Dialekt in Baden-Württemberg
: Die wichtigsten Ausdrücke, die man im „Schwobaländle kenna sodd“

Wer neu im Schwabenland ist, den kann die Sprache von Einheimischen schon mal überrumpeln. Deshalb sind hier die wichtigsten Redewendungen und Alltagsbegriffe erklärt. Hätten Sie's gewusst?
Von
Janine Höfler
Baden-Württemberg
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Schwäbisch in Baden-Württemberg, Landschaft Region Stuttgart, Äffle und Pferdle

Schee ischs im Ländle. Hier finden sich unzählige malerische Landschaften, wie dieser Weinberg in der Region Stuttgart. Ein anderer Anblick, an den Menschen hierzulande gewohnt sind: Die Kultfiguren Äffle und Pferdle.

dpa; Collage: BeFunky
  • Überblick: wichtigste schwäbische Ausdrücke für Neuankömmlinge in Baden‑Württemberg
  • Klischees: fleißig, sparsam – „Schaffa, schaffa, heisle baua“, „S’Läba isch koin Schlotzer“
  • Alltag: „Kehrwoch“ ernst; Begriffe wie Kuddrschaufl, Kehrwisch, Muggabadschr, Debbich
  • Essen: Maultaschen („Herrgottsbscheisserle“), Spätzle, Schupfnudeln; „Weckle“, „Gsälz“
  • Sprache: direkt („So a Glomb!“), Kosenamen („Käpsele“, „Butzele“); Dialekt variiert regional

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Neu im Ländle? Dann kann es schon mal vorkommen, dass man beim ersten Gespräch mit Einheimischen nur Bahnhof versteht. So geht es zumindest vielen, die mit dem schwäbischen Dialekt nicht vertraut sind. Egal, in welcher Region, vom Odenwald über die Schwäbische Alb bis hinunter zum Bodensee – überall gibt es Menschen, bei denen die Mundart beim Sprechen mitschwingt, mal stark, mal weniger stark ausgeprägt. Und darauf sind die meisten Schwaben mächtig stolz. „Mir kennet älles außer Hochdeutsch, wie mancher zu sagen pflegt.

Keine Sorge, Schwäbisch ist gar nicht so kompliziert, wie er für einige klingt. Wir haben für euch die wichtigsten Ausdrücke gesammelt, die man im „Schwobaländle“ kennen sollte – und was man sonst noch über Schwaben in Baden-Württemberg sagt.

1. Schwaben sind fleißig und sparsam

Schaffa, schaffa, heisle baua, lautet die Devise. Das heißt so viel wie: Immer tüchtig arbeiten, sodass man sich eines Tages sein Eigenheim leisten kann.

Und weil der Schwabe stets sparsam lebt, überlegt er sich mehrmals, was er im Müll entsorgt und was nicht: „No nix verkomma lassa, älles uffheba. Des duads no a weng“.

„S’Läba isch koin Schlotzer“, ist das schwäbische Pendant zu „Das Leben ist kein Zuckerschlecken“. Ja, es kommt vor, dass gelegentlich anstrengende Zeiten kommen. Ja, es kommt vor, dass man an manchen Tagen nur am „romrödlâ“ ist, also nur mit anstrengender Arbeit beschäftigt ist. Was aber nicht heißt, dass der Schwabe es nicht trotzdem gerne langsam angeht. „No net huadla“, mahnt er sich gerne – keine Hektik.

2. Die schwäbische Herzlichkeit

Achtung, nicht verwechseln: Schwaben sind sparsam, aber nicht geizig. Für Menschen, die nicht teilen können, gibt es allerhand kreative Begriffe. „Furzklemmr, Pfennichfuchsr, Entaklemmr“ – die Ausdrücke für Geizhälse variieren von Region zu Region. Fakt ist, wer „knausrich“ ist, ist unsympathisch.

