wochenende haben sich bei der Polizei mehrere Personen gemeldet, die Opfer von sogenanntem Sextortion wurden. Dabei handelt es sich um eine Erpressungsmasche, auf die nicht nur – wie in den jüngsten Fällen – Menschen im Bodenseekreis hereingefallen sind. So tappte etwa im August ein Mann in Sigmaringen auf einer Dating-Plattform in dieselbe Sex-Falle und wurde um 2500 Euro gebracht.

Was genau ist diesmal vorgefallen? Die Betroffenen waren laut der Mitteilung des Polizeipräsidiums Ravensburg im Internet von einer augenscheinlich attraktiven Frau kontaktiert worden. Nach einer zu Beginn netten Unterhaltung wurde die Konversation bald intim. Das unbekannte Gegenüber schickte anzügliche Bilder und forderte solche auch von den Opfern.

Opfer verschicken freizügige Fotos

Teilweise kamen die Chatpartner dem nach und posierten freizügig vor der Webcam, woraufhin der Chat eine rasche Wendung einnahm. Im Besitz der intimen Aufnahmen drohten die Erpresser, diese Videos oder Bilder zu veröffentlichen, falls ein geforderter Geldbetrag nicht gezahlt werde.

Sextortion: So schützen Sie sich vor der Erpressungsmasche

Die Polizei ermittelt wegen Erpressung auf sexueller Grundlage und warnt vor dieser Masche. Es gibt Möglichkeiten, sich zu schützen, worüber die Polizei auch auf der Internetseite der polizeilichen Kriminalprävention informiert:

  • Nehmen Sie in den Sozialen Medien keine Freundschaftsanfragen von fremden Personen an.
  • Prüfen Sie regelmäßig Ihre Account- und Privatsphäreeinstellungen.
  • Seien Sie zurückhaltend mit der Veröffentlichung persönlicher Daten wie Anschrift, Geburtsdatum oder Arbeitgeber.
  • Stimmen Sie nicht vorschnell einem Videochat zu.
  • Im Zweifel: kleben Sie die Chatkamera zunächst ab, um lediglich verbal zu kommunizieren und das Geschehen zu beobachten.
  • Stimmen Sie keinen Entblößungen oder intimen Handlungen in Videochats zu, wenn Sie die Person erst seit kurzem kennen.

Halten Sie Betriebs- sowie Virenschutzsysteme auf Ihren online-genutzten Endgeräten wie Smartphone, Laptop, Tablet oder Computer immer auf dem aktuellen Stand, um sich vor Schadsoftware, sogenannter Malware, zu schützen. Es gibt Malware, die Ihre Webcam problemlos aktiviert und Sie damit jederzeit filmen kann.

Wenn Sie bereits Opfer von Erpressung wurden, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Brechen Sie sofort den Kontakt zum Erpresser ab und sichern die Chatverläufe und Nachrichten mittels Screenshots. Kontaktieren Sie außerdem den Betreiber der Seite und veranlassen Sie, dass das Bildmaterial gelöscht wird.