Diebstahl vorgetäuscht
: Besitzer lässt sein Boot verschwinden

Ein 52-Jähriger meldet der Polizei am Bodensee, dass sein Boot mitsamt Anhänger gestohlen wurde. Das stimmt nicht, weshalb der Mann jetzt tatsächlich ein Problem hat.
Von
Isabelle Jahn
Konstanz
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Wasserstand des Bodensees: 07.04.2025, Baden-Württemberg, Insel Reichenau Im Bodensee: Der Wasserstand des Bodensees ist auf einem niedrigen Stand. Rund um die Insel Reichenau wird das deutlich, hier beim Hafen auf der Reichenau (Aufnahme mit Drohne). (zu dpa: «So wirkt sich das Niedrigwasser am Bodensee aus») Foto: Felix Kästle/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Am Bodensee soll ein angeblich gestohlenes Boot wiedergefunden worden sein. Die Polizei sieht die Sache anders.

Felix Kästle/dpa
  • Ein 52-jähriger meldete 2023 den Diebstahl seines Boots samt Anhänger (Wert: 13.000 Euro).
  • Das Boot tauchte im April in Konstanz wieder auf; Diebstahl war vorgetäuscht.
  • Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Versicherungsbetrug.
  • Die Versicherung zahlte fast den gesamten Schaden.
  • Boot und Anhänger wurden von der Polizei beschlagnahmt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Vergleich mit einem Piraten mag etwas übertrieben sein, aber bereichern wollte sich ein heute 52-jähriger Bootsbesitzer wohl durchaus: 2023 meldete der Mann der Polizei, wie diese mitteilt, dass sein Schlauchboot samt Transport-Anhänger im Wert von rund 13.000 Euro im Raum Ludwigsburg entwendet worden sei. Anfang April dieses Jahres tauchte das Gespann am Bodensee, in Konstanz-Dettingen, wieder auf, als der Mann es nach eigenen Angaben dort am Straßenrand entdeckte.

Bootsbesitzer soll Versicherung betrogen haben

Erst Unglück und dann glücklicher Zufall? Wohl eher nicht, wie sich im Laufe der Ermittlungen herausstellte. Vielmehr hatte der Eigentümer Boot und Trailer selbst am späteren „Fundort“ abgestellt, der angezeigte Diebstahl hat laut Polizeibericht nie stattgefunden. Das zuständige Kompetenzzentrum Bootskriminalität der Wasserschutzpolizei Konstanz und die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermitteln nun wegen des Verdachtes des Vortäuschens einer Straftat sowie des Versicherungsbetruges.

Der mutmaßliche Betrüger hatte ein ordentliches Sümmchen kassiert: Seine Versicherung hatte den vermeintlichen Diebstahlschaden in der Zwischenzeit fast in vollem Umfang reguliert. Der 52-Jährige wurde mit dem Tatvorwurf konfrontiert, als er sein Boot abholen wollte. Das Schlauchboot behält bis auf Weiteres die Polizei. Obendrein legte sie den Fahrzeug-Anhänger still, den der Besitzer zum Transport verwenden wollte – der Grund: erhebliche verkehrstechnische Mängel.