Generell gelten die Menschen im „Schwobaländle“ als herzlich. Wer draußen unterwegs ist, ist in der Regel immer für ein nettes „Schwätzle“ mit Bekannten zu haben. Dann wird erst mal eine Weile „babbelt“ und „g'ratscht“.

3. Die „Kehrwoch“ wird eingehalten – immer!

Menschen, die in Mehrfamilienhäusern leben, sollten unbedingt immer an die Flurwoche denken. Wenn sie dafür eingeteilt sind, das Treppenhaus zu putzen, dann müssen sie dem auch nachkommen – ansonsten machen sie sich schnell einen Ruf als „Schlambr“. Schwaben nehmen die „Kehrwoch“ sehr ernst. Diese Begriffe rund um den Haushalt braucht ihr deshalb in eurem Vokabular:

Kuddrschaufl: Kehrschaufel
Kehrwisch: Handbesen
Muggabadschr: Fliegenklatsche
bäbbich: klebrig
Schdaubmulla: Staubflocken
Debbich: Teppich 
a Muggaseggele: (schwäbische Maßeinheit), circa 22 Milimeter

4. Diese Gerichte muss man gekostet haben

Auch kulinarisch hat das Schwabenland einiges zu bieten. Hier sind ein paar Klassiker:

Herrgottsbscheisserle: Maultaschen
Spätzle gibt es zu verschiedenen Gerichten: mit Braten, mit Linsen oder als Käsespätzle
Bubaschbiddzla: Schupfnudeln

Zudem muss man wissen, dass Brötchen vielerorts „Weckle“ heißen und Marmelade als „Gsälz“ bekannt ist.

5. Direkte Ausdrucksweise

Viele Schwaben nehmen beim Sprechen kein Blatt vor den Mund. Einige sagen ihrem Gegenüber geradewegs ins Gesicht, was sie denken. So drückt sich der Schwabe aus, „wenn'r sich granadamäßig uffregt“.

So a Glomb! So ein Mist!
Halt doch dei Schlabbergosch! Halt den Mund!
Seggl: Dummkopf
Daggl (Steigerung: Halbdaggl): Blödmann
Rotzleffl: freches Kind
Beisszang: Zicke

6. „Du g'fällsch mr fei“ – die süßesten Kosenamen

Genauso kreativ sind Schwaben aber auch bei Komplimenten. Sie haben eine ganze Auswahl an Kosenamen in ihrem Repertoire, mit denen man anderen den Tag versüßen kann.

Käpsele: kluge, geistreiche Person
Butzele: Liebling (für Babys, den Partner oder die Partnerin)
Moggele: (bedeutet wörtlich Kälbchen) Schatz 
Spätzle: Spatz, Schatz

Generell lässt sich jedes Wort im Schwäbischen mit der Endung „–le“ verniedlichen.

Warum klingt der Dialekt eigentlich überall anders?

Wer der schwäbischen Sprache bereits mächtig ist, der ist bei dem einen oder anderen Begriff vermutlich schon stutzig geworden. Möglicherweise kennen manche das Endstück vom Brot nicht als „Riebele“, sondern als „Knäusle“. Und umgekehrt.

Denn der Schwäbische Dialekt variiert von Region zu Region. Das liege daran, dass Sprache und Dialekte schon immer permanenten Einflüssen von innen und außen ausgesetzt waren, wie das Land Baden-Württemberg auf seiner Internetseite schreibt. Solche Einflüsse habe es schon vor der Moderne gegeben. Damals waren es Menschen und Bevölkerungsgruppen, die gewandert sind. „Auch die verschiedensten Eroberer und Besatzer übten einen Einfluss auf die Sprache aus“, heißt es weiter auf der Website. Mit zunehmender Mobilität in den vergangenen 100 Jahren hätten sich die Veränderungen beschleunigt, da Medien und Globalisierung Dialekte zunehmend abschliffen.

Übrigens: Die Begriffe und weitere schwäbische Ausdrücke könnt ihr im Schwäbisch-Wörterbuch „schwäbisch schwätza“ nachschlagen.